
Als Alice zehn war, nahm Ray sie mit – weg von ihrer Familie, ihren Freunden, ihrem Leben. Sie lernte, jede Kontrolle aufzugeben, jeden Schmerz zu ertragen. Sie wartete darauf, dass der Albtraum endlich vorbei ist. Jetzt ist Alice fünfzehn, und Ray hat sie immer noch, doch er spricht immer häufiger von ihrem Tod. Er ahnt nicht, dass genau das ist, wonach sie sich sehnt. Und sie ahnt nicht, dass er etwas noch Schrecklicheres als den Tod für sie geplant hat. Das ist Alices Geschichte. Eine, die du noch nie gehört hast – und eine, die du niemals, wirklich niemals vergessen wirst.
"Living Dead Girl" von Elizabeth Scott ist… harter Tobak. Wirklich. Ein Buch, bei dem man eigentlich erwartet, dass es einen emotional komplett zerlegt. Und genau das ist bei mir überraschenderweise nicht passiert. Während des Lesens war mir durchaus bewusst, wie grausam und verstörend diese Geschichte ist. Aber als ich das Buch beendet hatte, blieb dieses „Nachhallen“, das ich erwartet hatte, irgendwie aus. Ein großer Teil davon liegt vermutlich an Alice selbst. Ihre Gedanken und Handlungen sind auf eine Art nachvollziehbar – und gleichzeitig eben auch überhaupt nicht. Genau dieser Widerspruch hat bei mir eher Frust ausgelöst als Mitgefühl. Bis kurz vor Schluss war ich regelrecht wütend auf sie. Und das fühlt sich bei so einer Geschichte ehrlich gesagt ziemlich falsch an. Das Thema ist ohne Frage erschütternd. Eine Geschichte über etwas zutiefst Grauenvolles, aber emotional hat sie mich nicht so getroffen, wie ich es erwartet hätte.






