
🚤 Macht kennt keine Gerechtigkeit ⚖️
Nach vielen späteren Brunetti-Bänden war es spannend, zum zweiten Fall zurückzukehren. Überraschenderweise fühlt sich Brunetti schon sehr vertraut an. Patta ist noch nicht ganz die Nervensäge, zu der er später wird, Raffi steckt noch in seiner schwierigeren Phase und Signorina Elettra fehlt noch, aber ansonsten ist vieles bereits da, was die Reihe ausmacht. Der Fall beginnt mit einem angeschwemmten amerikanischen Toten und entwickelt sich schnell zu etwas deutlich Größerem. Was mir von diesem Buch am stärksten in Erinnerung bleiben wird, ist seine Bitterkeit. Menschen, die Unrecht aufdecken wollen, werden zu Opfern, kleinere Ganoven dienen als Schachfiguren und die wirklich Mächtigen scheinen den Konsequenzen immer wieder zu entkommen. Das hat mich stellenweise frustriert, aber genau das macht den Roman auch so wirkungsvoll. Ein guter Brunetti, der weniger durch einen spektakulären Kriminalfall überzeugt als durch seinen ernüchternden Blick auf Macht, Einfluss und Ungerechtigkeit.












