„Die Mauer wurde gebaut, um sie zu schützen. Das glaubten sie zumindest.“ 🌿💀
Laut der Gründungsgeschichte wurde 'Noah’s Valley' erschaffen, um einen kleinen Teil der Menschheit vor dem Übel und Grauen der missratenen Evolution zu schützen und ihr in Form einer abgeschotteten Gemeinschaft, umgeben von hohen Mauern, eine Überlebenschance zu gewähren. Über die Jahrzehnte entwickelte sich so eine autonome Gesellschaft mit Regeln, die zum Schutze der Bewohner strengstens eingehalten werden müssen. Eine dieser Regeln ist die sogenannte monatliche 'Ernte', bei der ein zufällig ausgewählter Bewohner über die Mauer geschickt und zum Wohle der Gemeinschaft geopfert wird. Doch die Ordnung der Gemeinschaft zerbricht als die Mutter von Rose Allgood an dem Tag ermordet wird, an dem Rose mit ihrem Jugendfreund Gryphon verheiratet werden soll, und Rose‘s Zwillingsbruder Jonas ohne triftige Beweise für schuldig erklärt und wider aller Regeln der Mauer geopfert wird. Überzeugt von der Unschuld ihres Bruders macht sich Rose auf die Suche nach Antworten und dem wahren Mörder ihrer Mutter. Doch 'Noah’s Valley' birgt Geheimnisse, die alles was Rose ihr Leben lang über ihre Heimat zu wissen glaubte, bis ins Mark erschüttern lassen… ⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich bin Riesen-Fan von Jess Lourey‘s Thrillern und war soooo gespannt, was sie im 'Fantasy'-Genre so zustande bringt. Und ich muss sagen, nach den ersten Seiten entwickelte sich bereits eine immense Euphorie bei mir, weil sich ein unfassbares Potential in der Geschichte vor mir auftat: die Idee ähnelt den dystopischen Vorbildern der "Hunger Games" oder der "Divergent"-Reihe, beginnt aber eigentlich genau gegensätzlich mit einer eher utopischen Ausgangslage, nämlich dem Bild einer friedvollen, harmonischen Gesellschaft. Die Charaktere waren vielschichtig, ihre Motivationen zunächst undurchsichtig bis mysteriös, und man wusste nie so genau woran man bzw. Rose bei ihren Mitmenschen war, was eigentlich dauerhaft für eine beklemmende Stimmung sorgte und die Atmosphäre der Geschichte prägte. ABER - und ich kann selbst nicht glauben, dass ich das wirklich mal kritisiere - es passiert ZU SCHNELL ZU VIEL 🫣😅 Ab der Hochzeit überschlagen sich die Ereignisse und man hat als Leser kaum die Gelegenheit eigene Überlegungen vorzunehmen oder Schlüsse zu ziehen, weil man kontinuierlich mit neuen Infos und Hinweisen konfrontiert wird, die einen natürlich auch in die Irre führen sollen - und am schlimmsten ist dabei die Naivität der Hauptprotagonistin 😑 Da konnte ich mir das Augen verdrehen wirklich manchmal nicht verkneifen 😅 auch wenn sie sonst sehr sympathisch war! Ich wünschte mir, es hätte eine andere Art von 'Bedrohung' gegeben, bzw. dass es allein an den menschlichen Abgründen gelegen hätte, den leicht übernatürlichen Twist hätte ich nicht wirklich gebraucht und ich habe auch nicht das Gefühl, das darin Lourey‘s Stärken liegen 👎🏼 Auch wenn mir das Buch an sich sehr gut gefallen hat, vor allem auch die Idee der Grundfesten dieser Gesellschaft, wo jede Familie für ein bestimmtes Haus und einen bestimmten Berufszweig oder eine Handwerkskunst steht und wie dieses Wissen und die Fähigkeiten über die Generationen weitergegeben und am Leben erhalten wurde, fehlte einfach das gewisse Etwas ✨ Das Ende ist offen… ich bin gespannt, ob sich ‚The Verdant Cage‘ noch als Reihe entpuppt 🤓
