Eine ausführliche Geschichte des von Menschen verursachten Mülls und dessen Entsorgung. Enorm detailliert und ausführlich erzählt mit hunderten Quellen – liest sich daher fast wie ein wissenschaftliches Paper. Besonders spannend sind die Kapitel, die erklären wo und wie sich auch kolonialistische und rassistische Strukturen in der Geschichte der Müllentsorgung wiederfinden. Faszinierend, wenn auch in Teilen ein klein wenig redundant.
Das Buch erweitertet den Blick dafür, wie Menschen Müll handhabten und wie Abfall seit jeher die Lebensweise des Menschen prägt
In dem Buch „Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit“ zeichnet Roman Köster genau
diese Entwicklung nach. Angefangen mit der Frühgeschichte untersucht er, inwiefern Abfälle ein Problem für Menschen darstellten und welchen Umgang und Lösungen sie damit fanden. Durch die globalgeschichtliche Perspektive, werden Veränderungen sowie unterschiedliche Ansätze abhängig von Region deutlich. Globale Trends werden in den Blick genommen und der Bezug zu Stadtentwicklung, Industrialisierung, Kolonialismus und den Weltkriegen hergestellt. Der Autor arbeitet die Konjunkturen von Wiederverwertung und Wegwerfen heraus und belegt alles ausführlich mit Quellen.
Besondern die sich wandelnde Wahrnehmung von Schmutz und Sauberkeit waren interessant und wie sich das Wissen zu Statdthygiene, Giftstoffen und Umweltschäden weiterentwickelte. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass von der Frühgeschichte nicht so ein großer Sprung zum späten Mittelalter stattgefunden hätte, sondern auch die Jahrtausende dazwischen mehr Raum erhalten hätten.
Das Buch hat nicht den Anspruch einen Lösungsvorschlag zu liefern, es gibt andere Werke, die dies tun. Aber es erweitertet den Blick dafür, wie Menschen Müll handhabten und wie Abfall seit jeher die Lebensweise des Menschen prägt