30. Dez.
Bewertung:3.5

Der Einfluss rücksichtsloser Menschen auf ihre Familie in mehreren Generationen ist u.a. Thema dieses Buches. Wer keine Verantwortung übernimmt, nur auf den eigenen Vorteil schaut und Gewalt in verschiedenen Formen auslebt, beeinflusst alle Menschen, mit denen er zu tun hat oder die ihm nachfolgen. Ich habe ein wenig gebraucht, um in die lakonische Sprache hineinzufinden, außerdem waren die Sprünge zwischen Erzählungen des Großvaters, der Mutter und der Tochter zeitweise ein wenig verwirrend. Außerdem waren die detailreichen Beschreibungen exzessiver, gewaltvoller Sexszenen für meinen Geschmack ein bisschen zu viel. Aber nichtsdestotrotz habe ich es sehr gern gelesen - vor allem hat mir gefallen, dass im Unterschied zu vielen anderen Büchern, in denen es um skrupellose, teils selbstverliebte Männer und ihre Machtpositionen geht, hier die Personen nicht nur einseitig und plakativ gezeigt werden. Die Männer haben auch einfühlsame und schüchterne Seiten, die Frauen werden keinesfalls idealisiert oder zu reinen unschuldigen Opfern gemacht. Diese sehr lebensnahe Mischung hat mich beeindruckt. Von der Kritik wurde es gefeiert; Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die starke Literatur (und auch Lyrik hat einen nicht zu vernachlässigenden Platz in diesem Werk!) mögen und gnadenlose Schilderungen gut aushalten. Vom Klappentext sollte man sich nicht täuschen oder beeinflussen lassen, der passt meines Erachtens so schlecht wie selten einer.

Vogelkind
Vogelkindvon Anne EnrightPenguin