31. Juli
Bewertung:4

809 km zu sich selbst Ein geplatzter Urlaub, der Verlust des Arbeitsplatzes und die eigenen Bedürfnisse immer hinten angestellt. Hanna, 56 Jahre, steht definitiv an einem Punkt in ihrem Leben, wo sich etwas ändern muss. Eine TV-Doku bringt sie auf die Idee, nach Paris zu radeln, mit ihrem Hollandrad. Gegen alle Bedenken, ohne Unterstützung durch ihren Mann, der mit der neuen Hanna nicht zurechtkommt, macht sie sich auf in das größte Abenteuer ihres Lebens. Das Buch ist mit einer solchen wunderbaren Leichtigkeit geschrieben, ohne dabei oberflächlich zu sein. Ich habe Hanna gerne bei ihrer Reise begleitet. Viele Situationen aus der Familie, auf ihrer Reise oder auch in den Beziehungskonflikten kommen einem durchaus bekannt vor. Entweder aus eigenen Erfahrungen oder weil man es schon im näheren Umfeld so erlebt hat. Die Beschreibungen von den Personen, auf die sie trifft oder dem kleinen Hotel in Paris sind alle sehr authentisch und lassen Bilder im Kopf entstehen. Ein schöner Roman für den Sommer, der gleichzeitig unterhält und zum Nachdenken anregt.

Weil das noch nicht alles ist
Weil das noch nicht alles istvon Nicola GroteKnaur eBook
12. Apr.
Bewertung:4

Sympathische Hauptfigur mit guter Figurenentwicklung. Eine Zusatzschlaufe fand ich überflüssig, jedoch begegnen sich die Figuren (nach viel auf und ab) auf Augenhöhe 👍🏻

Ich bin ja ein grosser Fan solcher Geschichten. In dieser begleiten wir Hanna auf ihrem Selbstfindungstrip. Sie ist immer für alle da, springt ein und organisiert. Als sich ihr Leben durch die Kündigung ändert, nimmt sie sich vor, mit dem Fahrrad nach Paris zu fahren. Ausnahmslos alle nehmen die unsportliche Hanna nicht ernst und so macht sie sich mit dem Gedanken "jetzt erst recht" auf den Weg. Hannas Weg verfolgt man in Tagen. Zuerst kommt der Einstieg und als die Reise beginnt, dann Tag eins bis nach Paris. Hanna lernt viel über sich selber und wächst regelrecht über sich hinaus. Ich mochte sie und ihren Ehrgeiz sehr. Je weiter sie radelt, desto selbstbewusster geht sie durchs Leben und ihre Reise. Ihre Familie ist zuerst skeptisch, dann sprachlos und irgendwann wechselt es zu Stolz. Es gibt ein paar interessante Charakteren, die Hanna kennenlernt und auf ihrem Weg begleiten. Anaïs und Fleur aus Paris mochte ich besonders gerne. Der Erzählstil der Autorin ist einfach und flüssig zum Lesen. Eine Zusatzrunde im Plot hätte für mich nicht sein müssen und auch der Schluss war für mich zu abrupt. Hanna war mir dann fast etwas zu egoistisch, auch wenn ich ihren Weg verstehen kann. Die Art und Weise mochte ich nicht zu 100 Prozent. Was mir aber sehr gefallen hat, war, dass sich die Hauptpersonen am Schluss auf Augenhöhe begegnen und auch so kommunizieren. Das Buch konnte mich gut unterhalten, auch wenn ich mit einer oder zwei Sachen nicht ganz glücklich war. Wer eine Frau beim Finden ihrer Selbstachtung und ihres Selbstbewusstseins begleiten will, ist hier richtig. Es geht um Hannas Zukunft, ihren Biss und ihre Wünsche.

Weil das noch nicht alles ist
Weil das noch nicht alles istvon Nicola GroteKnaur eBook