Bewertet mit 4 Sternen Zum Buch: Mill Valleyist ein kleines Städtchen in der Bergen nahe von San Francisco. Die Teenager haben ihre eigenen Spielregeln und jeder für sich ist sonderbar und einzigartig. Als in der achten Klasse Tristan Cally einen Brief schreibt kommt eine Lawine ins Rollen, die die Teenager nicht mehr stoppen können. Ein Buch über Freundschaft, Leichtsinn und Mobbing ... Meine Meinung: Das Buch ist in drei Teile eingeteilt, es beginnt in der achten Klasse mit der "Katastrophe, dann noch die elfte uns zwölfte Klasse. Das ist nicht so wichtig, es geht mehr darum, dass es sich langsam aufbaut und über eine längeren Zeitraum viel wichtiges geschieht, welches seinen Ursprung an eben jenem Tag in der achten Klasse hat. Hauptsächlich geht es, meiner Meinung nach, um Mobbing und den Leistungsdruck. Einigermaßen erfolgreiche Eltern erwarten von ihren Kindern einen besiegten Notendurchschnitt, ein bestimmtes College , am besten noch nur mit ebenso erfolgreichen Kindern von ebenso erfolgreichen Eltern befreundet zu sein. Mich hat das Buch betroffen gemacht und sehr berührt. Es war zwar nicht sonderlich Actionreich, manch einer würde es als langweilig betrachten. Aber es hat eine Aussagekraft, die mich als Mutter nachdenklich stimmte. Ich bin froh, daß wir nicht in den USA leben und bei uns Kinder ohne Hochschulabschluss auch eine gute Chance haben, erfolgreich zu werden. Für mich war das Buch auch eine Kritik an das Schulsystem. Aber am meisten hat mich doch die Art und Weise mitgenommen, wie die Jugendlichen miteinander umgehen und wie grausam angebliche Freunde doch in der Anonymität des World wide Web sind. Mobbing ist ein Thema, welches gerne totgeschwiegen wird, weil kein Elternteil sich eingestehen möchte, wie grausam Kinder zueinander sein können. Fazit: Ein ruhiges Buch, welches mich sehr berührt und hervorragend unterhalten hat. Der Erzählstil von Lindsey Lee Johnson ist eunderbar zu lesen und sie hat die Gefühle sehr gut getroffen. Eines der besten Bücher, die ich 2017 lesen durfte.
Kennst du ihn, den gefährlichste Ort der Welt? Als wir Jugendliche waren, tobten wir uns ordentlich aus, wie die meisten unserer Freunde. Wir trafen uns auf Partys, knutschten mit Typen rum, die wir noch nicht so lange kannten. Tranken Alkohol, probierten hiervon und davon. Und das hatte zur Konsequenz, da ss man über dich redete. Das ärgerte, man versuchte beim nächsten Mal nicht wieder aufzufallen und die Momente der Zügellosigkeit verschwanden im Nirwana. Eine Zeitlang waren die Verfehlungen noch Thema, aber dann machte wieder jemand anderer Blödsinn und schon geriet man wieder in Vergessenheit. Aber heute gibt es Facebook, Twitter und Konsorten. Es werden Bilder ins Netz gestellt, die “besten” Freunde lächerlich gemacht. Bloßgestellt, in Situationen gezeigt, die zu meiner Zeit nur ein kleiner Kreis zu sehen bekommen hätte. Zugänglich gemacht, für die ganze Welt. Menschen, die den Angegriffenen gar nicht kennen, mitkommentieren und die Seelen noch mehr angreifen. Man kann ja so einfach anonym bleiben. (Ob man dem Opfer diese Sätze und Worte auch direkt ins Gesicht sagen würde?) Darum geht es in diesem Buch, wie sich Jugendliche in einem idyllischen Städtchen, in dem elitäre Eltern ihren Sprösslingen ein gemütliches, weichgespültes Leben ermöglichen, entwickeln. Welche Wege die jungen Menschen einschlagen, nachdem ein Mitglied ihrer Gemeinschaft sich das Leben genommen hat, an deren Entscheidung sie alle beteiligt waren. Eltern, die der Verantwortung für ihre Kinder nicht gewachsen sind oder keine Zeit für sie haben, so dass der Nachwuchs aus den Fugen gerät und zu unüberlegten Handlungen getrieben wird, oder gar in den Selbstmord. Die Geschichte beginnt mit dem dreizehnjährigen Tristan, der einem Mädchen aus seiner Klasse, seine Liebe gesteht. Er schreibt einen Brief (einen richtigen Brief!). Sie zeigt diesen Brief ihrer besten Freundin. Widerlich, findet die es, macht sich lustig und drängt die Angebetete dazu, den Brief den Freunden zu zeigen. Doch damit, tritt sie einen Stein los, der nicht mehr aufhören will zu rollen. Bei Facebook wird der Briefeschreiber beschimpft, gemobbt und fertig gemacht. Und nicht nur von den Menschen, die ihn kennen. Es melden sich Menschen zu Wort, die weder den Liebenden, noch die Angebetete kennen. Am Ende springt der Junge von der Golden Gate Bridge, begeht Selbstmord. Das Mädchen macht sich ewig Vorwürfe und verantwortlich dafür, dass der Junge sich das Leben nahm. Wie es den Freunden, den Mobbern, damit geht, und welche Wege diese einschlagen, das wird in diesem Buch erzählt. Warum verhielten sich die Freunde so? Und warum unternahm keiner etwas? Vorsicht, du wirst dieses Buch erst wieder aus der Hand legen, wenn du die letzte Seite gelesen hast. Lindsey Lee Johnson schreibt sehr eingehend. Sie beschreibt die jungen Menschen sehr einfühlsam und klar. Gefühle, die ihre Protagonisten niemandem erzählen können, dürfen wir lesen. Ein Debütroman, der wirklich gelungen ist!

