Als Leserin der Rynestig-Reihe habe ich mich sehr gefreut, einige bekannte Figuren wiederzutreffen. Besonders die Auftritte von Birgid und Johannes waren für mich ein Highlight des Buches. Auch der Abenteuer-Aspekt hat mir gut gefallen. Die Reise, die Entdeckungen und die Verbindung von Mythologie und Abenteuer haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne bis zum Ende gelesen habe. Leider konnte mich die Geschichte insgesamt nicht vollständig überzeugen. An mehreren Stellen wirkte die Handlung auf mich gehetzt. Es entstand häufig der Eindruck, dass die Autorin bereits wusste, welche Szenen und Bilder sie erzählen wollte, sich aber nicht genügend Zeit genommen hat, die Figuren und die Handlung organisch an diese Punkte zu führen. Dadurch fühlten sich manche Entwicklungen konstruiert an. Oft hatte ich das Gefühl, dass wichtige Zwischenschritte fehlten, die Figuren mehr Raum gebraucht hätten oder bestimmte Handlungsstränge nicht weit genug ausgearbeitet wurden. Die Grundideen waren interessant, wurden aber für meinen Geschmack nicht konsequent genug zu Ende gedacht. Besonders das Ende hat diesen Eindruck leider noch verstärkt. Statt die Geschichte rund abzuschließen, wirkte es auf mich sehr überhastet. Es fühlte sich an, als sei das geplante Ende erreicht worden, ohne dass der Weg dorthin ausreichend erzählt wurde. Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Die bekannten Figuren, die Abenteuerstimmung und die interessanten Ansätze haben mich gut unterhalten. Umso bedauerlicher finde ich es, dass die Geschichte nicht etwas mehr Umfang bekommen hat. Mit mehr Zeit für Figurenentwicklung und Handlung hätte für mich deutlich mehr Potenzial darin gesteckt. Für Fans von Margarethe Alb und insbesondere der Rynestig-Reihe ist das Buch durchaus einen Blick wert. Für mich bleibt es jedoch ein solides Buch mit guten Ideen, das leider hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
7. Juni1 Tage vor
Coatlicue: Das Vermächtnisvon Margarethe AlbIndependently Published
