7. März
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Bewertung:3.5

Ich weiß, es ist vielleicht oberflächlich - aber dieses Cover! 😍 Schöner geht es wirklich kaum. 'Keine Sorge alles gut' ist der Debütroman von Malwina Ledniowska - und man spürt auf jeder Seite, dass hier jemand schreibt, der weiß, wovon er erzählt. Kein Wunder: Die Autorin hat selbst als Pflegekraft in der Psychiatrie gearbeitet. Diese persönlich Erfahrung verleiht dem Roman eine beeindruckende Authentizität. Wir begleiten Romi Weber durch eine einzige Nachtschicht auf einer unterbesetzten Akutstation einer psychiatrischen Klinik - und erleben den "ganz normalen Wahnsinn" hautnah mit. Personalmangel, Überforderung, Verantwortung: all das schwingt in jeder Szene mit. Besonders schwer lastet auf Romi der Suizid einer Patientin, zu der sie einen engen Draht hatte. Kurz zuvor hatte diese noch um ein Gespräch gebeten - doch Romi hatte keine Zeit. Ein Gedanke, der sie nicht loslässt. Dieses schmale Buch erzählt eine einzige Nacht - intensiv, atemlos und beinahe wie ein Theaterstück inszeniert. Der gehetzte, drängende Schreibstil überträgt sich unmittelbar auf die Lesenr*innen. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie ich selbst immer schneller wurde und mich bewusst bremsen musste. Sehr authentisch, stellenweise bewusst verwirrend und getragen von einer permanenten Getriebenheit, fliegt man durch diese eindringliche Erzählung. Ein eindrucksvolles Debüt, das nachhallt.

Keine Sorge alles gut
Keine Sorge alles gutvon Malwina Ledniowskabrotsuppe
4. Feb.
Bewertung:4.5

"Wir sind hier, weil wir krank sind, oder wir sind hier, weil wir Geld damit verdienen, dass wir uns um Kranke kümmern oder sonst wie diesen Laden am Laufen halten. Ein gutes Geschäft, der Laden läuft, er läuft zu gut, wir sind zu viele und zu wenige." "Im Klang ihrer Stimme ließe sich sowieso die Sprachlosigkeit heraushören." "Wir sind ein kunterbunter Haufen an Stärken und Schwächen, die sich optimal ergänzen und ausgleichen, eine brüderliche Schwesternschaft sowie umgekehrt, und fällt wieder einmal ein Rädchen weg, weil die Luft raus ist, kompensiert der noch funktionierende Rest, unermüdlich, ohne zu meckern, denn so ist nun einmal unser Job." Dieses schmale Buch aus dem "verlag die Brotsuppe" habe ich durch Zufall auf der Buchmesse entdeckt, es ist mir vorher nirgendwo begegnet. Der Klappentext und die Thematik haben mich neugierig gemacht. In einer Art Kammerspiel begleiten wir Romi Weber, Pflegefachfrau und "professionell Leidtragende" durch eine Nachtschicht in der psychiatrischen Klinik. Sie wird bei Dienstantritt mit der Nachricht empfangen, dass es einen Suizid gab. Romi zweifelt an sich selbst, an ihrer Professionalität und ob sie etwas übersehen hat oder ob sie sich nicht genug gekümmert hat. Aber der Klinikalltag und die Unterbesetzung lassen es nicht immer zu, sich intensiv um die Patienten zu kümmern, die mehr Aufmerksamkeit bräuchten. Ein intensives, eindringliches Buch mit sehr viel Inhalt und Aussage. Die Gedanken, Fragen und Gefühle von Romi werden ungeschönt und sehr detailliert beschrieben, in einem Sprachstil der die teilweise Verzweiflung deutlich macht. Für alle, die sich für dieses Thema interessieren gibt's auf jeden Fall eine Leseempfehlung ⭐ Und für alle Pflegenden den größten Respekt und Dank 🫶🏼

Keine Sorge alles gut
Keine Sorge alles gutvon Malwina Ledniowskabrotsuppe