Bevor demnächst der zweite Teil erscheint, dachte ich mir, müsse ich diesen Krimi nun doch auch mal lesen. Im Geschäft haben wir ihn nämlich recht gut verkauft. Und tatsächlich ist es ein typischer Cozy, in dem es nicht unbedingt blutig zu und her geht, sondern der sich durch die Darstellung des Dörfchens und seiner Bewohner auszeichnet. Letzte Woche bin ich sogar extra nach Sameden gefahren, um mir den Handlungsort genauer anzusehen.
Wirkt etwas unrund. Manche Ideen waren im Kopf gut, in der Ausführung dann weniger. Zum Beispiel der vermeintliche Showdown auf der Startpiste am Piz Nair. Zu wenig Spannung kreiert. Sehr schön sind die leichten Szenen, in denen das Engadin glaubhaft spürbar wird, der «Wassermann» mit seinem Personal, die Dörfer im Oberengadin. Der Plot ist hingegen holprig, bisschen Olympia, bisschen Russi-Strahlemann, bisschen die übliche Dörfler-Korruption. Ermittler Capaul wirkt unfertig, leicht verpeilt, dann aber wieder James-Bond-mässig. Lese aber trotzdem weiter.
Bin in das Setting nicht reingekommen und der Kommissar war auch nicht meins: die Gespräche, der Charakter hat alles kein schlüssiges Bild ergeben.
Habe mir mehr von der Gegend erhofft, mehr Tiefgang und einen Kommissar, der dort Schwung reinbringt. Aber der Start von Capaul verläuft etwas holprig und manchmal fragt man sich warum er was macht oder sagt. Natürlich läuft alles am Ende zusammen, es war mir aber irgendwie zu konstruiert. Auch das gefühlt jede zweite Frau was von ihm will wird merkwürdig zum Ausdruck gebracht.


