Es war ein einziger Krampf, dieses Buch zu lesen, weil der Autor (Theologieprofessor, wie ich erst nach Beginn der Lektüre erfuhr), sich vor allem auf Religionsgeschichte und Kultur konzentrierte, dabei aber eher anmerkte, wo wer geboren wurde und wo er studierte, aber die Wirkung, die die einzelnen Personen im Leben auf ihre Umwelt hatten, unter den Tisch fallen lässt. Höchst unerfreulich war auch, dass William Wallace nur in einem Satz erwähnt wird, Rob Roy gar nicht und auch auf die Zeit der Clans nur ein Satz kommt - wann die Clanherrschaften offiziell abgeschafft wurden und ab wann Clans romantisiert wurden. Nebenher scheint der Autor ein Freund des Namedropping zu sein. Er scheint versucht, möglichst viele Künstler, Politiker und - wie bereits erwähnt - Religionsfiguren namentlich zu erwähnen, ohne größer darauf einzugehen, was sie überhaupt getan haben. Das muss der Leser dann seinerseits wohl in weiterführender Literatur selbst heraussuchen. Und auch viele erwähnte Relikte, Bilder, etc. wurden nur in Textform angerissen, aber weder genauer beschrieben, noch mit einer Abbildung unterlegt. Dann hätte man sie auch weglassen können. Und auch die angedeutete Eingangsfrage, wo die Unterschiede zwischen schottischer und englischer Kultur sind und woraus sie hervorgingen, bearbeitet Maier nicht weiter. Zwar erwähnt er die politischen Spannungen die einen Großteil der schottischen Geschichte ausmachen, Unterschiede im Detail werden aber nicht genannt und generell keinerlei Charakteristika des von ihm nur beiläufig erwähnten aufkommenden Nationalbewusstseins. Für mich als jemand, der gerne endlich mehr über Schottland erfahren wollte, als nur aus Hollywoodverfilmungen, ein höchst enttäuschendes Werk.
23. Sept.23. Sept. 2022
Geschichte Schottlandsvon Bernhard MaierC.H.Beck
