16. Juni
Post image
Bewertung:4

Die Galerie in Valencia von Margot S. Baumann erzählt die Geschichte von Elena und Carlos. Elena hat spanische Wurzeln aber ihr Vater ist damals nach Deutschland ausgewandert und redet nicht mehr über seine Vergangenheit in Spanien. Elena vermutet, dass dahingehend etwas schlimmes vorgefallen ist. Als ihr Boss Per sie aber nach Spanien schickt, um dort den Bau der Galerie zu planen und zu beaufsichtigen, gerät ihr bisheriges Leben ins Wanken. Denn angekommen in Spanien, stellt der Bauunternehmer Carlos fest, dass Elena kein Wort spanisch spricht und sich zudem gegen sein Projekt stellt. Nach einer kurzen Auseinandersetzung kann Carlos Elena von seinem Projekt überzeugen und die beiden kommen sich näher. Doch während sie das neue Projekt vor ihrem Chef verheimlicht, gerät auch ihre eigene Vergangenheit und ihr bisheriges Dasein ins Wanken, denn Elena findet einen alten Sekretär der Familie und damit einen Hinweis zu ihrer Familie, der die tiefsten kommunistischen Hintergründe Spaniens aufdeckt. Nach langer Zeit habe ich mich an ein neues Buch der Autorin gewagt, nachdem ich diese einige Jahre aus den Augen verloren habe. Wie bereits erwartet war auch hier der Schreibstil sehr flüssig und angenehm zu lesen. Durch die kurzen, aber inhaltvollen Sätze kann man im Nu der Geschichte folgen und versteht zu Beginn auch sehr gut in welcher Zwickmühle sich Elena befindet. Und gerade Elena durchlebt eine ganze Menge an Verwandlungen, die allesamt irgendwie authentisch und logisch sind. Mir hat sehr gut gefallen, dass Elena sich trotz der Widrigkeiten mit Per nicht unterkriegen hat lassen und am Ende für ihr Problem ja auch eine Lösung gefunden hat. Aber auch die anderen Charaktere wie Carlos und Pablo haben mir sehr gut gefallen. Man erfährt auch über die beiden einiges sodass der Schwerpunkt nicht nur auf Elena liegt. Zu Beginn war die Handlung ein wenig zäh, da gerade cih mit einer Galerie nicht so viel anfangen konnte aber sobald dann die Liebesgeschichte mit Carlos und die Aufarbeitung der Vergangenheit von Pablo hinzukam, war ich fasziniert von der Geschichte. Ich hatte das Gefühl ein Teil des Gespanns zu sein. Ich weiß gar nicht, weshalb ich die Autorin in den letzten Jahren aus den Augen verloren habe, denn die Galerie von Valencia hat mich wieder einmal sehr überzeugt und ich habe die Lesestunden mit der Geschichte sehr genossen. Ich werde dieses Buch definitiv weiterempfehlen und weitere Bücher lesen.

Die Galerie in Valencia
Die Galerie in Valenciavon Margot S. BaumannTinte & Feder
26. Jan.
Leichte, flüssig zu lesenden Liebesgeschichte ohne große Überraschungen, die durch die zweiten Zeitebene, in der Margot S. Baumann die Vergangenheit von Elenas Vaters und seiner Familie unter dem Franko-Regime erzählt, etwas mehr Tiefe erhält.
Bewertung:4

Leichte, flüssig zu lesenden Liebesgeschichte ohne große Überraschungen, die durch die zweiten Zeitebene, in der Margot S. Baumann die Vergangenheit von Elenas Vaters und seiner Familie unter dem Franko-Regime erzählt, etwas mehr Tiefe erhält.

Die Jungen Wilden von Valencia   Elena Alvarez hat für ihren Berliner Chef das Konzept für die neue Zweigstelle seiner Galerie in Valencia erarbeitet. Jetzt überrascht er damit, dass sie diese auch aufbauen soll – schließlich ist sie Halbspanierin und dürfte keine Verständigungs-probleme haben. Dumm nur, dass ihr Vater Spanien als Jugendlicher verlassen und ihr seine Muttersprache nie beigebracht hat. Zudem überwirft sie sich mit den spanischen Architekten Carlos und Arnau, weil ihr Chef deren Konzept nie wollte. „Ihre Firma hat den Zuschlag bekommen, weil Sie diese Location gefunden haben. Aber von jetzt an geht es nach unseren eigenen Plänen weiter.“ (S. 30) Doch je mehr sie sich in den Entwurf der beiden einarbeitet, desto besser findet sie deren Idee, auch junge spanische Straßenkünstler auszustellen. Traut sie sich, die Vorgaben ihres Chefs zu ignorieren? „… ich habe mein ganzes Leben immer auf der vorgegebenen Spur verbracht. Vielleicht ist es einfach mal an der Zeit, etwas zu wagen.“ (S. 95) Doch das ist nicht ihr einziges Problem. Ihr Vater hat nie über seine Heimat oder Vergangenheit gesprochen – was ist damals passiert? Und nicht zuletzt findet sie Carlos ziemlich heiß und ihm scheint es mit ihr genauso zu gehen …   Elena hatte bisher nie richtiges Interesse an einer festen Beziehung, ihre berufliche Karriere war ihr stets wichtiger. Die Galerie ist ihre Chance für den Aufstieg – aber nur, wenn sie die Vorgaben ihres Chefs genau umsetzt. Jetzt grätschen Carlos Ideen und sein Charme dazwischen, es knistert zwischen ihnen. Aber da ist auch noch das Schweigen ihres Vaters und seine Angst vor seiner Heimat, denen sie gern auf den Grund gehen würde.   Carlos genießt das leichte Leben am Mittelmeer und versucht, bei seinen Projekten das Alte zu bewahren und Neues geschickt zu integrieren. Dazu zählt auch, dass er „jungen wilden“ Straßenkünstlern eine Plattform bieten will und Elenas Galerie ihm dafür perfekt erscheint. Was aber, wenn er sich zwischen seiner Idee und ihr entscheiden muss?   „Die Galerie in Valencia“ ist eine leichte, flüssig zu lesenden Liebesgeschichte ohne große Überraschungen, die durch die zweiten Zeitebene, in der Margot S. Baumann die Vergangenheit von Elenas Vaters und seiner Familie unter dem Franko-Regime erzählt, etwas mehr Tiefe erhält. Mich persönlich stören allerdings 2 Schnitzer. Zum einen gibt es ein Wochenende, das 4 Tage dauert. Und zum anderen wird Elenas Vater als 18jähriger von seinen Eltern regelmäßig ermahnt, vor dem Fußballspielen die Hausaufgaben zu machen. Das kann ich mir beim besten Willen auch in den 1970ern nicht wirklich vorstellen.

Die Galerie in Valencia
Die Galerie in Valenciavon Margot S. BaumannTinte & Feder