18. Juni
Bewertung:4.5

Die Unheilbringende... die Starke, die Furchtlose. Die Einsame. Die Ich-hab-keine-Wahl-als-stark-zu-seinige.

Malnata die Unheilbringende – so wird sie nach einem Unglück von aller Welt bezeichnet. „Ihren richtigen Namen zu sagen, brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchen. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen.“ (S. 1) Was sie wirklich war, ist ein unbeugsames und vor allem unschuldiges Mädchen im Italien der 30er Jahre. Dennoch muss sie diese Bezeichnung tagtäglich ertragen, wird von der ganzen Gesellschaft gemieden und denunziert. Doch Francesca ist fasziniert. Sie ist so stark, furchtlos und niemand scheint Maddalena (so ihr wahrer Name) etwas vorschreiben zu können. Francesca dagegen ist ein Mädchen aus gutem Hause und so ziemlich das komplette Gegenteil: beschützt aufgewachsen, unwissend und naiv. Hinter dieser beginnenden Freundschaft bringt einen das Buch direkt in die Zeit des Faschismus unter Mussolini und in ein konservatives Italien. Die allgegenwärtige Bedrohung dieser politischen Ära und auch der daraus resultierende Angriffskrieg Mussolinis gegen Abessinien sind nahtlos in die Erzählung verwoben, sodass man die Stimmung innerhalb der Bevölkerung und auch deren Einzelschicksale unglaublich gut greifen und mitfühlen kann. Die Konsequenzen des Kriegs treffen auch schon die beiden jungen Mädchen, und es zeigt sich, wie reif die auf sich selbst gestellte Maddalena ist – ganz im Kontrast zur behüteten und stets „klein gehaltenen“ Francesca. Doch Maddalena bringt sie auch dazu, vieles zu hinterfragen. Es ist schön zu beobachten, wie Francesca zunehmend um ihre Eigenständigkeit kämpft und zu einer selbstbewussteren Persönlichkeit heranwächst. Das Buch erzählt von einer Freundschaft mit Höhen und Tiefen und zeichnet gleichzeitig ein wichtiges, lehrreiches und stimmungsvolles Bild einer politisch gespaltenen Gesellschaft sowie der Mittel faschistischer Mächte und ihrer Methoden, Menschen dazu zu bringen, mitzuspielen – denn nicht selten bedeutet Widerstand den Ruin und den Ausschluss aus der Gesellschaft. Malnata ist ein wundervolles Buch mit viel Stimmung, Tiefgang, durchdachten Charakteren und mit Frauen die für sich kämpfen. Ich habe jede Seite geliebt.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
8. Juni
Bewertung:4.5

Das Buch „Malnata“ hat mich ziemlich überrascht.

Ich hatte einen feministischen Coming-of-Age-Roman erwartet. Also eine eher historische Geschichte über weibliche Selbstbestimmung, Freundschaft und Rebellion. Obwohl all dies im Buch enthalten ist, wirkt „Malnata“ beim Lesen weit düsterer, intensiver und bedrückender. In den 1930er Jahren wächst die folgsame Francesca in einer strengen italienischen Gesellschaft auf, die von Regeln und Kontrolle dominiert wird. Als sie die ungezähmte und von allen gefürchtete Maddalena trifft, beginnt sie allmählich, die Welt der Erwachsenen und deren Welt infrage zu stellen. Die beiden Mädchen entwickeln eine intensive Freundschaft, während Misstrauen, Vorurteile und Faschismus um sie herum zunehmen. Die Atmosphäre des Romans hat mich beim Lesen beeindruckt. Eine latente Bedrohung schwebt über allem. Der Faschismus der 30er Jahre unter Mussolini als „Duce“ ist dabei oft eher im Hintergrund spürbar, aber genau das fand ich interessant. Er dringt in den Alltag ein, manifestiert sich in Gehorsam, Kriegsbegeisterung, Kontrolle, Scham und im Umgang mit Frauen. Das Buch kritisiert weniger den Faschismus als System, sondern vielmehr, wie sich Menschen durch eine patriarchalische und autoritäre Denkweise verändern. Sprachlich ist der Roman sehr klar und bildhaft geschrieben. Hitze, Flusswasser, schmutzige Knie, Gerüche. Dadurch entsteht ein starker literarischer Sog, der mich schnell in die Geschichte gezogen hat. Bei Maddalena hatte ich irgendwie eine Mischung aus Ronja Räubertochter und der Roten Zora im Kopf. Allerdings in einer viel düstereren und realistischeren Ausführung. Im Vergleich zu diesen beiden Figuren ist Maddalena deutlich schwerer und tragischer angelegt. Sie erscheint weder abenteuerlich noch romantisch. Genau dadurch wirkt sie härter, verletzter und oft aggressiver. Sie erscheint verwahrlost, trotzig, impulsiv und von der Gesellschaft isoliert. Das ließ sie für mich authentisch erscheinen. Ihr Rebellieren basiert nicht auf einem idealistischen Motiv, sondern eher auf dem Gefühl, dass es für sie keine andere Möglichkeit gibt. Das Buch wird stark davon bestimmt, wie Schuld und Ausgrenzung weitergegeben werden. Im Dorf wird Maddalena wie ein schlechtes Omen behandelt. Die Bezeichnung „Malnata“ erhält dadurch einen archaischen Zug, der fast an eine Hexe erinnert. Die Gemeinschaft benötigt eine Person, auf die sie ihre Angst und Schuld projizieren kann. Beeindruckt hat mich, dass der Roman seine Grausamkeit manchmal bewusst bricht. Das Kapitel mit der Gänsezunge zum Beispiel. Zu Beginn scheint die Szene so, als würde sie in eine typische Grausamkeit der Welt der Erwachsenen umschlagen. Da das Buch immer wieder demonstriert, wie grausam und verletzend Menschen sein können, erwartet man als LeserIn automatisch das Schlimmste. Und genau das geschieht dann nicht. Die Szene endet, ganz anders als man gedacht hätte, in einer viel menschlicheren Weise. Die Autorin demonstriert, dass selbst in einer derart faschistischen und patriarchalisch vergifteten Umgebung kleine Augenblicke von Menschlichkeit möglich sind. Francescas Entwicklung fand ich ebenfalls sehr gelungen. Francescas Perspektive auf die Welt dreht sich komplett. Sie beginnt langsam zu verstehen, wie viel Heuchelei, Angst und Gewalt hinter der angeblichen Ordnung steckt. Ein tolles Buch, das bei mir noch lange nachgewirkt hat. 4,5 von 5 Zitate: „Die Leute geben ihr diesen grausamen Namen, fuhr er fort und steckte sich die Zigarette in den Mund. Soe hat ihn immer wie eine Rüstung getragen. Sie ist ein stolzes Mädchen. Was andere sagen, kümmert sie nicht. Und das ist heutzutage das Einzige, worauf es ankommt.“ „Ernsto sagt immer: Worte sind keine Kleinigkeit, Maddalena. Man darf sie nicht einfach gedankenlos dahinsagen. Dann werden sie gefährlich.“ „Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte, Du gehörst mir, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: ich gehöre niemanden.“

