
Nancy und ihre zehnjährige Tochter Lara ziehen in das ruhige Dorf Ripton, um ihrem alten Leben zu entfliehen. Das Dorf scheint idyllisch, entpuppt sich jedoch als komplex und problematisch, insbesondere nach einem Vorfall auf dem Schulhof, bei dem Lara beschuldigt wird, ein anderes Mädchen verletzt zu haben. Nancy versucht verzweifelt, den Ruf ihrer Tochter zu verteidigen, während sie in die ungeschriebenen Regeln und Konflikte der Elternschaft in der Vorstadtgemeinschaft eintaucht. Zu Beginn der Geschichte war ich mir noch unsicher, in welche Richtung sie sich entwickeln würde. Im Verlauf wird jedoch schnell klar, dass Mobbing und Schikane in der Schule das zentrale Thema bilden, und das wird wirklich eindrucksvoll dargestellt. Interessanterweise sind nicht nur die Schüler betroffen, sondern auch deren Mütter, die die Situation zusätzlich anheizen. Der Gruppenchat der Mütter ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich solche Dynamiken entfalten können. Statt die Lage sachlich zu betrachten und zu versuchen, sie zu entschärfen, steigen sie immer weiter hinein und lassen Gerüchte, wenn nicht sogar Lügen, zur Wahrheit werden. Anstatt nach einem Gespräch oder einer Lösung für das Problem zu suchen, wird alles nur schlimmer – ein besonders erschreckender Aspekt, da es hier um Nancys kleine Tochter geht. Natürlich gibt es in dieser Vorstadtgeschichte auch einige Geheimnisse – wie Ehebruch oder Diebstahl –, die typisch für so ein Setting in einem Roman sind. Trotz des eher ruhigen Erzählstils und ein paar Wiederholungen, die den Eindruck erweckten, als würde man sich im Kreis drehen, ist die Geschichte insgesamt gelungen und behandelt ein sehr wichtiges Thema. Alles in allem ist es eine lesenswerte Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
