14. Jan.
Bewertung:4

Makepeace lebt mit ihrer Mutter in einem Kämmerlein bei Verwandten. Immer wieder muss sie die Nacht in einer alten Kirche voller Geister verbringen, den Grund versteht sie nicht. Als sie eines Tages wegläuft, kommt es zu einem Unfall und die Mutter stirbt. Außerdem nimmt Makepeace versehentlich den Geist eines Bären in sich auf. Die Verwandten halten sie für krank und schicken sie zur Familie ihres Vaters, den Fellmottes. Dort lebt sie als Küchenmagd, entschlüsselt nach und nach das gefährliche Geheimnis der Familie und lernt ihren Bruder kennen, der in deren Fänge gerät. Als ihr endlich die Flucht gelingt, macht sie sich auf die Suche nach einem Arzt, der dem Bruder helfen soll, doch die Fellmottes sind ihr auf dem Versen... Schattengeister ist wirklich ein ungewöhnliches Buch und obwohl es mir manchmal ein wenig an Spannung fehlte, hatte die Geschichte eine gewisse Sogwirkung. Makepeace ist eine tolle Protagonistin, die anfangs etwas blass wirkt, sich aber zu einer mutigen jungen Heldin mausert. Wenn man einmal ihre Freundschaft errungen hat, ist sie treu ergeben. Mir gefiel auch, dass der Bär in ihrem Geist wirklich einfach nur ein Bär ist, ein wildes Tier, das nicht sprechen kann. Die meisten Charaktere sind komplex und nicht einfach nur gut oder böse. Sie machen Fehler, sie sind manchmal egoistisch, oft aber auch hilfreich und freundlich. Trotzdem gibt es klassische Bösewichte, die mir ziemlichen Spaß gemacht haben. :) Das Buch kommt überraschenderweise ohne Romanze aus, was mich wirklich sehr gefreut hat, weil es so selten passiert. Unsere Protagonistin hat halt einfach wichtigere Sachen im Kopf und anderes zu tun. Neben Geister und Seelen geht es auch um Themen wie Krieg und Religion, wobei hier aber nichts als absolut richtig dargestellt wird. Die Menschen glauben einfach an unterschiedliche Dinge und beäugen sich misstrauisch. Makepeace wächst unter Puritanern auf und hält Katholiken anfangs für böse. Über allem hängt natürlich die Angst, der Magie bezichtigt zu werden oder als Hexe verschrien und mit dem Teufel im Bunde zu sein. Insgesamt handelt es sich also um eine Art historischen Roman mit magischen Einflüssen, den ich ziemlich mochte.

A Skinful of Shadows
A Skinful of Shadowsvon Frances HardingePan Macmillan
21. Juli
Bewertung:4

Falls jemand mal NULL Romance in seinem Fantasybuch haben möchte, kann ich das hier nur empfehlen.

Sehr atmosphärisch, tolle Idee, Charaktere hätten aber besser ausgearbeitet sein können. Entertainment 4/5 Idee 5/5 Plot 4/5 Charaktere 3/5 Stil 4/5 Impact 4/5

A Skinful of Shadows
A Skinful of Shadowsvon Frances HardingePan Macmillan
29. Dez.
Bewertung:4