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
5. Juni
Bewertung:4.5

Ich habe vor gar nichts Angst...

Inhalt: Eine junge Frau mit einem unbeugsamen Willen. Und eine Gesellschaft, die versucht, sie zu brechen. Unter der sengenden Sonne der Lombardei im Jahr 1935 begegnet Francesca zum ersten Mal Maddalena, die von allen im Ort nur »Malnata« genannt wird: »Die Unheilbringende«. Francesca – zu Konformität und Gehorsam erzogen – ist sofort fasziniert von dem barfüßigen Mädchen, dessen Hände immer schmutzig sind, die Augen voller Trotz. Entgegen allen Warnungen freundet sich Francesca mit Maddalena an und lernt mit der Zeit, den Lügen der Erwachsenen zu misstrauen. Doch in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für weibliches Freiheitsdenken, ist jedes falsche Wort und jede unfolgsame Tat eine Gefahr … Meinung: Man wird mit voller Wucht in den Roman geschmissen, ab der ersten Zeile! Jeder möchte wahrscheinlich mehr wie Malnata sein. Unbeugsam, direkt, stark, selbstsicher, kämpferisch, rebellisch und unnahbar aber keiner will das erlebt haben um genau so zu werden. Denn um so eine Persönlichkeit zu entwickeln, muss viel passiert sein. Wenn man dazu bedenkt, dass es hier um Kinder geht. Es ist ein feministischer Roman der deutlich den Klassenunterschied zeigt und die Rollenerwartung der Frau und junger Mädchen. Es zeigt was es heißt ein selbstbestimmtes Lebens zu leben und was Freundschaft bedeutet. Die historische Komponente im Roman im Zusammenhang mit der Eindruckvollen Geschichte wurden super umgesetzt. Der Schreibstil ist direkt, Gefühlvoll und klar. Dadurch liest sich das Buch flüssig. Es ist alles sehr bildlich dargestellt und man spürt die italienische Sonne auf der Haut. Aber auch die Steine und Splitter. Ich kann klar empfehlen weise aber auch auf eine Triggerwarnung hin sexuelle Gewalt und Suizid.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
30. Mai
Bewertung:5

Große Empfehlung!

Das Buch beschreibt sehr gut das Leben von Frauen in den 30ern in Italien und das mit sehr tollen Mädchenfiguren, die einfach richtig stark sind. Sexualisierte Gewalt ist Teil der Geschichte. Starkes sich dagegen auflehnen und es benennen auch.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
20. Mai
Bewertung:4.5

Ein sehr gelungenes Buch, welches mich stark berührt hat. Das Denken und Handeln der Menschen um Malnata ist grausam und fragwürdig. Francesca will sich anfangs nur abheben und aus der höherklassigen Gesellschaft ausbrechen. Sie zeigt ihre rebellische Seite und wird dabei immer mutiger. Sie zeigt zum Schluss Eigeninitiative und nimmt sich ein Beispiel an ihrerm Vorbild Malnata. Rührend wie zwei Mädchen zusammenhalten und gemeinsam erwachsen werden.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
14. Mai

„Malnata“ ist ein Coming-of-Age-Roman. Eine feministische Erzählung, im faschistischen Italien der 30er Jahre.
Bewertung:4

„Malnata“ ist ein Coming-of-Age-Roman. Eine feministische Erzählung, im faschistischen Italien der 30er Jahre.

