22. Okt.
Was ist real und was nicht?
Bewertung:4

Was ist real und was nicht?

Dieses Buch schreit förmlich “Herbst” und wer “Die geheime Geschichte” oder “The Shards” mochte, dürfte auch gern in diese Geschichte eintauchen. In diesem Kammerspielartigen Roman dreht sich alles um düstere Mächte, die in Cambridge vorrangig von einer Person ausgehen: Bryn Cavendish. Unser namenloser Erzähler sucht nahezu fanatisch seine Nähe, um zu seinem inneren Kreis zu gehören. Doch zu welchem Preis? Ein leiser Roman, der ohne Drama oder Effekthascherei auskommt und bei dem man sich am Ende selbst fragt, ob das alles wirklich passiert ist. Oder nur Einbildung war.

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
20. Okt.
Bewertung:3

"Wir haben keine Angst vor der Vergangenheit an sich. Aber wir haben Angst davor, dass die Vergangenheit uns einholt. Dass sie aus der Ecke hervorkriecht, in die wir sie gestellt haben, und uns still und heimlich folgt wie ein länger werdender Schatten auf einer leeren Straße, bis wir schließlich spüren, wie sie uns um die Beine streicht." Eigentlich hätte dieser Roman alles, um ein ganz großer zu werden, und doch hat er es nicht geschafft, mich vollends zu überzeugen. Das liegt vor allem an der Zeichnung der Charaktere, die viel zu sehr an der Oberfläche bleibt und keine Sympathien zulässt. Zum anderen ist der Spannungsaufbau schlicht mangelhaft. Immer mal wieder zwischendrin blitzen so kleine Spannungselemente auf, die dann aber leider wieder in Banalität versanden. Schade, denn das Setting und vor allem die Sprache haben mir gut gefallen.

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
16. Okt.
Nicht ganz meins
Bewertung:2.5

Nicht ganz meins

[𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘/ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟𝕤𝕖𝕩𝕖𝕞𝕡𝕝𝕒𝕣] 𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Wenn die Masken fallen // And he shall appear 𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Kate van der Borgh 𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Goldmann // Fourth Estate 𝔾𝕖𝕤𝕡𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 𝕧𝕠𝕟: Elliot Fitzpatrick 𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟/𝔾𝕖𝕙𝕠𝕖𝕣𝕥 𝕒𝕦𝕗: Deutsch/Englisch 𝕌𝕖𝕓𝕖𝕣𝕤𝕖𝕥𝕫𝕥 𝕧𝕠𝕟: Kristof Kurz (Englisch in Deutsch) 𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: Yes 𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Funktionieren für euch Bücher die nur von der Stimmung leben? 𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙: Atmosphärisch - Langatmig - Nicht meins 𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥: Mit dem Studium in Cambridge geht ein Traum für ihn in Erfüllung. Doch kaum dort angekommen fühlt er sich wie ein Fremdkörper, denn er ist kein Teil der Politik, teuren Weinen und eleganten Garderoben. Bis er Bryn Cavendish begegnet. Bryn ist alle, was man sich wünschen kann: Gebildet, schön und Mittelpunkt jeder Party. Als er in Bryns Kreise aufgenommen wird, scheint alles gut zu werden. Doch vielleicht trügt der Schein und etwas Dunkles wohnt in den Schatten. 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘: Ich bin ja ein Fan von stimmungsvollen Bücher und die war hier wirklich sehr gut. Düster, unheimlich und beklemmend. Und deshalb war der Anfang auch sehr vielversprechend. Leider gab es außerhalb der Stimmung nur nichts, was mich wirklich gefesselt hätte. 🙈 Ich habe praktisch jeden Charakter gehasst und es gab wirklich niemanden mit einer größeren Rolle, den ich in geringster Weise Sympathie entgegen bringen konnte. 😂 Und gefühlt ist dann auch nicht wirklich etwas passiert in diesem Buch. Hin und wieder gab es unheimliche Szenem die die Atmosphäre am laufen gehalten haben und das wars dann auch. Und dafür war das Buch mir einfach zu lang. 😅 Auf halbem Weg bin ich auf das englische Hörbuch umgestiegen und der Sprecher macht da einen unglaublich guten Job. Allerdings hat das nicht gereicht um die Geschichte für mich zu retten. Schade. 😅 𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘? Wenn man ein Buch sucht, dass nur von der Stimmung getragen wird, ist man hier richtig. 𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
13. Okt.
Bewertung:4

