15. Mai
Bewertung:3.5

It's hard for me to rate this book. While I enjoyed some parts of it, as other reviewer before me said it came of as the author trying too much to prove that she was worthy of writing about themes like race. If you feel like you're not in the place to write about it, why write about it? I have to say the book definitely made me also think about my own privilege, and that is worth something, I guess. The millenial humor was strong in this book - and as a 99 baby made me realize I'm definitely gen z. 

Greedy: Notes from a Bisexual Who Wants Too Much
Greedy: Notes from a Bisexual Who Wants Too Muchvon Jen WinstonSimon + Schuster LLC
18. Apr.
Bewertung:3

“It’s like the gay and straight communities are our parents and each thought the other would pick us up from school.”

“Maybe confusion is as queer as it gets.” Jen Winstons Essays über ihre Erfahrungen als bisexuelle Person, die sich erst knapp um die dreißig geoutet hat. Was ich an diesen Essays mochte: · Interessante Beschreibung vieler Aspekte von Bisexualität. Beispielsweise das Gefühl, gleichzeitig nicht hetero genug und nicht queer genug zu sein und immer wieder in Frage zu stellen, ob man das Label „queer“, „bisexuell“ oder „Teil der LGBTQIA+-Community“ überhaupt verdient hat. · Stereotype und Vorurteile, die bisexuellen Personen begegnen, werden adressiert. · Die Essays sind sehr ehrlich geschrieben und Jen Wintson zeigt auch den eigenen Lernprozess und die eigenen insecurities auf. · Kurzweilige Lektüre und einige Kapitel, bei denen ich dazugelernt habe. · Starke Kapitel waren: o The neon sweater: über erlebten sexual assault und die unterschiedlichen Optionen (einige davon schlecht), darauf zu reagieren. Eine starke Geschichte, insbesondere für alle, die schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht haben. o Knots: eine gute Date- und Sex-Story und ein interessanter Blick (being in a queer relationship without knowing it) o Brinley James Ford: Dating mit und Beziehung zu einer nichtbinären transgender Person und all die Themen und Schwierigkeiten, durch die man dann unweigerlich gemeinsam navigieren muss. Und wie man sich gegenseitig unterstützt und dafür sorgt, dass die andere Person sich gesehen fühlt. Es gab aber leider auch einiges, das ich „meh“ fand: · Es kommen sehr viele popkulturelle Anspielungen vor und auch Internetthemen dieser Zeit, was die Halbwertszeit der Witze sehr kurz macht. Dadurch, dass ich selbst eher wenig Zeit auf Social Media zu verbringen versuche und das 2021 erschienene Buch erst fünf Jahre später las, fand ich oft keinen rechten Bezug dazu. Ich kann die Entscheidung nicht ganz nachvollziehen, so vieles mit einzubauen, das ein paar Jahre später schon outdated ist. · Wenn man Texte veröffentlicht dabei auch die eigenen Privilegien zu überprüfen, ist eine feine Sache, gerade als _weiße_ Person. Jen tut das hier, allerdings las ich das mit dem Eindruck, dass hier schlicht Checkboxen abgearbeitet werden, um auch ja woke genug zu sein und nicht gecancelt zu werden. Das Einbauen der Qualifier kam mir sehr reflexhaft vor und trug wenig zum Text oder zur Reading Experience bei, sodass ich es zunehmend als „nervig“ empfand. [Bestimmt auch der Zeit, zu der das Werk verfasst wurde, geschuldet. Damals war Cancel-Culture groß. Rückblickend betrachtet so schade, denn nun erstarken die Rechte und die Konservativen und es gibt in vielen Ländern vermehrt backlashes gegen LGBTQIA+- und FLINTA-Rechte. Letztlich haben die Falschen von dem gegenseitigen Canceln profitiert – so die sehr verkürzte Ansicht, die mir beim Lesen im Kopf herumspukte.] Zurück zum Buch: ich habe schon andere Bücher gelesen, in denen die jeweilige Autorin ihre Privilegien überprüft hat – wenn es gut gemacht wird, nutzt man die eigene Bühne, um mehrfach oder anders marginalisierten Menschen bewusst eine Stimme zu geben und auf ihre Werke zu verweisen, was dann eine Bereicherung für alle Beteiligten ist. Dadurch habe ich schon oft Stimmen entdeckt, die mir sonst nicht „untergekommen“ wären. Das war hier leider nicht der Fall. (vereinzeltes Name-Dropping und Zitate von Instagram-Posts zählen für mich nicht, tut mir leid ☹) · Der Schreibstil war mir in den meisten Fällen zu „buzzfeed“-haft. Insgesamt durchaus lesenswert, holte mich allerdings leider nicht ganz ab. Vielleicht müsste man US-Amerikanerin sein, mehr Zeit auf Social Media verbringen, Erfahrungen mit Tinderdaten in der Großstadt haben oder Jen bereits im Vorfeld online gefolgt sein, um mehr mit diesem Buch anfangen zu können.

Greedy: Notes from a Bisexual Who Wants Too Much
Greedy: Notes from a Bisexual Who Wants Too Muchvon Jen WinstonSimon + Schuster LLC