Malnata ⭐⭐⭐⭐☆ 🇮🇹📖 Malnata entführt uns in die Lombardei des Jahres 1935 – mitten hinein in ein Italien, das von Faschismus, patriarchalen Strukturen und strengen katholischen Moralvorstellungen geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die elfjährige Francesca, die behütet, aber gleichzeitig eingeengt aufwächst, bis sie auf die geheimnisvolle „Malnata“ trifft 👧🏼✨ – ein Mädchen, vor dem das ganze Dorf warnt. Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Romans 🌫️. Das italienische Kleinstadt-Setting wirkt unglaublich lebendig und man spürt förmlich die staubigen Straßen, die Enge der Gesellschaft und die unterschwellige Gewalt jener Zeit. Vor dem Hintergrund von Mussolinis Herrschaft und des Abessinienkriegs ⚔️ entsteht eine bedrückende, aber gleichzeitig faszinierende Kulisse. Auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen Francesca und der Malnata ist stark erzählt ❤️‍🔥. Francesca beginnt durch diese Begegnung, die Welt und ihre eigene Familie mit anderen Augen zu sehen 👀. Themen wie Mut, Widerstand und Selbstbestimmung ziehen sich eindrucksvoll durch die Geschichte ✊🏼📚. Besonders das Zitat „Kein Ziegel war vom Dach gefallen, um mir den Schädel zu zertrümmern, keine Atemnot ließ mich ersticken, kein plötzlicher Herzstillstand. Obwohl ich mit der Malnata gesprochen und ihr in die Augen gesehen hatte, war nicht der Leibhaftige erschienen, um mir mit Gewalt die Seele zu entreißen.“ 🖤 zeigt wunderbar, wie Francesca langsam erkennt, dass Angst und Vorurteile oft nur gesellschaftlich erzeugt werden und Erwachsene nicht immer die Wahrheit sagen 🖤. Trotz vieler Stärken war das Buch für mich aber kein absolutes Highlight. Die Handlung hat zwischendurch einige Längen ⏳ und viele Figuren bleiben sehr eindimensional. Fast alle Erwachsenen erscheinen ausschließlich grausam, schwach oder komplett unfähig 😒. Grautöne fehlen hier leider oft. Dadurch wirkt die Einteilung in „Gut“ und „Böse“ stellenweise etwas zu simpel. Eine positive Ausnahme ist Francescas Haushaltshilfe Carla 🤍, die deutlich menschlicher und differenzierter dargestellt wird. Insgesamt ist Malnata jedoch ein atmosphärischer und eindringlicher Roman über Freundschaft, gesellschaftliche Zwänge und das Aufbegehren gegen ein unterdrückendes System 🇮🇹🔥. Wer historische Romane mit starkem italienischem Setting und emotionaler Coming-of-Age-Geschichte mag, wird hier definitiv fündig 📚✨

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
23. Apr.
Bewertung:5

Einfach großartig!Wow! Ein wahnsinnig beeindruckendes Buch voll Stärke, Mut und Freundschaft! Absolute Leseempfehlung!

„Erwachsen und eine Frau zu sein, bedeutete vielleicht genau das: Es hatte nichts mit dem Blut zu tun, das einmal im Monat kam, auch nichts mit den Bemerkungen der Männer oder mit schönen Kleidern. Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: »Du gehörst mir«, in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: »Ich gehöre niemandem!«“ „Mittlerweile wusste ich, dass die eigentliche Gefahr von den einschmeichelnden Stimmen ausging.“

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
18. Apr.
Bewertung:5

💫💫💫💫💫 "Worte", antwortete sie. "Worte sind gefährlich, wenn man sie gedankenlos ausspricht."

Eine erwachsene Frau zu sein, bedeutete, einem Mann, wenn er sagte: "Du gehörst mir", in die Augen zu sehen und ihm zu antworten: "Ich gehöre niemandem."

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
16. März
Bewertung:4

Der Einstieg auf den ersten Seiten ist sehr heftig. Dann erfährt man rückblickend, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte. Es ist eine Geschichte über zwei heranwachsende Mädchen, die ihre ersten Erfahrungen mit dem eigenen Körper, z.B. der ersten Menstruation machen. Es ist aber ebenfalls ein Buch über patriarchale Strukturen in Zeiten des Faschismus. Sehr gut gefallen hat mir die Annäherung von Francesca und Maddalena („Malnata“). Anfangs mit einer Neugierde und Unsicherheit, die bald dem guten Gefühl weicht, das beide füreinander entwickeln. Berührend, wie Francesca vom ersten Augenblick an ihrem Gefühl vertraut und immer an Maddalena’s Seite bleibt. Und das obwohl mehrere Menschen vom Kontakt mit ihr abraten. „Malnata“ wird als Unglücksbringerin angesehen und jedem, der ihr begegnet, wird etwas Schlimmes (Tod, Unfall) widerfahren - so die Meinung der Leute im Dorf. Ich empfand die Geschichte sehr realistisch dargestellt. Besonders gut gefallen hat mir die bildhafte Sprache. Teilweise hatte ich das Gefühl Teil der Beobachtungen (insbesondere von Francesca) zu sein! Die damalige Zeit und die Gepflogenheiten werden eindrücklich eingefangen. Mich haben die Erfahrungen der beiden Mädchen sehr nachdenklich gestimmt. In mir hat sich eine bedrückende und melancholische Stimmung breit gemacht. So geht es unter anderem um sexualisierte und körperliche Gewalt, Krieg, Tod und Tierquälerei. Daher keine uneingeschränkte Empfehlung.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
8. März
Bewertung:4

Eine erwachsene Frau zu sein bedeutet, niemandem zu gehören – und endlich das Recht einzufordern, über das eigene Leben zu bestimmen.