Zu Beginn des Romans hatte ich wirklich Probleme in die Geschichte einzutauchen. Die Charaktere und das Setting waren erstmal etwas fremd für mich. Allerdings ist das Buch so atmosphärisch geschrieben, dass ich dann immer weiter eingetaucht bin und mit den Personen mitgefiebert habe. Die Abhängigkeit und den Wunsch nach Anerkennung hat mich irgendwie gleichzeitig angewidert und gefesselt. Ich bin durch die Seiten geflogen und war fasziniert von den kompletten Geschehnissen. Und das Ende hat mich dann auch nochmal komplett überrascht. Wirklich eine Empfehlung von mir

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
4. Okt.
⭐️⭐️(⭐️)
Idee top, Umsetzung leider nicht mein Fall...
Bewertung:2.5

⭐️⭐️(⭐️) Idee top, Umsetzung leider nicht mein Fall...

⭐️⭐️⭐☆☆ (3/5) „Starke Idee, aber die Umsetzung war nicht meins." Die Beschreibung in Klappentext hat mich neugierig gemacht: Cambridge, eine toxische Freundschaft, psychologische Tiefe. Es klang nach einem intensiven Roman mit dunklen Geheimnissen und viel Atmosphäre. Und ja, die Atmosphäre ist definitiv da. Die elitäre Welt, subtile Machtspiele usw. - das wird sprachlich sehr schön eingefangen. Aber ich konnte mich in den Roman nicht richtig "einlesen". Obwohl der Roman in der Ich-Perspektive geschrieben ist, habe ich mich der (namenlosen) Hauptfigur überhaupt nicht nah gefühlt. Sein Gegenpart Bryn war eher interessant, aber durch seine manipulative Art natürlich auch kein Sympathieträger. Alle anderen Firguren wirkte n auf mich nur wie schmückendes Beiwerk (was aber durchaus gewollt sein könnte, da es ja eher ein "Kammerspiel" ist, das sich auf den Erzähler und Bryn konzentriert. Man muss auch etwas Geduld mitbringen für dieses Buch, weil die Erzählweise schon recht langsam ist. Ich hatte mir - auch wenn mir bewusst war dass es um psychologische Machtspielchen geht - schon ein etwas handlungsorientierteres Buch gewünscht. Kurzum, ich bin damit einfach nicht richtig warm geworden. Ich habe gemerkt wie mein Interesse an der Handlung und den Figuren immer mehr nachließ. Für mich natürlich das ultimative Zeichen, dass es einfach nicht das richtige Buch für mich war. Dennoch möchte ich nicht einfach pauschal sagen, dass es ein schlechter Roman ist. Die Grundidee, verbunden mit dem Setting ist wirklich gut und gerade bei Lesern, die die Stadt oder das Studentenleben an einer renommierten englischen Uni kennen, könnte ich mir vorstellen, dass sie dem Buch viel mehr abgewinnen können.

