"In der aktuellen Situation jedenfalls gilt in letzter Konsequenz das Recht des Mächtigeren bei gleichzeitiger Ohnmacht des Völkerrechts. (...). Auf die Einhaltung des Völkerrechts pochen die schwachen Staaten, während die mächtigen Staaten das Recht so interpretieren, wie es ihnen passt." Genau so ist es, vielleicht ist ohnmächtig noch zu harmlos formuliert. Man muss zwar anerkennen, dass nebenher viele Maßnahmen ins Leben gerufen werden, Nebenorganisationen gegründet, Beweise gesammelt, Anklagen erhoben etc. Aber in der Regel ohne Konsequenz mit ein paar Ausnahmen. Aufgrund der drei militärisch mächtigen und einflussreichen Staaten USA, Russland und China, allesamt ohne gute Absichten, teile ich die Hoffnungen des Autors am Ende des Buches nicht. Insgesamt gut geschrieben, hätte aber strukturierter sein können.
Trotz eines komplexen Themas interessant und informativ
Völkerrecht ist ein Thema über das viel gesprochen wird ohne das sich viele damit im Detail genau auskennen. Auch aus diesem Grund hat mich das Buch angesprochen. Mir ist bewusst das rechtliche Sachverhalte für den Laien schwer zu verstehen sein können. Im Großen und Ganzen ist das auch in diesem Buch so. Aus meiner Sicht wurde ein wenig zu viel mit lateinischen Rechtsbegriffen gearbeitet, die meinen Lesefluss ein wenig gestört haben. Ich fand es sehr anregend, dass die Entwicklung des Völkerrechts chronologisch im laufe der Geschichte dargestellt wurde. Lediglich das etwas wirre Kapitel zu den letzten 20 Jahren hat diese Chronologie etwas durcheinander gebracht. In einer Zeit von multiplen Krisen ist alles aber auch vielleicht nicht so sauber darstellbar.