Eine Hommage an die Freundinnenschaft, weiblicher Solidarität, Mut und Unerschrockenheit. Zwei Freundinnen, die einander den Rücken stärken, kämpfen gemeinsam für mehr Gerechtigkeit und widersetzen sich der harten männlichen Gewalt, die ihnen auf ihrem Weg immer wieder in unterschiedlicher und oft boshafter Form begegnet. Ein Hoch auf Malnata und Francesca! Danke für die wunderbare Geschichte!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
18. Feb.
Bewertung:3

Über die Freundschaft zweier Mädchen im Italien der 1930er Jahre. Die eine Außenseiterin, Rebellin und durch und durch feministisch. Die andere angepasst mit dem Drang nach Freiheit. Das Ende kam mir deutlich zu plötzlich. An sich hat mir der Schreibstil und die Geschichte gut gefallen. Allerdings bleibt es bei mir ohne Nachhall.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
25. Jan.
Mädchenfreundschaft und Mut im faschistischen Italien der 30er Jahre⛓️‍💥📜
Bewertung:4

Mädchenfreundschaft und Mut im faschistischen Italien der 30er Jahre⛓️‍💥📜

Endlich habe ich mich an das Buch gewagt. Die Geschichte spielt im faschistischen Italien der 1930er Jahre. Francesca, ein angepasstes Mädchen aus gutem Haus, freundet sich mit Maddalena an – der ausgegrenzten „Malnata“, die im Dorf als gefährlich und verdorben gilt. Zwischen den beiden entsteht eine intensive, heimliche Freundschaft, die Francesca innerlich verändert und ihr eine neue Sicht auf Freiheit und Ungerechtigkeit eröffnet. Die Tragik liegt darin, dass ihre Verbindung in einer engen, moralisch harten Gesellschaft kaum bestehen kann. Ich fühle eine Schwere und eine Melancholie, die so nur italienische Geschichten in mir wecken können. Klare Empfehlung!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
20. Nov.
Bewertung:5

Ein Coming-of-Age-Roman, der tief berührt.

Zwei Mädchen, zwei Welten, ein gefährliches Italien der 1930er-Jahre: Francesca, die wohlbehütete Tochter aus gutem Haus, trifft auf Maddalena, das „Malnata“ – wild, frei, rebellisch. ⚡️Zwischen ihnen entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die beide zwingt, über Grenzen hinwegzusehen und sich den düsteren Entwicklungen ihrer Zeit zu stellen. Während Faschismus, familiäre Erwartungen und soziale Zwänge enger werden, kämpfen die beiden Mädchen um Selbstbestimmung, Loyalität und ihr eigenes Überleben. Ich fand Malnata unglaublich gut! 💭 Dieses Buch hat eine Sogkraft, die einen ab der ersten Seite packt – ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Atmosphäre ist dicht, die Spannung konstant und jede Szene sitzt.👌🏻 Die beiden Protagonistinnen Francesca und Maddalena sind so präzise und lebendig gezeichnet, dass man förmlich mit ihnen mitfiebert, hofft, bangt und leidet. Ein Coming-of-Age-Roman, der tief berührt. 🫶🏻 Eine absolute Leseempfehlung – und definitiv eines meiner Jahreshighlights 2025! 🌟 Vielen lieben Dank @team.bloggerportal @penguinrandomhouse und @penguinbuecher für dieses unglaublich gute Rezensionsexemplar! 🙏🏻

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
5. Nov.
Leise kommt dieses Buch daher und wütet bis zum Ende.
Bewertung:5

Leise kommt dieses Buch daher und wütet bis zum Ende.

Italien 1935 zu Zeiten des Faschismus. Eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die erwachsen werden und unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Geschichte über das finden der Stimme, über das Ablegen von Fremdbestimmung, über Emanzipation, tiefe Freundschaft, Loyalität und Empowernment. Ein sehr sozial-kritischer, nachdenklicher und brandaktueller Roman. Hallt nach, lesenswert!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
20. Sept.
Bewertung:5

Malnata von Beatrice Salvioni "Mein Bruder sagt, das Einzige, was Frauen lernen müssen, ist, sich Hinzugeben, ohne etwas zu fordern. Dich wenn du ein Mann bist, nimmst du dir einfach, was du willst, Papa sagt das auch immer." Seite 172 "Wenn ich groß bin, dann lerne ich, mit der Muskete zu schießen und nehme mir die Frauen des Feindes." Seite 170

