8. Apr.
Bewertung:3

Spannende Geschichte in anstrengendem Schriftstil

Man benötigt eine gewisse Zeit, um sich an den langatmigen und ausgeprägten Schreibstil zu gewöhnen und sich mit der Geschichte und den Charakteren vertraut zu machen. Gedanklich schweift man immer wieder ab, weil es zeitweise anstrengend ist, hinterher zu kommen. Alles in allem beleuchtet die Autorin aber dunkle Ecken der Geschichte und bietet ein großes Spektrum an Gefühlen im ersten Weltkrieg.

Was wir zu hoffen wagten
Was wir zu hoffen wagtenvon Michaela SaalfeldLübbe
31. März
Bewertung:5

Ich habe mitgelitten und geweint als ich das Buch gelesen habe. Es schildert meiner Meinung nach offen und auf eine berührende Weise die Geschehnisse des 1. Weltkrieges. Die Geschichte die Michaela Saalfeld erzählt ist inspirierend und sollte auch in heutiger Zeit nicht vergessen werden, sondern deren Schlussfolgerungen gehört und geteilt werden.

Was wir zu hoffen wagten
Was wir zu hoffen wagtenvon Michaela SaalfeldLübbe
23. Sept.
Bewertung:4

In diesem Buch begleiten wir Felice, Willi und Ille für kurze Zeit durch ihr Leben. Das Buch beginnt 1918 mit dem Ende des Krieges, als Felice auf der Suche nach Informationen über das Verbleiben ihres Bruders auf dessen Schwarm Recha und auf ihre Schwester Ille trifft. Nach dem kurzen Prolog springt das Buch ins Jahr 1912 zurück, als Felice gerade 21 wird. Ihr größter Traum ist es, nicht nur Jura zu studieren, was ihr gelungen ist, sondern auch als Juristin zu praktizieren. Dies wird ihr auf Grund der geltenden Rechtslage nicht möglich sein, da sie ihre Praxiszeit nicht antreten darf und damit nicht zum zweiten Staatsexamen zugelassen werden wird. Willi hingegen soll das Bankhaus des Vaters übernehmen, schwärmt aber für die Welt des Films und lernt bald in Babelsberg Leute vom Film kennen, die ihn ernst nehmen und mitarbeiten lassen. Die kleine Schwester Ille möchte hingegen nichts als eine Familie und vor allem von ihrer großen Schwester Felice geliebt werden. Für sie geht sie eine arrangierte Ehe ein, um das Bankhaus der Familie zu retten und Felice zu beweisen, dass sie sie liebt. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und für alle drei und ihre Freunde ändert sich das Leben, sie alle müssen zwangsläufig erwachsen werden. Ich habe mich am Anfang mit dem Buch aufgrund des etwas sperrigen Schreibstils und der anfangs recht nervigen Protagonisten recht schwer getan und hatte sogar schon überlegt, das Buch abzubrechen. Doch nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, konnte ich die Eigenheiten der Hauptpersonen besser verstehen und tolerieren. Außer Ille sind mir wirklich alles ziemlich ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgebangt und für sie gehofft, dass es eine Lösung für ihre Probleme und Wünsche geben möchte. Michaela Saalfeld schreibt recht schonungslos. Felice wird ein wenig wie ein kalter Fisch dargestellt, hochintelligent aber gefühlsarm. Willi ist ein Träumer und am Anfang noch sehr kindisch unterwegs und Ille ist eigentlich ein kleines Dummchen, die alles tut um von Felice geliebt zu werden. Auch die Schilderungen der Schlachten im Krieg waren schnörkellos und teilweise sehr grausam. Aber niemals übertrieben. Dass der Ersteinsatz von Giftgas in einem Brief an Felice geschildert wurde, fand ich einen gelungenen Kunstgriff. So wurde der Einsatz dieser unmenschliche Kriegswaffe durch das Grauen der dort Beteiligten nachdringlich geschildert. Der Einsatz von Filmen und Fotos zu Propagandazwecken durch die Heeresleitung ist an dieser Stelle auch ein großes Thema. Ich kann das Buch nur empfehlen. Es ist ein Plädoyer nicht nur für die Frauenrechte, sondern auch für die Menschenrechte und ein gültiges Gesetz, das immer und für alle gilt. Außerdem ist es ein Aufruf gegen Gewalt und Krieg. Ich würde mich freuen, wenn es ein weiteres Buch um Felice, ihre Geschwister und Freunde geben würde, so wie es im Nachwort von der Autorin angedeutet wird.

Was wir zu hoffen wagten
Was wir zu hoffen wagtenvon Michaela SaalfeldLübbe