26. Dez.
Bewertung:3

„Schon beginne ich in alter Gewohnheit neuerlich zu romunizieren, den Romolog von damals fortzuführen. Lass Dich beromen. Fühle Dich umromt, Du schöne Stadt.“ Die Sprachspiele verleihen dem Buch eine Leichtigkeit im Umgang mit der Krebsdiagnose des Erzählers.

Rom sehen und nicht sterben
Rom sehen und nicht sterbenvon Peter WawerzinekPenguin
2. Okt.
Bewertung:2

Nach einem Schreibstipendium, für das er 10 Monate in die Villa Massimo in Rom eingeladen wird, bleibt Peter Wawerzinek zunächst weiter in Rom wohnen. Unterbrochen wird er von seiner Krebsdiagnose und muss sich in Berlin in Behandlung begeben. Schließt diese schließlich erfolgreich ab, verliebt sich und schreibt das vorliegende Buch in Form eines Briefromans. Ich habe ungefähr ein Viertel des Buches gebraucht um in die doch etwas eigenwillige Sprache reinzukommen, habe dann die nächsten 2 Viertel wirklich genossen um dann im letzten Viertel komplett die Lust zu verlieren. Hätte das Buch 40 Seiten weniger gehabt, hätte ich es mögen können. So aber hat es mich leider eher genervt zurück gelassen. Was wirklich toll ist (um noch was positives zu sagen) ist die Sprache und die Wortspielereien.

Rom sehen und nicht sterben
Rom sehen und nicht sterbenvon Peter WawerzinekPenguin
30. Sept.
Bewertung:3

Rom sehen und nicht sterben, ist ein Roman in Briefform, allerdings gibt es keinen Briefwechsel, keine Antwort. Im Prinzip adressiert er einfach die Leser und Leserinnen. Geschildert wird zunächst ein Aufenthalt des Erzählers in Rom zum Schreiben, dann eine Krebsdiagnose und deren Behandlung und zum Schluss, die Zeit nach der Krankheit. Zu Anfang fand ich den Schreibstil, mit oft sehr kurzen, teilweise Zweiwort-Sätzen und eigenwilligen Wortspielereien etwas gewöhnungsbedürftig, kam aber ziemlich schnell rein. Der Text hat häufig sehr plotarme Abschnitte, das macht aber die meiste Zeit nichts, weil der Protagonist des Buches eine Gedankenwelt präsentiert, die gut durch einen großen Teil das Buch trägt. Besonders gelungen fand ich den mittleren Teil, in dem sich der Erzähler mit seiner Krebserkrankung und vor allem deren Behandlung auseinandersetzt. Die sehr poetische aber auch gleichzeitig konkrete Herangehensweise an die Thematik hat mich absolut abgeholt und mir viel mitgegeben. Im letzten Viertel hat der Autor mich dann leider komplett verloren. Nach der Genesung las sich der Rest des Buches für mich wie ein überdimensionierter Epilog. Es verliert sich hier dann in Belanglosigkeiten und bleibt mit dem Erzählten viel zu oberflächlich. Schade.

Rom sehen und nicht sterben
Rom sehen und nicht sterbenvon Peter WawerzinekPenguin
16. Sept.
Bewertung:4.5

Ganz unerwartet habe ich hier einen Biefroman vorgefunden. Denn der Ich-Erzähler, erzählt dass, was ihm widerfahren ist, einer Person, der er einen Brief schreibt. So kommt dieses Buch gänzlich ohne Kapitel aus und das muss man schon mal mögen. Meins ist es jetzt nicht so wirklich. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt den ich habe. Dieses wirklich sehr persönliches Buch hat mich sehr ergriffen und mitgerissen. Auch die Pandemie spielt zwar kurz eine Rolle aber diese ist klein bzw. genau passend verwoben. Ich lese immer noch nicht gern über die Pandemie und war deswegen zunächst skeptisch was dieses Buch betrifft aber die Dosis war genau richtig, zumindest für mich. Schonungslos aber ebenso poetisch erzählt der Autor über diese Zeit in seinem Leben und was die mit ihm gemacht hat. Was dem Leser hier hilft und nicht mit verzweifeln lässt, ist wohl, dass der Autor noch da sein muss weil sonst hätte er uns ja seine Geschichte nicht erzählen können. Sehr persönlich und hoffnungsvoll, mich hat die Geschichte sehr berührt.

Rom sehen und nicht sterben
Rom sehen und nicht sterbenvon Peter WawerzinekPenguin