Wow, Wow, Wow, was ein kraftvoller, beeindruckender und aufsehenerregender Roman 💪🏼💪🏼💪🏼 über die weibliche Selbstbestimmung. Eine feministische Story über Freundschaft, Solidarität und Klassenunterschiede, in einer Zeit des sozialen und politischen Umbruchs im Jahr 1935 in Italien. 2 Mädchen, die von ihrer sozialen Schicht nicht unterschiedlicher sein könnten, kämpfen gemeinsam gegen gesellschaftliche Konventionen und Unterdrückung. Maddalena, die von allen nur die Malnata "die Unheilbringende" genannt wird und Francesca, aus "gutem" Hause, die die Malnata immer heimlich beobachtet hat und sie für ihre Freiheit bewunderte. Francesca wünscht sich wie die Malnata zu sein, eine Frau mit einem unbeugsamen Willen. Gegen den Willen der bigotten Familie und der Gemeinschaft, freunden sich die beiden an und Francesca fühlt sich endlich lebendig und lernt die Wichtigkeit kennen, füreinander da zu sein und füreinander einzustehen. Gemeinsam stellen sie sich gegen die Unterdrückung der Frauen und machen sich zum Ziel, als erwachsene Frau auf die Aussage eines Mannes "du gehörst mir", ihm in die Augen zu sehen und zu sagen: "Ich gehöre niemandem!" Auf diesem Weg stellen sie fest, dass Dinge, die sich das Volk nicht erklären kann, entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt sind aber auf jeden Fall niemals die Schuld der Männer sind. Die Erzählweise von Beatrice Salvioni ist direkt und klar, ohne Situationen zu verschönern. Und genau deshalb liest man die Geschichte mit einer Leichtigkeit, welche oftmals Wut und Unglauben auslöst und die Charaktere einem sehr zugänglich machen. "Sie wollen nicht wahrhaben, das ein Mann wie er uns Mädchen so schmutzige Dinge antun kann. Aber genau das hat er getan. Und wir werden nicht länger schweigen." Seite 246 Auch für unsere heutige Zeit wünsche ich mir viel mehr Malnatas und Francescas, die ihre Charaktere nicht verbiegen lassen und uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf Konsequenzen für die Rechte der Frauen, gegen Diskriminierung und Unterdrückung kämpfen. Ein sensationelles Buch, das unbedingt gelesen sein muss!!!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
16. Sept.
kraftvolles Debüt mit viel Atmosphäre bietet, aber stellenweise nicht ganz stimmig
Bewertung:3.5

kraftvolles Debüt mit viel Atmosphäre bietet, aber stellenweise nicht ganz stimmig

[unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar] Beatrice Salvioni - Malnata Malnata ist ein Roman, der mich gleichzeitig gefesselt und zwiespältig zurückgelassen hat. Die Atmosphäre ist intensiv, die Sprache eindringlich, und an vielen Stellen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders die Art, wie Nähe, Mut und Rebellion spürbar werden, macht die Geschichte stark. Gleichzeitig hatte ich immer wieder das Gefühl, dass manche Themen zu schwer im Raum stehen oder zu wenig reflektiert werden. Die Figuren sind bewusst kantig und fehlerhaft gezeichnet – das macht sie glaubwürdig, erschwert mir aber auch die emotionale Bindung. Vor allem das Ende wirkt eher unruhig und hinterlässt meiner Meinung nach mehr Fragen als Antworten. Für mich ein kraftvolles Debüt, das viel Atmosphäre bietet und lange nachhallt, aber stellenweise nicht ganz stimmig wirkt. 3,5/5⭐️ Vielen Dank an das @team.bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
30. Aug.
Bewertung:4

„Es ist nicht leicht, sich vom Körper eines Toten zu befreien.“ Mit diesem Satz beginnt Beatrice Salvioni ihren Debütroman „Malnata“ und macht sofort klar, dass es keine leichte Geschichte über eine Mädchenfreundschaft wird. Im Gegenteil - Francesca und Maddalena, von allen nur die Malnata, die Unheilbringende, genannt, kommen aus zwei verschiedenen Welten. Francesca ist das Kind einer Fabrikantenfamilie, gut erzogen, angepasst, weiß, "was sich gehört". Maddalena stammt aus einer Arbeiterfamilie, die Mutter ist nach dem Tod des Vaters alleinerziehend. Sie ist aufmüpfig, begehrt gegen das System auf, was im faschistischen Italien des Jahres 1935 nicht üblich war. Und doch freunden sich die beiden ungefähr zwölfjährigen Mädchen an und schlagen so manche Schlacht gemeinsam, verbringen jede freie Minute gemeinsam. Doch die Idylle hält nicht lange an, zum einen möchte Francescas Mutter nicht, dass ihre Tochter mit "so einer" befreundet ist und Maddalenas Bruder Ernesto muss in den Krieg in Ostafrika ziehen. Beatrice Salvioni zeichnet ein Bild zweier Mädchen, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft befreundet sind und auf ihre Art aufbegehren. Sie halten gegen alle Widerstände zusammen und wachsen an- und miteinander. Die Autorin beleuchtet das Leben im Italien der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und zeigt auf, wie das Leben durch den Faschismus geprägt wurde, wieviel Misstrauen untereinander war und wie viel Aberglauben es auch immer noch gab. Das beste Beispiel dafür ist Maddalena, die für viele Unglücksfälle in ihrem Umfeld verantwortlich gemacht wird. Das einzige Manko des Buchs ist, dass die Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist, es wird noch einen zweiten Teil geben, auf den ich jetzt ungeduldig warte.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
3. Aug.
Bewertung:4.5

In Italien vor 100 Jahren wird gefürchtet, was nicht sein soll. Deshalb wird ein Mädchen, dessen Familie von mehreren Schicksalsschlägen heingesucht wurde, als Unglücksbotin gemieden und Malnata genannt, übersetzbar mit Missgeburt. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert. Nach diesem Motto lebt die Malnata, hat eine Hand voll Freunde und scheut sich nicht, die faschistische Freunderlwirtschaft anzuprangern, die devote Haltung der Frauen gegenüber der Männer zu kritisieren. Starke Frauen, wichtige Themen und nicht wegschauen... zu empfehlende Lektüre

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
15. Juli
Bewertung:5

"Ich hätte es nicht für möglich gehalten." "Was?" "Dass man sich auflehnen kann", antwortete ich. "Das habe ich von dir gelernt."

