Die im Paris gegen Ende des 17. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte beginnt behäbig, entwickelt dann jedoch einen unwiderstehlichen Sog. _____
«Verhängnis». Janet Lewis (1899–1998). Der Roman lässt zunächst im Unklaren, wozu man geladen ist. Die im Paris gegen Ende des 17. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte beginnt behäbig, entwickelt dann jedoch einen unwiderstehlichen Sog, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die auf wahren Begebenheiten beruhende Handlung ist zugleich True Crime und Historienroman, erzählt von Liebe, Leidenschaft und Verrat und lässt das Paris der damaligen Zeit bildhaft und geradezu sinnlich erlebbar vor dem inneren Auge aufleben. Im ersten Drittel kam ich an einen Punkt, an dem ich überlegte, das Buch abzubrechen. Die Hauptfiguren der Geschichte wurden mir so unsympathisch, dass ich mich ernsthaft fragte, ob ich gewillt bin, weiterzulesen und ihnen zu folgen. Echte Sympathieträger sucht man auf den 440 Seiten überhaupt vergeblich, und das unvermeidliche Ende worauf die Geschichte auf den letzten Seiten hinausläuft war mit ein paar Umdrehungen to much. Nun, vielleicht ist das alles tatsächlich so passiert – man weiß es nicht. Aber lesenswert ist «Verhängnis» allemal.


