
GENIALE IDEE, ENTTÄUSCHENDE UMSETZUNG! In die Guten, die Bösen und die Sadisten schickt Jon Athan das Böse auf die Jagd nach etwas noch Böserem. Die California Psychos ziehen mordend durchs Land. Weil die Polizei mit ihren Ermittlungen nicht weiterkommt, schleust ein Polizist illegal einen psychopatischen Serienkiller aus der Todeszelle. Er soll das sadistische Pärchen jagen. Eine Bestie wird auf zwei andere angesetzt. Der Einstieg ist wirklich stark. Der Autor fackelt nicht lange und erschafft sofort eine düstere extem harte Atmosphäre, die einen nicht mehr loslässt. Die Geschichte fesselt von der ersten Seite an, geht stellenweise an die Schmerzgrenze und macht neugierig, wie das kranke Spiel weitergeht. Doch genau hier liegt das Problem: Was zunächst verdammt stark anfängt, verliert im weitern Verlauf zunehmend an Kraft und kann das hohe Niveau des Auftakts leider nicht halten. Zu Beginn funktioniert die Geschichte überraschend gut. Statt der üblichen Opferperspektive steht hier ein psychologisches Duell zwischen Killern im Mittelpunkt. Diese Idee sorgt zunächst für Spannung und hebt das Buch von vielen anderen des Geners ab. Jon Athans Schreibstil ist dabei gewohnt bildhaft. Die düstere Atmosphäre, die Gewalt und die Verzweiflung der Figuren werden sehr eindringlich vermittelt. Obwohl die Gewaltdarstellungen extrem hart ausfallen, fügen sie sich in der ersten Hälfte noch sinnvoll in die Handlung ein. Das Problem ist jedoch, dass die Geschichte ab der Mitte deutlich nachlässt. Die Grundidee besitzt großes Potenzial, wird im weiteren Verlauf aber nicht konsequent genutzt. Die Handlung verliert an Spannung, wirkt stellenweise vorhersehbar und wiederholt sich zu oft. Besonders störend war das Verhalten vieler Figuren. Vor allem die Polizisten treffen immer wieder Entscheidungen, die kaum nachvollziehbar wirken. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, dass die Charaktere unlogisch handeln müssen, damit die Handlung voranschreiten kann. Das nimmt der Story einen großen Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Zu viele unlogische Entscheidungen und einen zunehmend vorhersehbare Handlung sorgen dafür, dass die Geschichte hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.