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
29. Sept.
Bewertung:2

Ich hatte große Erwartungen an diesen Roman. Eine dunkle, obsessive Freundschaft, ein geheimnisvoller Typ, Cambridge als Setting und dazu noch psychologische Tiefe? Leider konnte das Buch diese Erwartungen für mich nur stellenweise erfüllen. Ein namenloser junger Mann beginnt sein Studium in Cambridge und fühlt sich dort erstmal völlig fehl am Platz, bis er Bryn Cavendish begegnet. Bryn ist exzentrisch, auffällig und wirkt auf andere wie ein Magnet. Er zieht seinen neuen Freund in eine Welt voller Regeln, die nur Bryn selbst versteht. Und je näher man ihm kommt, desto unheimlicher wird es. Doch was ist Fassade und was steckt wirklich dahinter? Der Schreibstil von Kate van der Borgh ist definitiv etwas Besonderes. Ruhig, klar, oft fast kühl, aber gerade das erzeugt eine beklemmende, schleichende Spannung. Die Atmosphäre ist düster, langsam. Wer psychologische Romane mag, die eher auf Subtext und leise Töne setzen statt auf große Action, kommt hier auf seine Kosten. Bryn bleibt rätselhaft, seine Macht über andere spürt man, auch wenn ich sie nicht immer nachvollziehen konnte. Und die Idee, dass der Protagonist keinen Namen bekommt, fand ich interessant! Es sorgt für Distanz, lässt aber gleichzeitig viel Raum zur Interpretation. Es hat mich hier aber leider absolut nicht gepackt. Die Handlung zieht sich über weite Strecken, die Dialoge bleiben oft vage und bedeutungsschwer, ohne dass wirklich etwas passiert. Die Figuren waren für mich schwer greifbar. Vor allem Bryn, der zwar als charismatisch beschrieben wird, hat für mich persönlich kaum diese Wirkung entfaltet. Ich habe einfach nie verstanden, warum der Erzähler so von ihm besessen ist. Die übernatürlichen Andeutungen haben das Ganze zusätzlich unnötig verkompliziert. Ich habe das Buch nach etwa 300 Seiten nur noch überflogen und mir das Ende angeschaut. Das war nicht schlecht aber macht die Längen nicht wett, dass man sich da durchquälen muss. Wenn die Masken fallen ist sprachlich stark und atmosphärisch dicht, aber inhaltlich für mich zu wenig. Mehr Substanz, mehr echte Spannung, greifbarere Figuren. Leider ein Flop für mich.

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.
14. Sept.
Bewertung:4

Eine eindringliche Studie über Macht, Abhängigkeit und menschliche Abgründe.

