
Eine Geschichte mit starken Ansätzen und viel Potenzial – aber auch mit einigen Stolpersteinen
„Eine Ausgestoßene und ein Söldner werden zu Star-Crossed Lovers – aber können sie die Welt retten, wenn sie einander nicht vertrauen?“ Mit „Crown of War and Shadow“ habe ich zum ersten Mal ein Buch von J. R. Ward gelesen – und ich war unglaublich neugierig auf die viel gelobte Autorin. Gleichzeitig fällt es mir gar nicht so leicht, dieses Buch zu bewerten, denn meine Gefühle dazu waren ziemlich gemischt. Der Einstieg hat mich überrascht. Der Schreibstil wirkte zunächst anders als erwartet: eher historisch angehaucht, mit einer besonderen Atmosphäre, die mich erst einmal abholen musste. Leider wurde aber auch schnell deutlich, dass die deutsche Übersetzung dem Original vermutlich nicht ganz gerecht wird. Manche Formulierungen wirkten holprig und haben den Lesefluss gestört – sehr schade, gerade bei einer Geschichte, die von ihrer Welt und Stimmung lebt. Wir begleiten Sorrel, eine Außenseiterin, die seit ihrer Kindheit wegen ihrer heilenden Fähigkeiten und ihrer Gabe, den Tod vorherzusagen, ausgegrenzt wird. Als das Fulcrum zusammenbricht und Dämonen in die Welt der Sterblichen eindringen, wird ausgerechnet sie zur Hoffnung vieler. Auf ihrer Reise begegnet sie Merc, einem geheimnisvollen Söldner mit einem zweifelhaften Ruf. Ihre Verbindung lebt von Misstrauen, Geheimnissen und einer spürbaren Anziehung. Und ja… manchmal hätte ich Merc wirklich gerne geschüttelt und gerufen: „Frag doch einfach mal nach!“ 🤭 J. R. Ward macht es ihren Figuren (und uns Leser:innen) wirklich nicht leicht, denn viele Dinge bleiben lange im Dunkeln. Erst nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen – was am Ende durchaus Sinn ergibt, aber manchmal auch meine Geduld herausgefordert hat. Trotzdem konnte ich die Spannung zwischen Sorrel und Merc fühlen. Ihre Dynamik hat mich gepackt und ich wollte hinter ihre Geheimnisse kommen. Besonders gefallen hat mir Sorrels Entwicklung. Zu Beginn ist sie eine einsame Frau, die ihr Schicksal eher hinnimmt, als dagegen anzukämpfen. Doch durch die Menschen, die sie auf ihrer Reise kennenlernt, erfährt sie Freundschaft, Vertrauen und echte Wertschätzung. Es war schön zu sehen, wie sie langsam zu einer starken Heldin heranwächst. Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Die magische Welt, die Bedrohung durch die Dämonen und die vielen offenen Fragen haben dafür gesorgt, dass ich weiterlesen wollte. Allerdings wurden manche Szenen für meinen Geschmack sehr abrupt beendet – manchmal war ich mir nicht sicher, ob das ein gewolltes Stilmittel war oder ob hier einfach etwas verloren ging. Der Plot-Twist am Ende konnte mich dann aber wirklich überraschen und hat der Geschichte nochmal einen schönen Abschluss gegeben. ✨ „Immer vorwärts, niemals zurück.“ ✨ Eine Geschichte mit starken Ansätzen, einer interessanten Heldin und viel Potenzial – aber auch mit einigen Stolpersteinen. Ich bin gespannt, ob weitere Bücher der Reihe mich noch mehr überzeugen können. Bewertung: 3,75–4 Sterne ⭐️






















