Obwohl es ein Thriller ist, steht das Leben der Obdachlosen und deren Erfahrungen im Vordergrund. Das ist auch spannend und bietet viele Einblicke, gehört sicher auch zum Backround der Geschichte, war aber nicht das, was ich erwartet habe. Die Charaktere sind durchaus interessant, teils einfach liebenswert wie Jenny mit ihrer Ratte. Der eigentliche Fall gewann erst zum Ende hin deutlich an Fahrt, was etwas schade war. Das Ende konnte mich dann aber auch nicht wirklich überzeugen. Ein netter Thriller, aber für mich kein Highlight.
Das Werk von Jules Gray spielt sich auf der Strasse ab. Obdachlose, Junkies, Alkohol, Gelalle und viele interessante Lebensweisheiten. Aber auch tragische Geschichten. Gemeinhin was man sich so unter dieser Szene vorstellt und ausmalt. Ich mag mich erinnern, wie ich das Buch vom Stapel genommen habe. Voller Vorfreude. Dann die ersten zwei Kapitel gelesen und zugeklappt. Bhuu, soll ich wirklich. Aber ab Kapitel drei hat’s mir endgültig den Ärmel reingezogen. Ich mochte sehr, dass es wieder mal ein Buch war, welches ohne vier Erzählstränge auskommt, welche sich dann irgendwie verweben und auflösen oder auch nicht. Man ist von Beginn weg mit Lou, der Hauptprotagonistin unterwegs. Schnell lernt sie auf tragische Art und Weise ihre Wegbegleiterin Jenny kennen. Eine junge Frau, ohne Schulabschluss, mit einem ausgezeichneten Gedächtnis und einem guten Gefühl für die Strasse. Aber auch mit den Problemen die das Leben ohne Wohnung so mit sich bringt. Lou trägt ebenfalls eine Bürde mit sich rum und das hat mich etwas gestört. Von allen anderen will sie alles wissen, aber selbst mag sie nichts Preis geben. Ihr gutes Recht, doch ist es nicht immer ein Geben und ein Nehmen? Als sich die Todesfälle in der Gemeinschaft der Wohnungslosen häufen, kitzelt dies die ehemalige Investigativjournalistin gewaltig. Sie muss hinsehen. Kurze Zeit später wird sie selbst attackiert vom Mann mit der Weste und der Sturmmaske. Immer häufiger begegnet sie ihm. Mal harmlos, mal in gefährlichen Situationen. Zufall? Mitnichten. Aber das sollt ihr selbst herausfinden. Lou und Jenny sind zwei sehr gut ausgearbeitete Hauptcharaktere. Man fühlt sie und geht mit ihnen mit. Ich mochte aber auch den Rechtsanwalt, welcher den Beiden hilft. Wenn nur mehr Menschen so wären. Über die eine oder andere Person kann ich hier nicht eingehen, ich würde sonst etwas verraten. Alles in allem habe ich «Todschwarze Nacht» sehr schnell durchgelesen. Wer noch auf der Suche nach einem guten Thriller ist. Da habt ihr ihn.
Knallhart und beklemmend
Man taucht in eine Nebengesellschaft ein, die nach anderen Regeln spielt und für die sich die „Normalen“ nicht interessieren. Der Mörder ist gnadenlos und völlig durchgeknallt und Lous Reise sauspannend. Ich habe das Buch innerhalb von 3 Tagen durchgelesen - und das mitten in der Arbeitswoche! Die Autorin bleibt auf jeden Fall auf meinem Radar.
