
Darum geht es: Anlässlich ihres 40. Geburtstags richtet Sandra eine Feier für Familie, Freunde und Nachbarn aus. Am Morgen danach wird sie jedoch tot in ihrem Haus aufgefunden. Die Tat erschüttert das ruhige Wohnviertel in Malmö und wirft zahlreiche Fragen auf. Während die Ermittlungen beginnen, richtet sich der Blick auf das Umfeld der Getöteten: ihren Ehemann, ihre Töchter, Freunde und Nachbarn. Hinter der Fassade eines geordneten Familienlebens treten Spannungen, unausgesprochene Konflikte und persönliche Geheimnisse zutage. Leseeindruck: Nachdem ich bereits zwei Romane von Malin Stehn gelesen und begeistert verschlungen habe, war für mich schnell klar, dass auch Schattengast unbedingt auf meine Leseliste gehört. Die Autorin überzeugt erneut mit ihrem gewohnt flüssigen und leicht zugänglichen Schreibstil, der das Lesen sehr angenehm macht. Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, wodurch die einzelnen Figuren und ihre Sichtweisen viel Raum erhalten. Dabei wechselt die Autorin zwischen der Gegenwart und Rückblenden in die Vergangenheit, was nach und nach ein umfassenderes Bild der Ereignisse entstehen lässt. Zudem stehen nicht ausschließlich die kriminalistischen Ermittlungen im Mittelpunkt. Einen großen Raum nehmen auch die Beziehungen innerhalb der Familie sowie die Dynamiken zwischen den einzelnen Figuren ein. Diesen Aspekt fand ich besonders interessant und gelungen. Trotz dieser Stärken muss ich ehrlich sagen, dass Schattengast für mich bislang der schwächste Roman der Autorin ist. Der wichtigste Grund dafür ist, dass ich zu keiner der Figuren eine wirkliche Nähe aufbauen konnte. Die Protagonisten blieben für mich durchweg etwas unnahbar, weshalb mich ihre Schicksale emotional weniger berührt haben als erhofft. Auch die Handlung konnte mich insgesamt nicht so fesseln, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch habe ich die Geschichte keineswegs als schlecht empfunden. Vor allem die Auflösung am Ende hat mich noch einmal positiv überrascht und etwas versöhnlicher auf den Roman blicken lassen. Auch wenn Schattengast für mich nicht an die bisherigen Bücher der Autorin heranreicht, bietet der Roman eine interessante Familiengeschichte. Fazit: Ein gut geschriebener Familienkrimi, der mich trotz einiger Stärken nicht vollständig überzeugen konnte.