Was für ein wunderbares Buch über die Macht der Freundschaft, weibliche Solidarität und den Mut, über seinen Schatten zu springen und sich zu behaupten. Ganz große Empfehlung!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
11. Juli
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5
📖 Seiten 272
📚 Hardcover
Bewertung:4.5

⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5
📖 Seiten 272
📚 Hardcover

Ein Buch das mich anzog, Eine Geschichte die ich finde gelesen werden sollte und doch nicht so einfach zu lesen ist in meinen Augen… Für dieses Lesealter wie es vor geschrieben ist.. ab 17 Jahren wurde hier vorgeschrieben. Finde dass das Buch eine sehr Starke Persönlichkeit hat, und nicht als normaler Roman neben bei mal gelesen werden sollte/werden kann.   Ich Persönlich es deswegen auch lieber gehört habe, hing auch einfach vielleicht am Schreibstyle der Schriftstellerin.   Wie fandet Ihr es ? Die Geschichte, die Protagonistin ?

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
21. Apr.
Bewertung:4

Trotz unvergesslicher Charaktere und harte Grschichte für mich leider nicht das erhoffte Highlight. Mir hat trotz der Ich-Form etwas die Nähe zu Maddalena und Francesca gefehlt.

Das Buch „Malnata“ von Beatrice Salvioni ist aufgrund einer begeisterten Rezension auf Booktube und vor allem auch aufgrund des sehr ausdrucksstarken Mädchen-Gesichts auf dem Cover der deutschen Ausgabe bei mir eingezogen. Ich wollte direkt wissen, was in diesem Kopf vorgeht und ob Malnata so ist, wie ich sie mir vorstellte. Und eins ist sicher, Malnata, die eigentlich Maddalena heißt, ist definitiv ein Charakter, den man nicht so schnell vergisst. Leider wurde das Buch nicht zum dem erhofften Highlight für mich, da waren meine Erwartungen wahrscheinlich etwas zu hoch. Ich hatte eigentlich permanent das Gefühl mehr Beobachterin und weniger mittendrin im Geschehen zu sein, obwohl das Buch in der Ich-Form aus der Sicht von jungen Francesca erzählt ist. Durch diesen Beobachter-Status stellt sich leider nicht die Nähe zu den Mädchen ein. Und auch wenn ich nicht der größte Fan von Jugend-/ Kinderliteratur oder Protagonist*innen im Teenager-Alter bin, bin ich dennoch überzeugt, dass es hier nicht Alter von Malnata und Francesca liegt, sondern wirklich hauptsächlich an diesem Beobachter-Status liegt. Die Geschichte an sich hat sich schnell und gut lesen lassen und gerade die Entwicklung, die Francesca durch die Freundschaft mit Malnata macht, wie sie lernt für sich einzustehen und den Mund aufzumachen, war extrem spannend zu beobachten. Denn grundsätzlich ist Francesca, die eher wohlbehütet und konservativ aufgewachsen ist, so ziemlich das Gegenteil zur barfüßigen, trotzigen Malnata. Und wahrscheinlich ist sie auch genau deshalb so von Malnata fasziniert. Außerdem gibt es die ein oder andere Szene und auch Figuren bzw. deren Handeln in bestimmten Situationen, die sich richtig in meinen Kopf und in mein Leserherz eingebrannt haben. Von daher ist es definitiv ein Buch, das ich gerne gelesen habe, auch wenn zum Highlight leider etwas gefehlt hat.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
13. Apr.
Bewertung:3.5

📚 Inhalt Francesca als braves, anständiges Mädchen wird von Maddalena («Malnata») förmlich angezogen und möchte sich mit ihr anfreunden. Die beiden Mädchen kommen aus unterschiedlichen Welten und entwickeln eine interessante Freundschaft zueinander. 📖 Meinung Ein Überraschungsbuch aus meinem Buchabo. Zugegebener Weise war ich nicht angetan, als ich das Buch ausgepackt und den Klappentext gelesen hatte. Aber da ich mit dem Bücherabo neue Bücher entdecken wollte, die ich sonst wahrscheinlich nie gekauft hätte, behielt ich es trotzdem und nahm mir vor, das Buch zu lesen. Aber bevor das passierte, lag «Malnata» erst einmal ein paar Monate ungelesen in meinem Bücherregal und machte mir ein schlechtes Gewissen, wann immer ich das Buch ansah. Als bereits das nächste Buch aus meinem Bücherabo bei mir ankam, überwand ich mich und begann damit, «Malnata» zu lesen. Ich habe etwas ganz anderes von dem Roman erwartet. Was ich allerdings erwartet habe, kann ich jetzt im Nachhinein nicht mehr sagen. Mich hat das Buch ziemlich schnell in seinen Bann gezogen. Der Prolog zeigt der Leserin bereits eine Endsequenz auf und natürlich möchte man wissen, wie sich die Geschichte bis zu diesem Punkt hin entwickeln konnte. Mir gefiel die Entwicklung von Francesca, aber es ging mir persönlich zu schnell und einfach vonstatten. Die Autorin ging zwar immer wieder kurz auf die Gefühle von Angst, Unsicherheit und schlechtem Gewissen ein, aber Francesca warf das alles zu schnell über Bord dafür, dass sie sich nie unartig verhalten hat. Ebenfalls schien es für mich unglaubwürdig, wie ihre Eltern nie bemerkten, dass sie sich davon schlich oder viel länger weg bliebt, als es logisch gewesen wäre. Die Charaktere zeigen sehr spannende Ansätze auf, wirken teilweise aber vorhersehbar und nicht echt, wie sie sich verhalten oder sprechen. Ich hätte auch gerne mehr über die anderen Figuren und Familien erfahren, damit diese greifbarer geworden wären. Auch das zeitliche Setting im Italien des zweiten Weltkriegs fand ich sehr spannend. Auch darüber hätte ich noch gerne mehr erfahren. Das Ende war für mich zu überzogen. Damit meine ich nicht den sexuellen Missbrauch, sondern die Gerichtsverhandlung. Das war zu viel des Guten. Die Message, dass dieses Buch feministisch sein möchte, ist rüber gekommen. Es wirkt leider zum Teil etwas erzwungen. Nichts desto trotz hat mich die Geschichte von Francesca und Maddalena gut unterhalten und ich würde sie weiterempfehlen.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
11. Apr.
Bewertung:5

