18. Juli
Bewertung:4

Kurzbeschreibung: Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt? *Quelle* Zur Autorin: Fiona McFarlane wurde in Sydney geboren, studierte an der dortigen Universität und promovierte an der University of Cambridge. Sie hat bisher Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften veröffentlicht, war Stipendiatin im Fine Arts Work Center in Provincetown, Massachusetts, im St. John's College in Cambridge, England, und ist gegenwärtig am Michener Center for Writers der University of Texas in Austin. Nachts, wenn der Tiger kommt ist ihr erster Roman; er erscheint in mehr als einem Dutzend Sprachen. Meinung: Ruth lebt seit dem Tod ihres Mannes Harry allein in einem abgelegenen Haus am Meer in Australien. Mit ihren beiden Söhnen hat sie meist nur telefonischen Kontakt und daher ist sie recht einsam. Eines Nachts wacht sie auf und meint, einen Tiger im Haus herumstreunen zu hören. Sie macht sich Gedanken, ob dieser Vorfall nun der Wahrheit entspricht oder ob das Altwerden etwas damit zu tun hat. Dann steht plötzlich die resolute Frida vor ihrer Tür, die angeblich vom Staat geschickt wurde, um sich um Ruth und deren Haushalt zu kümmern. Am Anfang genießt Ruth den neuen Kontakt zu dieser Frau, sie fühlt sich umsorgt und ist froh, mit jemandem reden zu können. Doch Frida schleicht sich immer mehr in das Leben von Ruth ein, fängt an sie zu bevormunden und zu kontrollieren. Was hat es mit dieser geheimnisvollen Frau auf sich? Nachts, wenn der Tiger kommt ist der Debütroman von Fiona McFarlane. Ruth ist ein ungemein sympathischer Charakter, der sich mit der Einsamkeit im Alter arrangieren muss und den Leser durch einige skurrile Angewohnheiten anzurühren vermag. Gerne würde man ihr eine helfende Hand reichen. Auf der anderen Seite ist da Frida, die vermeintliche vom Staat beauftragte Pflegerin, die sich in Ruths Leben einschleicht. Dieser Aspekt hat mich dann doch etwas gestört, denn weder Ruth zweifelt den Umstand an, dass eines Tages mir nichts dir nichts der Staat eine Pflegerin vorbeischickt. Auch ihre Söhne, vor allem Jeffrey, mit dem Ruth regelmäßig telefoniert, stören sich nicht daran und lernen Frida noch nicht einmal persönlich kennen. Dies war für mich etwas unglaubhaft. Dass mit Frida nicht alles mit rechten Dingen zugeht, ist von Beginn an klar. Sie vereinnahmt die alte Ruth immer mehr, macht ihr Vorschriften, nistet sich in einem ehemaligen Zimmer der Söhne ein und fängt an, Ruth immer mehr zu kontrollieren und zu manipulieren. Die arme Ruth lebt immer mehr in der Vergangenheit und in Träumen, bei ihr ist eine beginnende und auch fortschreitende Altersdemenz zu erkennen und somit hat die resolute Frida leichtes Spiel mit ihr. Das Ende kann kein gutes sein und somit ist dieses zwar abzusehen, aber macht, als es eintrifft, auch sehr traurig. Fiona McFarlane hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich wunderbar lesen lässt. Sie fängt nicht nur die Charaktere sehr gut ein, sondern auch die Szenerie des einsam gelegenen Hauses am Meer. Der Aspekt des Tigers, der laut Ruth nachts um und im Haus herumschleicht, stellte eine schöne Metapher dar, war mir aber ein wenig zu übertrieben. Trotzdem kann ich dieses Buch durchaus weiterempfehlen, denn es beschreibt die Thematik des Altwerdens in sehr schönen Worten mit einer Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Fazit: Ein zeitgenössischer Roman, der sich mit der Einsamkeit im Alter beschäftigt, aber auch mit der daraus resultierenden Gutgläubigkeit anderen gegenüber und wie diese diesen Umstand schamlos für sich selbst ausnutzen. Ein gelungener Debütroman!