„Todschwarze Nacht“ zeichnet durch großartige Charaktere aus, die eine grandiose Entwicklung durchlaufen. Dadurch wird es dem Leser ermöglicht, eine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Während mir alle Charaktere zugesagt haben, sind mir die beiden Hauptprotagonistinnen Lou und Jenny besonders ans Herz gewachsen. Beide haben ihre eigene spezielle Art, mit Macken und Eigenheiten, durch die man mit ihnen mitfühlen kann, und für sie mitfiebert. Die Spannung konnte konstant aufrechterhalten werden, und diese sorgt dafür, dass es einem schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Hätte ich das Buch nicht als Teil einer Leserunde gelesen, hätte ich es wohl in wenigen Tagen durchgelesen. Durchwegs wird man mit tollen Wendungen und Verläufen konfrontiert. Auch macht die emotionale Tiefe die Geschichte besonders fesselnd und berührend. Normalerweise empfinde ich keine sonderlich starken Emotionen beim Lesen, doch hier war ich öfter mal berührt. Besonders die Einblicke in die Vergangenheiten der Beiden haben mich mitgenommen. Hierzu hat natürlich auch der grandiose Schreibstil beigetragen. Die Autorin konnte Emotionen und Situationen perfekt beschreiben, ohne es gezwungen wirken zu lassen. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass das Buch auf Probleme von Wohnungslosen aufmerksam macht und einen Einblick in ihr Leben gewährt. Man erhält eine ganz andere Sicht auf das Thema Obdachlosigkeit. Zudem fand ich es toll, dass überhaupt ein Thriller geschrieben wurde, in dem wohnungslose Personen die Hauptrollen einnehmen. Während mich der Einstieg direkt packen konnte, und der Mittelteil meine Aufmerksamkeit halten konnte, hat mich das Ende noch ein Stück mehr begeistert. Jedes Kapitel, jede einzelne Seite war großartig. Bei einigen anderen Thrillern konnte ich die Auflösung bereits erahnen, hier jedoch absolut nicht! Generell war die Auflösung sehr gut ausgearbeitet und überdacht. Alles hat einen Sinn ergeben, klang glaubwürdig, und war trotzdem schockierend. Die letzten Seiten waren für mich ein grandioser Abschluss. Tatsächlich hätte ich mir kein besseres Ende vorstellen können (auch wenn es mich direkt nochmal berührt hat). Keine Fragen bleiben offen, und die Protagonistinnen erhalten einen ordentlichen Abschluss. Es fühlte sich auch nicht überstürzt oder gezwungen an. Somit kann ich abschließend voller Überzeugung sagen, dass „Todschwarze Nacht“ eine klare Empfehlung ist! Besonders wenn man auf der Suche nach einem Thriller ist, in dem zwar ein Haufen Spannung und Emotionen stecken, der aber auch mit großartig ausgearbeiteten Charakteren überzeugen kann, die sich stetig weiterentwickeln. Es würde mich freuen, bald mehr von Jules Gray zu lesen.

Thriller in bedrückender Atmosphäre
"Todschwarze Nacht" ist ein Thriller, der im Obdachlosen-Milieu spielt. Unabhängig von der Handlung schafft die Autorin es hier, die bedrückende Stimmung und die Lebensumstände so zu schildern, dass eigene Denkmuster hinterfragt werden. Das ist atmosphärisch hervorragend geschrieben. Die Protagonistinnen Lou und Jenny geraten in die bedrohliche Situation, Ziel eines Serienmörders zu sein. Schnell entwickelt sich ein "Katz-und-Maus Spiel" um Leben und Tod. Mehr möchte ich zur Handlung aber nicht verraten, um Leser*innen nicht vorzugreifen. Der Erzählstil ist spannungsgeladen, schnell und immer nah am Leben der Obdachlosen. Die Erzählperspektive wechselt teilweise zwischen den Protagonistinnen und dem Täter, was interessante Perspektivwechsel ergibt und die Spannung weiter aufbaut. Wer wirklich der Täter ist wird erst spät aufgelöst. Die Charaktere sind gut beschrieben und ich kann gut mitfühlen. Manche Nebencharaktere sind allerdings etwas kurz gekommen und auch der Täter ist etwas nach "Schema F". Aus dem Grund gibt es auch einen Stern Abzug. Alles in allem ein toller Thriller für alle, die Spannung lieben, auch bedrückende Szenen ertragen und auch Spaß daran haben, mitzufiebern und bei der Tätersuche mitzudenken.