Berührend, beeindruckend, grossartig

Monza 1935. Sie wollen nicht wahrhaben, dass ein Mann wie er uns so schmutzige Dinge antun kann, deshalb glauben Sie, es sei nicht passiert. In ihrer Welt gab es zwei Gewissheiten. Erstens: Dinge, die sie sich nicht erklären konnten, waren entweder des Teufels oder vom Herrgott gesandt, je nachdem ob sie die betroffene Person für einen anständigen Menschen oder einen Schurken hielten. Zweitens: es war nie die Schuld der Männer. Vier Sätze aus dem Buch, welche den ganzen Hintergrund beschreiben. Maddalena wird „Malnata“ genannt, die schlechtgeborene. Sie soll Unglück bringen. Die Geschichte wird aus Francescas Sicht erzählt, Maddalenas einzige Freundin. Eine Geschichte als der adelige Elitarismus auf den faschistischen Elitarismus traf. Eine Zeit in Italien als ein Faschist aus guter Familie automatisch im Recht war und ein Mädchen aus einer armen Arbeiterfamilie zwangsläufig schlecht sein musste. Ein faszinierendes Buch.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
7. Apr.
Bewertung:4

Ein recht schmales, aber sehr aussagekräftiges Buch mit zwei starken Protagonistinnen, die trotz ihres zarten Alters für ihre Rechte kämpfen. Und das zu einer Zeit, in der Frauen Unterdrückung, Abhängigkeit und Willkür durch die Männer ausgesetzt waren. Definitiv eine Leseempfehlung.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
10. März
Bewertung:4

Wunderbar und erschreckend zugleich!

Kann ich schwer bewerten. Es löst einfach so viele positive und negative Gefühle auf einmal in mir aus. Erschreckend rührende Geschichte! Aber es ist sehr gut geschrieben und ich hab das Buch förmlich weggesuchtet 😇

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
8. März
Bewertung:4.5

„Dank ihr konnte ich sogar an Dinge glauben, die ich bislang für unvorstellbar oder abwegig gehalten hatte, wie die Tatsache, dass der liebe Gott sogar mich liebte, obwohl auch ich Schuld auf mich geladen hatte. Erst durch sie konnte ich darauf vertrauen, dass es auch für mich Rettung gab. Sie war es, die alles zum Leuchten brachte.“

So beschreibt Francesca ihre Freundin Maddalena, von allen nur Malnata genannt, „die Unheilbringende“. Beatrice Salvioni zeichnet die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Mädchen in Italien im Jahr 1935. Sie beschreibt sehr gelungen, wie Frauen und Mädchen zu Zeiten des Faschismus wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden und wie die Gesellschaft versuchte sie zu Konformität und Gehorsam zu zwingen. Maddalena lässt sich nicht in diese Rolle pressen und gerät dadurch immer wieder in Gefahr, erhält sich jedoch auch ihren eigenen Willen und ihr kritisches Denken. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, Salvioni konnte mich mit ihrer Art zu schreiben fesseln und mit den Protagonistinnen mitfühlen lassen.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
8. Feb.
Bewertung:5