Nachts, wenn der Tiger kommt
Nachts, wenn der Tiger kommtvon Fiona McFarlaneDVA
8. Feb.
Bewertung:4

Grundgeschichte: Die alte, leicht demente Ruth lebt alleine in ihrem Haus in Australien - bis Frieda auftaucht. Sie behauptet eine staatliche Pflegerin zu sein. Sicher ist man da von Anfang an nicht. Überhaupt weiß man nie so ganz genau was wirklich ist, weil man alles aus Ruth' Sicht erfährt. Hat mir gut gefallen, auch wenn (mir) schnell klar ist, worauf es hinaus laufen wird. 3-4 Sterne

Nachts, wenn der Tiger kommt
Nachts, wenn der Tiger kommtvon Fiona McFarlaneDVA
24. Okt.
Bewertung:1

Inhalt Wenn verborgene Ängste Wirklichkeit werden: Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt? (Kurzbeschreibung: www.amazon.de) Erster Satz des Buches "Um vier Uhr morgens wurde Ruth wach, und ihr schlaftrunkenes Hirn sagte >Tiger<." Fazit "Nachts, wenn der Tiger kommt" ist ein Roman der Autorin Fiona McFarlane. An dieses Buch gelangte ich deswegen, weil ich einer der Buecher.de Buchflüsterer bin und man mich mit diesem Buch als Leseexemplar überraschte. Wenn ich ehrlich bin, fällt dieses Buch unter die Kategorie "was, was ich mir nicht selbst aussuchen würde", jedoch habe ich bereits einige Bücher gelesen, die unter dieselbe Kategorie fallen würden - mit den besten Erfahrungen! Also schlug ich recht unvoreingenommen dieses Buch auf und Begann zu lesen. Zu Beginn startete das ganze auch recht interessant, denn eine ältere Dame, die im Bett liegt und Nachts das Gefühl hat, einen Tiger in ihrem Wohnzimmer zu hören, der begegnet man wirklich nicht alle Tage. Zu Beginn lernen wir also die alte Dame, mit Namen Ruth, etwas besser kennen und erfahren etwas davon, wie sie lebt. Sie wirkt von Anfang an sehr nett und sympathisch, wenn auch etwas seltsam und schrullig. Was mir besonders aufgefallen ist, sind die Macken, die sich Ruth so angeeignet hat, denn man könnte fast meinen, dass sie gewissen Zwängen unterliegt. Wenn sie beispielsweise die Treppe nach oben steigt, so muss es immer mit dem linken Bein beginnen und mit dem rechten abschließen und auch ihre Tabletten, die sie täglich einnimmt, wirken besser, wenn sie sie auf eine bestimmte Art und Weise einnimmt. Alles in allem wirkt sie also ein wenig zwanghaft, in ihrer Einsamkeit und manchmal tut sie einem ein wenig leid. Eines Tages kommt eine Fremde Frau in die Gegend, die sich als Frida vorstellt. Frida soll eine Art Haushaltshilfe für Ruth darstellen und so beginnt sich ihr Leben neu zu ordnen. Frida wirkte auf mich von Anfang an ein wenig seltsam, steif und etwas herrisch und man fragt sich tatsächlich, ob sie das darstellt, was sie vorgibt zu sein: eine einfache Haushaltshilfe, die einer alten Dame das Leben leichter machen möchte. Wie oben erwähnt, fand ich die ganze Geschichte zu Anfang recht interessant und auch dieser "übernatürliche" Touch des nächtlichen Tigerbesuches gefiel mir außerordentlich gut. Im Verlaufe dessen erfahren wir jedoch jede Menge aus Ruth's vergangenem Leben und genau da fangen die Probleme für mich an: Grundsätzlich bin ich sehr interessiert an geschichtlichen Daten, persönlichen Erlebnissen der Charaktere und allerlei Hintergrundinformationen, doch in diesem Buch nimmt dies nicht nur überhand, sondern der generelle Erzählstil der Vergangenheit sagte mir überhaupt nicht zu. Manche Szenen wurden unnatürlich ausgedehnt und auch der Inhalt von Ruths Vergangenheits-Episoden konnte mich nicht wirklich überzeugen. Zwischendurch schwenkt man dann wieder zurück in die Gegenwart, wo man jedoch nicht besonders lange verweilt, denn Ruth erzählt Frida sehr viel von ihrer Vergangenheit. Bei einem Telefongespräch, das Ruth mit ihrem Sohn führt, schweift sie einmal auch so extrem gedanklich ab, dass es für mich absolut nicht mehr nachvollziehbar war. Nach langem hin und her überlegen habe ich mich dann dazu entschlossen, das Buch nach etwas mehr als 110 gelesenen Seiten zuzuklappen und für mich als beendet zu erklären, denn: lesen sollte Spaß machen und wenn es sich zur Quälerei entwickelt, dann ist es einfach nicht das richtige. Alles in allem möchte ich dieses Buch einfach nicht bewerten, denn im Grunde will ich nicht behaupten, dass es ein schlechtes Buch ist - es entspricht nur absolut nicht dem, was ich normalerweise favorisiere. Wertung: keine, da nicht beendet.

