31. Juli
Bewertung:4.5

Einblick in das Leben eines afghanischen. Mädchens.

In ihrem eindrucksvollen Roman „Der geheime Himmel“ erzählt die afghanisch-amerikanische Journalistin Atia Abawi die tragische und zugleich poetische Geschichte zweier junger Menschen in Afghanistan – eine Geschichte von verbotener Liebe, kulturellen Zwängen und dem Kampf um Freiheit. Im Mittelpunkt stehen Fatima, ein Mädchen aus einer paschtunischen Familie, und Samiullah, ihr bester Freund und späterer heimlicher Geliebter. Ihre Beziehung ist von Beginn an eine Herausforderung für die traditionellen Strukturen ihrer Umgebung. Als sie beginnen, sich ihrer Gefühle füreinander bewusst zu werden, gerät ihr Leben in Gefahr. Denn in ihrer Gesellschaft gilt bereits das gemeinsame Reden zwischen einem jungen Mann und einer unverheirateten Frau als unerhört. Bis zur Hälfte des Buches entwickelt sich ein dichtes Netz aus sozialer Kontrolle, Misstrauen und Bedrohung. Die Handlung zeigt nicht nur die innere Zerrissenheit der beiden Protagonisten, sondern auch den massiven Druck, unter dem insbesondere die Frauen stehen. Fatima wird zunehmend zur Projektionsfläche für Ehre, Scham und das Ansehen ihrer Familie. Die Liebe, die in einer anderen Welt als schön und kraftvoll empfunden würde, wird hier zum Auslöser für Gewalt, Rache und Ausgrenzung. Atia Abawi gelingt es dabei meisterhaft, ein authentisches Bild Afghanistans zu zeichnen – ein Land zwischen uralten Traditionen, religiösem Fanatismus und vorsichtigen Hoffnungen auf Veränderung. Ihre Sprache ist eindringlich, aber nie sensationsheischend. Besonders erschütternd sind die Szenen, in denen deutlich wird, wie eng der Handlungsspielraum junger Frauen tatsächlich ist – und wie gefährlich bereits ein kleiner Regelverstoß sein kann. --- 💭 Meine persönliche Empfindung: Das war meine erste Reise nach Afghanistan – in einem Buch. Und ich muss sagen: Sie war für mich wirklich ernüchternd. Ich wusste natürlich, dass Frauen in Afghanistan ein anderes Leben führen als bei uns. Aber dass es dann doch so anders ist, hat mich tief erschüttert. Die Geschichte zeigt, dass ein Frauenleben dort größtenteils fremdbestimmt ist – dass eigener Wille kaum Platz hat, und dass jede Handlung, jede Regung der Frau das Ansehen der gesamten Familie bestimmt. Das war für mich eine wirklich erschütternde Erfahrung. Es ist kaum auszuhalten, zu lesen, wie wenig Raum Frauen für Selbstbestimmung bleibt. Und wie gefährlich es ist, wenn sie versuchen, ihr Herz oder ihren Verstand sprechen zu lassen. Es ist kein individuelles Schicksal – es ist ein System, das tief verwurzelt ist. Wie die Autorin im Buch auch selbst andeutet, wird es noch ein langer Weg sein, bis sich die westliche Welt und die islamisch-patriarchal geprägte Welt Afghanistans annähern – wenn das überhaupt möglich ist. Aber solche Geschichten sind ein Anfang, ein Anstoß zum Nachdenken. --- 🌍 Fazit und persönlicher Ausblick: Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Es öffnet die Augen für eine Realität, die oft ausgeblendet wird. Für mich persönlich bedeutet die Lektüre den Beginn einer neuen Challenge: Ich möchte mehr Bücher lesen, die solche Erfahrungen sichtbar machen. Mehr über die Lebenswirklichkeit von Frauen weltweit erfahren. Denn wahres Verstehen beginnt nicht mit Meinung – sondern mit Zuhören und Hinsehen.