Mit historischer Fantasy bin ich bisher noch nicht oft in Berührung gekommen, umso mehr habe ich mich auf Frances Hardinges ‚Schattengeister‘ gefreut. Nach einer anfänglichen Durststrecke, die mich kurz vor die Entscheidung des Abbruchs gestellt hat, hat sich die Geschichte doch noch gemacht – und wie. Ich habe ein Jugendfantasybuch bekommen, wie ich es so noch nie gelesen habe. Atmosphärisch, außergewöhnlich und definitiv empfehlenswert! Anfangs fand ich unglaublich schwer ins Buch. Wir folgen als Leser einem jungen Mädchen namens Makepeace. Und das ist glaube ich der ungewöhnlichste Name, den eine Protagonistin je hatte. Aber egal, man gewöhnt sich an alles, selbst an puritanische Namen. Man merkt also schon mit den ersten Seiten, dass wir uns im 17. Jahrhunderts befinden, als der Puritanismus in England Einzug hielt. Makepeace wohnt zusammen mit ihrer Mutter in einer kleinen Stadt nahe London, in einer sehr gottesfürchtigen Gemeinde, in der Makepeace noch der harmloseste Name ist. Neben What-God-Will, Forsaken und Kill-Sin. Das war mir auch alles noch verständlich. Doch das Verstehen hat aufgehört, als Makepeace‘ Mutter sie über Nacht in einer Friedhofskapelle einsperrt um ihr ihre Albträume auszutreiben. Und damit sie sich gegen die Toten zur Wehr zu setzt. Und das nicht nur einmal. Im Nachhinein macht wirklich alles Sinn, doch während des Lesens dachte ich mir nur „Hä?“. Generell find ich das Handeln von Makepeace‘ Mutter ziemlich konfus und mir gefällt nicht wirklich, was ich lese. Selbst als sich der Schauplatz ändert und Makepeace zur Familie ihres Vaters, den sie nie kennengelernt hat, zieht, sträube ich mich immer noch gegen die Geschichte. Ich verstehe auch hier einfach nicht, um was es geht. Selten war bin ich so schlecht in ein Buch gestartet und ich weiß wirklich nicht, ob ich nicht abgebrochen hätte, hätte es sich nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt. Da andere Meinungen jedoch nicht von Einstiegsschwierigkeiten schreiben habe ich mich durchgebissen und es einfach mal auf mich zukommen lassen. Ahnungslos, aber voller Hoffnung quasi. Und siehe da, mit (weitem) Fortschreiten der Handlung eröffnet sich mir immer mehr, was vor sich geht und warum Makepeace‘ Mutter sich so verhalten hat, wie sie es getan hat. Und warum sie Makepeace von der Familie ihres Vaters fernhalten wollte. Und als ich dann soweit war und für mich alles einen Sinn ergab, ich alles richtig einordnen konnte, habe ich das Buch richtig genossen. Denn es ist ein sehr außergewöhnliches Buch. Denn zum einen finde ich die Idee hinter dem Buch ziemlich toll. Geister von Toten suchen Zuflucht bei den Lebenden. Dabei ist die Interaktion der Geister mit den Besessenen so vielseitig wie es die Menschen selbst sind. Das hat mir gut gefallen und enorm viele Möglichkeiten eröffnet. Denn als Person, die Geister in sich aufnimmt, eignet sie sich deren Wissen an und kann sogar mit ihnen kommunizieren. Somit erreicht der Geist quasi Unsterblichkeit in einem fremden Körper. Und wenn man als Geist einmal davon profitiert hat, möchte man diese „Freiheit“ natürlich mit allen Mitteln verteidigen. Zum anderen fand ich die Zeit, in der die Geschichte spielt, ungemein interessant. England während der Herrschaft des Stuart-Königs Karl I., der versucht hat, absolut zu regieren und das Parlament aufzulösen. Er sah seine Herrschaft als göttliches Recht an und ein Parlament störte dabei natürlich. Es kam zum Bürgerkrieg und Makepeace fand sich zwischen Königstreuen und Parlamentariern wieder, verlor ihre Mutter, schmuggelte sich durch Feindesgebiet, spielte eine Spionin, traf sogar den König. Makepeace hat also nicht nur viele Abenteuer erlebt, sondern sich auch toll entwickelt. Anfangs war sie einfach ein kleines Mädchen, doch mit den Herausforderungen, denen sie sich stellen musste, ist sie gewachsen und hat sich zu einer Persönlichkeit entwickelt, die ich sehr mochte: neugierig, loyal, empathisch. Auch mit ihrer übersinnlichen Fähigkeit, Geister aufzunehmen, ging sie fast von Anfang an rational um, auch wenn sie natürlich zuerst versucht hat, gegen ihren ersten Bewohner, Bär, zu kämpfen. So wie ihre Mutter es ihr beigebracht hat. Doch als Bär und sie sich arrangiert hatten, gar Freunde wurden, hat Makepeace aus freiem Willen weitere Geister aufgenommen. Denn um in den von Kriegswirren zerrütteten England gegen eine mächtige Familie anzutreten, muss man jede Hilfe annehmen, die man bekommen kann. Und wieso sollte man den Feind nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen? So hat sich also aus einer wirren Geschichte etwas entfaltet, das ich sehr gerne gelesen habe. So gerne, dass ich die Anlaufschwierigkeiten fast vergessen konnte. Da diese aber an mir und meinem fehlenden Durchblick gelegen haben, möchte ich euch unbedingt ans Herz legen, es trotzdem mit dem Buch zu versuchen. Denn die Idee ist grandios, die historischen Begebenheiten sehr interessant und die Geschichte eigentlich auch. 4 Sterne.

A Skinful of Shadows
A Skinful of Shadowsvon Frances HardingePan Macmillan
2. Mai
Bewertung:4

I really loved the idea and concept of this story. A multitude of interesting, well-developed characters. Some of the plot lines went a bit too smoothly for my taste, but there were some interesting plot twists in the story. It was definitely an enjoyable read and I would recommend the books to dark fairy tale or ghost story lovers!

A Skinful of Shadows
A Skinful of Shadowsvon Frances HardingePan Macmillan