Nachts, wenn der Tiger kommt
Nachts, wenn der Tiger kommtvon Fiona McFarlaneDVA
3. Apr.
Bewertung:3

Der Roman war interessant, aber auch nur für den Moment. Die Rezension gibt's nun auf unserem Blog: http://fluesternderbuecher.blogspot.de/2014/04/rezension-nachts-wenn-der-tiger-kommt.html Kurzbeschreibung: Die betagte Ruth wohnt in einem entlegenen Haus am Meer. Seit dem Tod ihres Mannes ziehen ihre Tage gleichförmig dahin, allein vom Rhythmus der Wellen und dem Klang des Windes geprägt. Eines Tages steht eine vom Staat geschickte Pflegekraft vor der Tür. Die tüchtige Frida übernimmt schnell das Regime, sie kümmert sich um Geldangelegenheiten und die Medikamente, sodass die alte Dame das Haus gar nicht mehr verlassen muss. Langsam entgleitet Ruth das Gefühl für die Realität: Gegenstände verschwinden, ein leerstehendes Zimmer scheint bewohnt, nachts schleicht ein blutrünstiger Tiger durchs Haus … und ist Frida wirklich die, für die sie sich ausgibt? Meine Meinung: In diesem Roman begleiten wir die ältere Dame Ruth, Witwe, mit zwei Söhnen, welche aber schon lange ausgezogen sind. Die zuckersüße Ruth lebt nun allein in einem Strandhaus bei Sydney, dass sie ursprünglich gar nicht beziehen wollte. Es war die Idee ihres verstorbenen Mannes, Harry, welchem eines Tages relativ unerwartet bei seinem täglichen Spaziergangs einen Herzinfarkt erleidet. Nun muss sie sich allein um Haus und Garten kümmern, was ihr nur schwerlich gelingt. Sie strukturiert ihren Tag nach Muster und Bedingungen. So regt sie sich zum Beispiel sich länger darüber auf, dass der Weg voll Sand ist, als sie brauchen würde ihn wegzufegen. Manchmal zählt sie die Wellen. Kommen nach einer Großen weniger als acht Kleine, steht sie auf und fegt den Sand weg. Und nachts wenn sie im Bett liegt, hört sie einen Tiger die Möbel im Wohnzimmer umstoßen und lauscht den Geräuschen des Dschungels. Auch zweifelt sie die Sinnlosigkeit mancher Ausübungen an - wieso sollte man morgens sein Bett machen, wenn man doch abends eh wieder alles verwühlt. Eines Tages taucht dann völlig unangemeldet Frida auf. Sie erklärt, dass sie vom Staat angestellt wurde, um Ruth ein wenig unter die Arme zu greifen, im Haushalt und bei ihren Erledigungen. Die Person Frida ist ebenso interessant wie unsympathisch, und das komplette Gegenteil von Ruth. Ihr Auftreten ist sehr plump und direkt. Wie ein Elefant. Sie bringt Ruth' kompletten Tagesablauf durcheinander, meckert, scheint es aber insgeheim gut zu meinen. Die Geschichte schreitet voran mit einer Stimmung, wie ich sie so noch nie gelesen hatte. Einerseits ist der Roman ziemlich ruhig und geradlinig. Dann gibt es jedoch wieder Szenen die sehr intensiv aus den Rahmen springen, ohne aber die Grundstimmung zu zerschlagen. Die Geschichte wirkt ziemlich konfus in ihrer Ordnung. Ebenso einzigartig ist auch der Schreibstil der Autorin. Sie beweist hier eine wirklich kreative Wortfindung und beschreibt Situationen oder Eindrücke so, wie man es selbst nicht ausdrücken würde, und es passt einfach. Es macht wirklich Spass zu lesen. Aber auch wenn es seine Momente hatte, muss ich sagen, dass es bei mir nicht hängen geblieben ist. Das liegt vermutlich auch daran, dass das Ende auf mich so wirr wirkte. Mir fehlt wohl das nötige Talent um den letzten Abschnitt (oder den Tiger) zu interpretieren und zu deuten. Es war schön, solange es wehrte, aber nichts, dass mir im Gedächtnis bleiben wird. So wie diese Situationen, die man im Nachhinein den Freunden erzählt und dann hinzufügt "Hm, ihr hättet wohl dabei sein müssen, um er zu verstehen.." Fazit: Die Geschichte hatte eine harmonische und witzig Grundstimmung und die Abstecher in die Erinnerungen von Ruth als junge Frau auf Fidschi waren immer sehr erfrischend. Alles in allem war es mir dann aber doch zu ruhig und Ruth's Schlussszene war für meinen Verstand nicht greifbar. Der Roman ist nicht für alle Altersgruppen, sondern eher etwas für Erwachsene - für junge Leser wohl eher nicht interessant -, deswegen von mir nur eingeschränkt empfehlbar.

Nachts, wenn der Tiger kommt
Nachts, wenn der Tiger kommtvon Fiona McFarlaneDVA