So viel Potential, zu wenig daraus gemacht…
Lor kämpft sich weiter durch ein Geflecht aus Macht, Herkunft und Prophezeiungen, während sich die Konflikte zuspitzen, insbesondere im Königreich Aphelion, und immer neue Wahrheiten ans Licht kommen – mit weitreichenden Folgen für sie selbst und ihre Zukunft. Wie schon in den vorherigen Bänden werden Charaktere und Welt weiter ausgebaut, bleiben dabei aber erneut überraschend oberflächlich. Tiefergehende Ansätze, etwa um den König der Waldlande, Tristans Bestimmung, die Aufstände in der Umbra oder die vielversprechend eingeführte Antagonistin Cloris Payne werden zwar dramatisch aufgebaut, verlaufen dann jedoch im Sand. Ein echtes Highlight ist dafür Gabriel: seine Beweggründe werden endlich vollständig offengelegt, sind emotional stark erzählt und hätten problemlos Stoff für ein eigenes Buch geboten. Lor und Nadir kommen sich endlich näher, reden offen miteinander und erkennen, was sie wirklich verbindet, inklusive eines (zumindest vorläufigen) wohlverdienten Liebesglücks. Gleichzeitig verlieren beide Figuren für mich etwas von ihrer ursprünglichen Komplexität und wirken stellenweise überraschend eindimensional.  Die Handlung schreitet immer weiter voran, aber die Figuren verblassen zunehmend. Dennoch punktet das Buch mit einem spannenden, actiongeladenen Finale, das einen direkt zum nächsten Band greifen lässt.


























































