20. Juli
„Es gibt zwei Arten von Außenseitern, dachte Berger. Die, die dazu gemacht werden, und jene, die nichts anderes wollen. Die einen werden verachtet, die anderen verleumdet.“
Bewertung:3.5

„Es gibt zwei Arten von Außenseitern, dachte Berger. Die, die dazu gemacht werden, und jene, die nichts anderes wollen. Die einen werden verachtet, die anderen verleumdet.“

So, zu Beginn muss ich wohl erst erklären, wie ich zu diesem Buch gekommen bin: Denn Stephan Knösel gab eine Autorenlesung, in welcher er ein bisschen aus diesem Buch vorlas und zusätzlich etwas aus dem Nähkästchen plauderte. Und somit war klar, dass ich das Buch gerne lesen möchte, da es mir von Beginn an schon so gut gefallen hat. Ich bin eigentlich jemand, der immer versucht Autor/-in und Werk zu trennen, aber hier war es mir nicht möglich. Der Autor ist nämlich sowas von sympathisch, sowas hab ich noch nicht oft gesehen. So, zum Buch: Es war gut, nicht perfekt, aber gut. Der Schreibstil ist ausbaufähig. Die Erzählperspektive ist hier eher nicht geeignet. Da meinte aber der Autor, dass er sich bei seinem Debütroman nicht mehr getraut hatte. Natürlich verständlich, trotzdem aber ein Minuspunkt. Dann merkt man auch am Satzbau, dass er noch ein Anfänger war. Fast immer mit dem Subjekt anzufangen ist in einem Roman eben auch nicht der Burner. Der Stil ist aber ehrlich gesagt gut gewählt, nicht gezwungen jugendsprachlich und auch so, dass Jugendliche so heute auch noch sprechen. Das ist wirklich gut gelungen. 😊 Die Charaktere waren alle irgendwie sympathisch. Sie hatten alle ihre Eigenheiten, ihre eigenen Geschichten. Man sieht auch deutlich, dass Herr Knösel Menschen mit einer gebrochenen Biografie bevorzugt. Da er selbst gesagt hat, dass diese spannender sind. Und offen gestanden sind sie das auch. Besonders hat mich Cosmo mit seiner Mutter interessiert, deshalb hat mich das mit seiner Mutter auch irgendwie bewegt. Die Gefühle sind wirklich enorm realistisch dargestellt, was nicht zuletzt von Knösels eigenen Erfahrungen zeugt. Sehr eindrücklich. Man hätte auch da noch mehr aus den Figuren rausholen können. Sie waren noch etwas oberflächlich. Ich will damit gar nicht sagen, ich hätte mehr Drama gebraucht, sondern lediglich eine detailliertere Ausführung der Lebensgeschichten. Der Inhalt hat mir sehr gut gefallen. Es war nicht zu viel. Man wurde als Leser nicht so überfordert. An sich ein nicht schlechtes Buch. Das Ende konnte mich zusätzlich dann auch nicht ganz abholen ( die letzten 40 Seiten). Bin auch kein großer Fan von diesem offenem Ende. 🙃 PS: Will dieses Jugendbuch dauernd mit Tschick vergleichen.. Es war nämlich besser, nicht so aufgezwungen, überfordernd und auch an Jugendliche ( vor allem Jungs) gerichtet, die zwei, drei Jahre älter sind im Vergleich zu Tschick. Gäbe es Sympathiepunkte für Stephan Knösel, wären es mehr Sterne, so aber unter anderem durch das Ende 3,5 Sterne ⭐️.

Echte Cowboys
Echte Cowboysvon Stephan KnöselBeltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG