Anfangs zieht das Buch sich schon etwas und ich habe mich recht schwer damit getan. Aber ab dem ersten Todesfall wird es wesentlich besser, gegen Ende musste ich einfach immer weiter lesen.
Das Buch spielt im beschaulichen Oxfordshire im Jahr 1934, die Hauptpersonen Arbie und die Pfarrerstochter Val mochte ich sofort, auch Arbies verschrobenen Erfinderonkel, der ihn groß gezogen hat.
Eine etwas andere Geschichte, als man von Krimis erwartet, es besteht aber noch einige Luft nach oben.
Der junge Arbie ist von einem Tag auf den anderen als Schriftsteller des Buches „Die Geisterjagd: Ein Leitfaden für den Gentleman“ berühmt geworden. Durch diese Berühmtheit wurde er von seiner Nachbarin Amy Phelps dazu beauftragt eine Geisterwache in ihrem Anwesen durchzuführen.
Arbie versucht sich zu drücken, wird jedoch von seiner Freundin Val unterstützt das Ganze durchzuziehen.
Wie erwartet passiert während der Geisterwache nichts.
Als die Hausherrin jedoch durch den vermeintlichen Geist verletzt wird und es schließlich noch zwei Tote gibt, müssen Arbie und Val widerlegen, dass der angebliche Familiengeist dahintersteckt.
Das Buch ist mal etwas ganz anderes, teilweise vielleicht etwas zu langatmig an manchen Stellen, aber dennoch amüsant zu lesen.
Das Buch war sehr unterhaltsam und ließ sich gut lesen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich die Handlung zwischen dem Mord und der endgültigen Aufklärung etwas gezogen hat, da es lange kaum neue Erkenntnisse gab und man auf der Stelle trat. Gleichzeitig war die Aufklärung jedoch umso spannender und überraschender. Es geht viel darum, dass eigentlich jeder, der in den Mord verwickelt ist, ein Motiv hat, was viel Freiraum für Spekulationen beim Leser lässt! Und ist hier wirklich etwas Übernatürliches im Spiel? Nur die Leser wissen es ;-).
Das Buch war wirklich spannend und schön geschrieben. Für mich waren allerdings zu viele sidestorys drin, die im Endeffekt für die Story irrelevant waren. Dadurch hat es sich teilweise entwas gezogen.
Oxfordshire, 1924. Der junge Arbie Swift wird von seiner älteren Nachbarin, Miss Phelps, gebeten, in ihrem Haus eine Geisterwache abzuhalten, denn er ist der Autor eines berühmten Reiseführers zur Geisterjagd. Den hat er jedoch nur aus Langeweile geschrieben und um seinem Freund und Verleger einen Gefallen zu tun. Auf Drängen von Val, der Pfarrerstochter nehmen die beiden den Auftrag der alten Dame trotzdem an und finden sie einige Tage später tot in ihrem Haus – in einem verschlossenen Raum. Wer wollte Miss Phelps etwas antun und ist wirklich ihre eigene Familie in den Mord verwickelt?
Faith Martin ist eines der Pseudonyme der britischen Autorin Jacquie Walton, die bereits zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht hat. „Mord im Kerzenschein“ ist nun der Start einer neuen Reihe rund um die Protagonisten Arbuthnot „Arbie“ Swift und Valentina „Val“ Coulton-James und wurde von Karin Dufner ins Deutsche übersetzt. Erzählt wird die Handlung von einem auktorialen Erzähler, der meistens Arbie oder Valentina folgt, hin und wieder aber auch den Fokus auf anderen Szenen lenkt, in denen die beiden nicht anwesend sind, um so ein paar zusätzliche Hinweise zu geben.
Die Dynamik zwischen Arbie und Val ist herrlich. Arbie ist ein Sohn aus reichen Haus, der eigentlich nur darauf wartet, irgendwann sein Erbe anzutreten. Ambitionen hat er keine und er liebt das faule Leben. Val hingegen würde am liebsten ihr kleines Dorf verlassen, um etwas aus sich zu machen, aber ihre Eltern haben an sie nur die Erwartung, einem Mann eine gute Ehefrau und Mutter seiner Kind zu werden. Gemeinsam treiben die beiden sich gegenseitig an und fordern sich heraus. Dabei erinnern sie mich stark an Bobbie und Frankie aus Agatha Christies „Ein Schritt ins Leere“, auch wenn hier die Rollen etwas verschoben sind.
Der Kriminalfall an sich ist spannend und verbindet eine Geisterjagd in einem knarzenden alten Haus mit jeder Menge Geheimnisse und Familiendrama. Dabei führt uns die Autorin immer wieder an der Nase herum, wenn wir gerade das Gefühl hatten, den Fall gelöst zu haben. Bitte unbedingt mehr von Arbie und Val!