
Eine Geschichte, die bewusst auf Abstand hält…
Hetzjagd von Brian Moore erzählt die Geschichte eines ehemaligen Kriegsverbrechers, der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg erneut ins Visier der Justiz gerät. Als seine Vergangenheit ihn einholt, beginnt eine gnadenlose Flucht durch Frankreich – begleitet von Helfern, Mitwissern und Verfolgern, die alle ihre ganz eigenen Motive haben. Die Bewertung dieses Buches ist mir ehrlich gesagt nicht leichtgefallen. Fast alle Figuren waren mir durchweg unsympathisch, was das Lesen nicht gerade angenehm gemacht hat. Der Stil ist sehr sachlich, fast schon kühl und emotionslos – was vermutlich genau zu diesem schweren Thema passt, mich aber trotzdem auf Distanz gehalten hat. Die Geschichte an sich ist durchaus interessant, allerdings habe ich beim Lesen oft eher Wut und Verachtung gespürt als Spannung oder Mitgefühl. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, erst im zweiten Teil konnte mich das Buch mehr abholen. Insgesamt kein Wohlfühlroman, sondern ein nüchterner, unangenehmer Blick auf Schuld, Verdrängung und Moral – und vielleicht genau deshalb so konsequent.
