Dieses war mein erstes Buch von Chris Pavone und es hat mir sehr gut gefallen! Es beginnt direkt rasant mit dem Verschwinden des Mannes der Hauptprotagonistin und die Spannung lässt trotz der über 600 Seiten nicht nach. Auch wenn dieses Buch sehr lang ist, passiert ständig etwas Neues, es gibt kleine Wendungen und Überraschungen. Die Story ist sehr gut durchdacht, und auch wenn ich eine klitzekleine Ahnung hatte, worauf es hinausläuft, hat mich diese Geschichte sehr gut unterhalten. Die Stimmung und das Setting unter anderem in Lissabon wurde sehr gut beschrieben, die Handlung entwickelte sich stetig weiter und durch kleine Rückblicke in Ariels Vergangenheit wurde die Geschichte immer interessanter. Die Figuren bleiben teils etwas vage und ungenau beschrieben, aber auch das gehörte zur Story dazu, sie waren dennoch sympathisch und interessant. Es war für mich ein Buch, in dem ich immer mitgerätselt habe und das eine oder andere Mal dann doch auf einer falschen Fährte war. Das Ende ist gelungen und rundet das Buch gut ab. Auch wenn man vielleicht ahnt, wie das Buch endet und es vielleicht auch etwas lang ist, war es dennoch sehr gut durchdacht und spannend zu lesen. Mir hat es viel Spaß gemacht!

Meinung: Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Aus geschäftlichen Gründen reist John White für ein paar Tage nach Lissabon – begleitet von seiner Frau Ariel Price. Doch als Ariel im Hotel aufwacht, ist ihr Mann spurlos verschwunden. Keine Nachricht, das Handy ausgeschaltet – er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Ariel spürt sofort, dass etwas nicht stimmt, und alarmiert die Polizei. Auch die amerikanische Botschaft wird eingeschaltet. Kurz darauf erhält sie eine Lösegeldforderung – drei Millionen Euro in nur 48 Stunden. Wie soll sie diese gewaltige Summe auftreiben? Die Uhr tickt, und vielleicht ist das ihre einzige Chance, ihren Mann zu retten. Mehr verrate ich euch nicht – lest es selbst! Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Charaktere wirkten auf mich jedoch recht blass und distanziert, sodass ich keine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Ihre Reaktionen und Gefühle waren für mich nicht greifbar, nicht so spürbar, wie ich es mir gewünscht hätte. Diese emotionale Tiefe hat mir gefehlt. Gut gefallen hat mir der Aufbau des Buches: Die Kapitel sind fein strukturiert und mit den einzelnen Tagen und Uhrzeiten versehen. Rückblenden in Ariels Vergangenheit wurden zwar eingebaut, wirkten auf mich jedoch nicht immer ganz stimmig – teilweise fand ich sie verwirrend. Die Erzählung ist insgesamt temporeich, und es kommt nie Langeweile auf – ständig passiert etwas Unerwartetes. Die wahre Begeisterung kam bei mir allerdings erst auf den letzten Seiten auf. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, auch wenn mir die distanzierten Charaktere nicht ganz zugesagt haben, ist es ein lesenswertes Werk.