Kate van der Borgh präsentiert mit „Wenn die Masken fallen“ einen zeitgenössischen Roman, der wie ein fein gesponnenes Netz wirkt: still, unscheinbar und doch mit einer Sogkraft, die den Leser von der ersten Seite an gefangen nimmt. Im Zentrum steht nicht die klassische Spannung mit schnellen Wendungen oder atemlosen Szenen, sondern eine psychologische Intensität, die sich langsam entfaltet. Der Roman ist ein Kammerspiel, das in seiner Reduktion auf zwei Hauptfiguren eine enorme Wirkung entfaltet. Mit jeder Begegnung, jedem Dialog und jeder subtilen Beobachtung zieht sich die Schlinge enger, bis die glänzende Fassade einer scheinbar charismatischen Persönlichkeit Risse bekommt und schließlich in sich zusammenfällt. Bryn Cavendish steht nicht nur im Mittelpunkt der Handlung, sondern zieht auch alle Aufmerksamkeit auf sich – wie ein Magnet, dem man sich kaum entziehen kann. Er ist der charismatische Mittelpunkt einer Geschichte, die von Anziehung und Abstoßung gleichermaßen lebt: charmant und schillernd auf den ersten Blick, doch von einer Aura des Unheimlichen umgeben, die man nicht sofort greifen kann. Van der Borgh zeichnet Bryn mit feiner Feder und verleiht ihm eine Vielschichtigkeit, die ihn weit über das Klischee des dunklen Verführers hinaushebt. Immer wieder blitzen Schattenseiten an ihm auf: beiläufig hingeworfene Bemerkungen, subtile Machtspiele, unausgesprochene Drohungen zwischen den Zeilen. Diese kleinen Risse in der perfekten Fassade lassen den Leser erahnen, dass unter der Oberfläche eine gefährliche Tiefe lauert. Dieses permanente Brodeln, dieses Gefühl, dass jederzeit etwas kippen könnte, ist der wahre Motor des Romans – und macht Bryn zu einer Figur, die gleichermaßen fesselt wie einschüchtert. Van der Borghs Stil ist von einer beeindruckenden Klarheit: nüchtern, präzise, manchmal fast lakonisch – und gerade deshalb so wirkungsvoll. Sie verzichtet auf überbordende Dramatik oder sprachliche Effekthascherei und entfaltet stattdessen eine stille, unterschwellige Spannung, die umso stärker wirkt. Jedes Wort sitzt, jeder Satz ist messerscharf gesetzt, und diese sprachliche Zurückhaltung wirkt wie ein Brennglas auf das psychologische Drama zwischen den Figuren. Die Handlung entfaltet sich nicht in lauten Höhepunkten, sondern schleicht sich leise, aber unaufhaltsam in das Bewusstsein des Lesers, wie ein feines Gift, das sich Seite für Seite ausbreitet. Auch das Setting trägt zu dieser permanenten Unruhe bei: modern und urban, doch bewusst unscharf gehalten, als wolle die Autorin betonen, dass das Geschehen überall und jederzeit stattfinden könnte – und gerade dadurch bekommt die Geschichte etwas Universelles und Beunruhigendes. Im Verlauf der Handlung verdichten sich die Spannungsmomente wie dunkle Wolken am Horizont. Was zunächst wie harmlose Irritationen wirkt, wächst zu einer Atmosphäre ständiger Bedrohung heran. Jede Begegnung zwischen dem Erzähler und Bryn scheint ein weiteres Puzzlestück zu enthüllen, bis schließlich Bryns wahres Wesen unaufhaltsam ans Licht dringt. Diese Enthüllung kommt nicht als plötzlicher Schock, sondern als das unausweichliche Resultat einer schleichenden Eskalation: ein langsames, fast unmerkliches Abgleiten in eine toxische Dynamik, die von Anfang an unter der Oberfläche lauerte. Gerade diese behutsam aufgebaute Spannungskurve, die den Leser Seite für Seite tiefer in den Abgrund dieser Beziehung zieht, macht den Roman so eindringlich und fesselnd. Das Auffälligste ist, dass der Protagonist namenlos bleibt – ein Kunstgriff, der der Geschichte nicht nur eine kühle Distanz, sondern auch eine universelle Dimension verleiht: Jeder Leser könnte an seiner Stelle stehen. Dieser Erzähler wirkt zugleich analytisch und obsessiv, beinahe wie ein emotionsloser Chronist seiner eigenen Obsession. Seine Begegnungen mit Bryn schildert er mit einer Kälte, die bisweilen an einen Psychopathen erinnert. Statt Empathie oder Leidenschaft vermittelt er den Eindruck eines distanzierten Beobachters, der sein Gegenüber ebenso präzise wie erbarmungslos seziert. Genau diese unbeteiligte Perspektive ist es, die die Handlung von Beginn an in eine beklemmende Atmosphäre taucht – man liest, als lausche man heimlich Gesprächen hinter verschlossenen Türen. Die Stimme dieses namenlosen Erzählers trägt entscheidend dazu bei, dass sich beim Lesen ein permanentes Gefühl der Unsicherheit einstellt. Nichts ist greifbar, nichts verlässlich; jedes Detail könnte ebenso gut Realität wie Projektion sein. Die distanzierte, beinahe klinische Art der Schilderung lässt den Leser ständig daran zweifeln, wie viel Wahrheit sich in diesen Erinnerungen verbirgt und wo Einbildung beginnt. Dieses Spiel mit Subjektivität und Wahrheit, mit Nähe und Fremdheit, macht den Roman zu einem raffinierten psychologischen Puzzle und ist zweifellos eine seiner größten Stärken. „Wenn die Masken fallen“ ist kein Roman, den man mal eben zwischen Tür und Angel liest. Er verlangt Konzentration, Geduld und die Bereitschaft, sich auf eine zunehmend bedrückende Beziehungskonstellation einzulassen, die mit jeder Seite enger wird – fast wie ein Netz, das sich langsam um den Leser zieht. Wer Freude an psychologischer Tiefe, subtiler Spannung und einer düsteren, beinahe klaustrophobischen Grundstimmung hat, wird hier reich belohnt: Kate van der Borgh bietet ein literarisches Psychogramm, das nicht nur fesselt, sondern noch lange in Form eines beklemmenden Gefühls nachhallt.

And He Shall Appear
And He Shall Appearvon Kate van der BorghUnion Square & Co.