Der geheime Himmel Eine Geschichte aus Afghanistan
Der geheime Himmel Eine Geschichte aus Afghanistanvon dtv Verlagsgesellschaft
31. Dez.
Bewertung:4

Der geheime Himmel ist ein ganz besonders Buch. Aufmerksam darauf wurde ich, als ich die Verlagsvorschau durchblätter habe. Ich interessiere mich sehr für andere Länder und Kulturen und lese gerne Jugendbücher mit Liebesgeschichten, da schien mir dieses Buch sehr passend für mich. Dass das Buch schon im September 2015 als broschierte Ausgabe erschienen ist, habe ich erst später gesehen. Zum Inhalt. Die Geschichte spielt in einem kleinen afghanischen Dorf. Fatima und Samiullah sind seit ihrer Kindheit Freunde. Doch dann ging Sam auf die Gebetsschule und ihre Wege trennten sich. Früher als erwartet taucht er wieder im Dorf auf. Doch die beiden sind keine Kinder mehr und ein einfaches Treffen wie früher ist nicht mehr möglich. Auch Samis Cousin Rashid ging auf diese Schule, doch bei ihm hat sie viel mehr Einfluss genommen. Die Geschichte von Sam und Fatima ist wirklich keine einfache. Man muss sie auf das Buch einlassen, die fremde Kultur annehmen und versuchen zu verstehen. Ich habe davor noch kein Buch gelesen, welches in diesem Kulturkreis spielt, deswegen war vieles neu für mich. Am Ende gibt es einen Glossar, der sehr hilfreich und informativ war. Auch das Vorwort der Autorin fand ich toll. Sie erzählt ein bisschen von ihrer Geschichte und man merkte dann auch beim Lesen des Buches, dass sie wirklich Ahnung von dem hat, worüber sie schreibt. So wirkte die ganze Geschichte sehr authentisch auf mich, was es noch schlimmer machte. Der Roman wird aus der Perspektive von drei Charakteren erzählt, von Fatima, Samiullah und Rashid. Alle drei Perspektiven hatten etwas. Durch Fatima erfährt man viel über den Stellenwert der Frauen und über den Alltag, das Familienleben und allgemein bekommt man durch sie ein gutes Gefühl für ihre Umgebung. Sams Kapitel sind geprägt durch Fatima und seine Gefühle für sie und dann später, den Drang sie zu beschützen. Rashids Kapitel sind da ein starker Kontrast, strotzen sie gerade zu Beginn nur so von Hass und Überheblichkeit. Durch ihn lernt der Leser sehr schön, wie leicht es doch ist einen jungen Menschen zu beeinflussen. Und was für Auswirkungen es haben kann. In diesem Augenblick will ich mit ihm zu einem geheimen Himmel auffliegen, den Atem anhalten und loslaufen ohne die Füße zu bewegen, einzig geleitet von unseren Herzen. In diesem Buch findet man keine klassische Liebesgeschichte. Aber trotzdem kommt die Liebe der beiden, von Sam und Fatima sehr gut beim Leser an. Aber auch die Liebe zu der Familie. Mich hat das Buch sehr oft schockiert, mit einem schlimmen Ereignis habe ich gerechnet. Aber es gab viele andere, die mich überrascht haben. Überrascht, weil es so unbegreiflich für mich ist. Zwei Jugendliche, die sich im Wald alleine unterhalten, ein Mädchen und ein Junge, die einfach nur reden. Und was daraus entstehen kann. Familien, die entehrt werden und somit die Zerstörung von Zukunftsaussichten. Verstümmlungen und Mord. Das Buch hat mich immer wieder berührt und betroffen gemacht. Besonders da es so realistisch geschildert war. Wieso es dann doch "nur" Vier Sterne geworden sind. Der Schreibstil der Autorin war mir manchmal zu einfach gehalten.In einem Abschnitt haben sehr viele Sätze mit Ich angefangen, sodass ich richtig beim Lesen darüber gestolpert bin. Außerdem ging mir die Geschichte zwar nahe, wie könnte sie auch nicht. Aber die Charaktere an sich, gingen mir nicht so ans Herz. Dafür lernte man sie einfach nicht gut genug kennen. Ich fand ihr Handeln realistisch und authentisch, konnte durch ihre Augen ihr Land, ihre Familien und ihre Traditionen begreifen. Aber ihren Charaktere so wirklich greifen konnte ich nicht. Fazit: Berührend und schockierend. In meinen Augen eine wichtige Geschichte. Ein Junge und ein Mädchen, beide möchten einfach nur zusammen sein und doch scheint es unmöglich. Den nicht nur, dass sie ein Bauernmädchen und er der Sohn eines Ladenbesitzer ist. Nein sie gehören auch noch zwei unterschiedlichen Ethnien an. Ob sie es schaffen und welche Opfer dafür gebracht werden müssen, erfahrt ihr in Der geheime Himmel.

Der geheime Himmel Eine Geschichte aus Afghanistan
Der geheime Himmel Eine Geschichte aus Afghanistanvon dtv Verlagsgesellschaft