25. Mai
Bewertung:4.5

Dieses Buch hat mich tief berührt. Nicht nur als Geschichte, sondern auf einer Ebene, die ich schwer erklären kann. Ich konnte vieles nachempfinden – den Ruf, den die Autorin gespürt hat, ihren Weg in den Schamanismus, die Initiation und auch die Unsicherheit, die damit verbunden ist. Gerade das machte das Buch für mich glaubwürdig. Besonders intensiv waren für mich die Stellen über Energien, über das unsichtbare Netz zwischen Menschen und Wesen und über die Seelenrückholung. Viele dieser Empfindungen kenne ich selbst, wenn auch in anderen Situationen und auf meine eigene Weise. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl: Ja, genau so fühlt sich das an. Nicht unbedingt logisch erklärbar, aber innerlich wahrnehmbar. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es nicht nur Wissen vermittelt, sondern etwas in Bewegung bringt. Es hinterließ bei mir nicht einfach Unterhaltung, sondern Erkenntnis. Teilweise fühlte es sich sogar wie eine Bestätigung eigener Erfahrungen an, über die man oft nur schwer sprechen kann, ohne missverstanden zu werden. Besonders gefallen hat mir, dass der schamanische Weg hier nicht romantisiert wirkt. Er erscheint suchend, intensiv, manchmal auch roh und überwältigend. Genau das machte ihn für mich authentisch. Ich würde dieses Buch vor allem Menschen empfehlen, die spüren, dass sie sich zu spirituellen Wegen hingezogen fühlen und herausfinden möchten, ob sie eher in Richtung Schamanismus oder Hexerei gehen. Das Buch kann helfen, die eigene Wahrnehmung besser zu verstehen und sich selbst Fragen zu stellen, auf die man vielleicht schon lange keine Worte hatte.

Der Gesang des Eises
Der Gesang des Eisesvon Annabelle Wimmer BakicO.W. Barth