"In der Welt der Malnata wetteiferte man darum, von Katzen gekratzt zu werden, Schmerz leckte man sich einfach zusammen mit dem Blut von der Haut. Eine Welt, in der man nicht spielen konnte, jemand anders zu sein, und in der man Männern und Jungs in die Augen sah, wenn man mit ihnen sprach." (S. 62) Für die meisten im Ort ist sie die "Malnata": die Unheilbringende. Sie sei eine Hexe und man solle sich von ihr fernhalten. Doch als Francesca eines Tages in Maddalenas Augen blickt, ist sie wie gefesselt. Alles an diesem Mädchen schreit "Rebellion". Ganz anders als die freie, furchtlose Malnata, wird Francesca zu einer ängstlichen, angepassten jungen Frau erzogen. Sie bekommt ein Frausein vorgelebt, vor dem ihr graut, an dem aber offensichtlich kein Weg vorbei führt. Die beiden Mädchen verschwestern sich und mit jeder Minute, die Francesca in der verbotenen Gesellschaft ist, scheint sie ein Stück zu wachsen. Ab jetzt hat sie Schürfwunden und schmutzige Kleidung, doch sobald sie zurück in ihrem geordneten Leben ist, säubert und versteckt sie alles, was sie verraten könnte. Die neue Freundin lehrt sie, Dinge zu hinterfragen, Worte nicht gedankenlos aus- oder nachzusprechen. Maddalena wirkt wie eine alte Seele - voller Lebenserfahrung und ohne jegliche Naivität. Als sie zu Francesca aufs Gymnasium kommt, beginnt für das unkonventionelle Mädchen ein Kampf mit der Disziplin. Dem Hass ihrer Mitschülerinnen begegnet sie gewohnt aufrecht und Francesca spricht endlich laut aus, was sie denkt. Mit geballten Fäusten habe ich diesen Roman gelesen. Eine Coming-of-age Geschichte, die erzählt, wie bequem es ist, für alles einen Sündenbock zu haben und wie viel Mut es braucht, einen steinigen Weg voller Überzeugungen zu gehen, anstatt dem ebenen Pfad der Massen zu folgen. Beatrice Salvioni hat uns mit "Malnata" ein Plädoyer für weibliche Solidarität und Empowerment geschrieben, aber vor allem eines für ein couragiertes Hinschauen und Lautsein. Denn nicht nur die Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen ist weiterhin Alltag - auch die hässliche Fratze des Faschismus ist noch immer sichtbar und muss mehr denn je in ihre Schranken verwiesen werden!

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
12. Jan.
Bewertung:4

Sehr schön geschriebene Geschichte des Widerstands eines Mädchens gegen eine Welt, die von Männern für Männer geschaffen wurde und wie inspirierend und mitreißend dies sein kann. Man fühlt mit Malnata und feuert sie insgeheim an. Das Ende hätte ich mir etwas weniger vage gewünscht

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
5. Jan.
Bewertung:5

"Alle nannten sie die Malnata, "die Unheilbringende", und niemand konnte sie leiden. Ihren richtigen Namen zu sagen brachte Unglück, denn sie war eine Hexe, eine von denen, die dir den Tod einhauchten. Sie hatte den Teufel im Leib, und ich sollte auf keinen Fall mit ihr sprechen." "Wenn die Malnata in ihren ausgetretenen Sandalen an ihnen vorbei über das Kopfsteinpflaster von Monza schlurfte, mit erhobenem Kinn und in Begleitung von zwei etwas älteren Jungen, beeilten sich die Frauen, das Kreuz zu schlagen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, und die Männer spuckten auf den Boden. Die Malnata streckte dann die Zunge heraus und verneigte sich laut lachend, als wäre sie dankbar für diese Beleidigungen." Italien, 1935 zu Zeiten des Faschismus Die Geschichte handelt von Francesca, einer Fabrikanten-Tochter und Maddalena, genannt die Malnata, die für verschiedene Unglücksfälle verantwortlich gemacht, gemieden und verachtet wird. Auf Francesca übt sie eine magische Faszination und Anziehungskraft aus, genauso geht es Maddalena. Die eine wohlerzogen, aus 'gutem Haus', für Höheres bestimmt und die Andere unabhängig, selbstbewusst , mutig und aufmüpfig, gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein. Ein Buch über die Kraft der Freundschaft und den Weg zur Selbstbestimmung. Starke Charaktere und ein Schreibstil, der mich sofort angesprochen hat. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir ⭐

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
16. Nov.
Bewertung:5

Für mich ein Highlight. Es ist 1935 und Francesca lernt die Malnata, die Unheilbringende kennen. Ein Mädchen, dem dunkle Kräfte nachgesagt werden. Beide Mädchen freunden sich an. Langsam wird erzählt, wie sich annähern, Vertrauen aufbauen und dann zu zwei Mädchen werden, die füreinander einstehen, sich wehren und sich gegenseitig stark machen. Für mich hat die Geschichte einen Sog entwickelt, den ich nicht erwartet hätte. Ich mochte den Schreibstil sehr. Er war beeindruckend und kraftvoll. Oftmals aber auch verzweifelt, machtlos und wütend. Für mich hat die Autorin sehr bildhaft erzählt. Während des Lesens bin ich mit Maddalena und Francesca eine Schwesternschaft eingegangen. Konnte all ihre Gefühle nachempfinden und habe ihnen zwischendurch sogar im Geiste applaudiert. Ein extrem starkes , großartiges, kraftvolles Buch. Von dieser Autorin möchte ich gerne mehr lesen.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin
17. Okt.
Feinfühlig, sprachgewandt, mitreißend & echt - Eingebettet in den historischen Kontext erwartet dich eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Liebe & der Schwere eine junge Frau zu sein
Bewertung:5

Feinfühlig, sprachgewandt, mitreißend & echt - Eingebettet in den historischen Kontext erwartet dich eine bewegende Geschichte von Freundschaft, Liebe & der Schwere eine junge Frau zu sein

Ich habe dieses Buch geliebt. Und weil ich so sehr davon geschwärmt habe, hat meine Mom es direkt auch gelesen. Hier steckt so viel drin, was uns mitfühlen lässt, was überrascht, empört, aufregt, verstört und anrührt. Ein Buch, dessen Figuren für mich so lebendig und echt schienen, als hätte ich nicht gelesen, sondern sie vom Fenster aus beobachtet. Ich würde mich auf jeden Fall unbedingt über Nachschub der Autorin freuen.

Malnata
Malnatavon Beatrice SalvioniPenguin