21. Dez.
Bewertung:4

Der dritte Band um Massimo Capaul hat mir wieder sehr viel besser gefallen als der zweite Teil. Grundsätzlich erinnert die Handlung an "Wachtmeister Studer", jedoch ohne ein Abklatsch zu sein, sondern eher eine feine Hommage. Hätte ich den Studer nicht kurz darauf gelesen, wären mir die Parallelen vielleicht gar nicht aufgefallen. Massimo ist mir in seiner Art sehr sympathisch. Calonder erzählt dessen Abenteuer auf ein stoische Art und Weise, die sehr gut zum Handlungsort im Engadin passt. Mehr und mehr lernt man das Tal und seine Leute kennen, wobei Massimo sich natürlich nicht überall beliebt macht. Aber er dreht sein Ding durch und auch wenn er ab und zu eins auf die Nase bekommt, lässt er sich doch nicht unterkriegen. Wie ein richtiger Steinbock eben. Interessant an diesem Buch war auch, dass, obwohl die Handlung im November spielt, Calonder den Schnee weggelassen hat und, vielleicht aufgrund der aktuellen Klimadebatte, einen roten Sandsturm durch die Täler wehen lässt. Dadurch entsteht sehr viel Atmosphäre. Und vor dem inneren Auge entstehen Bilder, die man so wohl noch nicht aus den Bündner Bergen kennt. Nun bin ich also wieder mit Massimo und Calonder versöhnt und hoffe, dass auch das nächste Buch in dieser Liga spielt. Wer gut lesbare Ferienlektüre für seinen Besuch in Graubünden sucht, der sollte meiner Meinung nach zu Gian Maria Calonder greifen.

Engadiner Hochjagd
Engadiner Hochjagdvon Gian Maria CalonderKampa Verlag