16. Apr.
Bewertung:4.5

Spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen und authentischen Charakteren - macht Lust auf mehr

Ich war skeptisch, wie man eine Fantasygeschichte auf so wenigen Seiten unterkriegt. Bei einem <300-seitigen Fantasyroman bleiben meiner Empfindung nach häufig Beziehungen, Charaktertiefe oder die Welt auf der Strecke. 😔 Matthias Lange gelingt das hier sehr gut. 👍 Viele Elemente der Welt bleiben angedeutet, da die Novelle in einem größeren Universum angesiedelt ist. Wer tiefer eintauchen möchte, kann sich bei den restlichen Romanen bedienen und diese Geschichte macht auf jeden Fall Lust dazu. ❤️ Die Erzählperspektive wechselt von dritter Person zu Ich-Perspektive. Ich kenne und mag so etwas mittlerweile. Wer sich damit allerdings schwertut, wird hier stolpern.⚠️ Mich hat etwas anderes irritiert: die Reihenfolge der Charaktere. Nach dem Prolog aus Sicht einer Nebenfigur beginnen wir die Geschichte mit Orlin (dritte Person) und kommen später zu Kwill (Ich-Perspektive). Für mich ist die erste Figur, die ich nach dem Prolog kennenlerne, der Haupt-Protagonist. Aber die Ich-Perspektive von Kwill und der Handlungsverlauf machen sie zum Hauptcharakter. Dass die Geschichte dennoch mit Orlin beginnt, hat mich gewundert. 🤔 Der Stil war für mich gewöhnungsbedürftig. Ich kann nicht genau sagen, was mich gestört hat, außer dass es für meinen Geschmack zu viele Inquits gab. Sie schnalzen, lenken ein, machen Druck, überdenken leise, ermuntern, geben kund … oftmals ohne Not. Wenn einer lacht und dann etwas sagt, ist “gab ich amüsiert zurück” überflüssig. 🤷‍♀️ Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Insgesamt hat Matthias Lange einen sehr angenehmen Stil und ich konnte nach kurzer Gewöhnungsphase gut in der Geschichte versinken. 😊 Apropos Geschichte: Die fand ich richtig toll. Ich mochte Orlin und Kwill mit ihren gegensätzlichen Charakteren sehr. 😄 Man ahnt, dass mehr hinter dem ganzen Fall steckt und das Warten auf die Enthüllung baut Spannung auf. Am Ende werden alle Fäden schlüssig zusammengeführt und es bleibt die Lust, mehr von dem ungleichen Duo zu lesen. Fazit: Wenn ihr kein Problem mit dem Wechsel von “er” zu “ich” habt und euch Eigenheiten am Stil nicht stören, kann ich euch das Buch empfehlen. Die Charaktere und die Handlung sind definitiv lesenswert. 💖

Das brennende Einhorn
Das brennende Einhornvon tredition