Bewertung:1★
Puh, was war denn das. Also ich hatte mir wirklich nichts Hochtrabendes vorgestellt, sondern einfach nur nette, seichte Unterhaltung ohne viel Denken zu müssen. “Gemeinsam ist man besser dran” war allerdings verschwendete Lesezeit. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich das Buch nach ein paar Kapiteln abgebrochen. Sprachlich ist es teilweise so schlecht, dass ich einer Freundin immer wieder besonders seltsame Sätze geschickt habe und ich mehr Spaß daran hatte, diese mit ihr zu zerpflücken, als beim Lesen des Buchs. Da sind Formulierungen drin, die den Figuren in den Mund gelegt werden, aber so redet absolut kein Mensch. Und dann der Inhalt. Puuuuh. Ich dachte anfangs, dass die ganze Soap-Darsteller-Sache vielleicht ironisch verwendet wird, aber nein. Hier wird ernsthaft suggeriert, dass ein Typ Ende 20, der mal ein paar Jahre in einer Soap gespielt hat a) allen in Köln ein Begriff ist und enorm viele Fans hat und b) obwohl er schon seit 2 Jahren nicht mehr dreht genug Geld hat, sich ein altes Theater zu kaufen (er bekommt noch was dazu, aber trotzdem – sind Immobilien in Köln so günstig?). Selbst zur Hochzeit der Soaps – die nun wirklich schon lange vorbei ist – wäre das unrealistisch gewesen. Die Konflikte, denen Protagonistin Tilda ausgesetzt ist, wirken total konstruiert und unnatürlich. Überhaupt wirkt sie eher wie eine Mittfünfzigerin und nicht wie 26. Und dann sind da noch die Figuren, die ein bisschen Diversität im Ensemble versprühen sollen. Bei der ehemaligen Obdachlosen und dem Jungen-für-alles mit türkischen Wurzeln, der nach einer Verletzung seine Profi-Fußballer Ambitionen aufgeben musste, wurde so tief in die Klischeekiste gegriffen, dass es wirklich nicht schön ist. Das Cover ist nett, das ist aber auch das einzige Positive am Buch. Keine Leseempfehlung.
Gemeinsam ist man besser dranvon Sylvia DeloyLübbe