Das Buch ohne Namen ist Tarantino als Buch – genauso absurd, genauso blutig und genauso gut. Die Geschichte wirft einen ohne Vorwarnung in eine Welt voller Gewalt, schwarzem Humor und völlig überzeichneter Figuren. Auftragskiller, Cops, Dealer, Priester, Vampire und Werwölfe jagen alle demselben geheimnisvollen Buch hinterher, während die Handlung von einer Eskalation in die nächste stolpert. Logik ist hier zweitrangig, Tempo alles. Der Stil ist roh, direkt und gnadenlos. Gewalt ist explizit, der Humor rabenschwarz und oft bewusst geschmacklos. Genau wie bei Tarantino funktioniert das Buch vor allem über Dialoge, übertriebene Situationen und den Spaß daran, Genregrenzen komplett zu ignorieren. Es nimmt sich selbst nie zu ernst und lebt genau davon. Wer Tiefgang oder feine Charakterstudien erwartet, wird enttäuscht sein – wer aber Lust auf Chaos, Blut und bitterbösen Humor hat, wird hervorragend unterhalten. Das Buch ohne Namen ist laut, respektlos und völlig überdreht. Kein literarisches Feuilleton-Futter, aber ein verdammt guter Ritt.
22. Apr.22. Apr. 2018
The Book With No Namevon AnonymousMichael O'Mara Books Ltd
