21. Jan.
Bewertung:5

"Wheel of time" oder auf Deutsch "Das Rad der Zeit" ist spätestens ab dem 4. Band zu einer der besten Fantasyreihen geworden, die ich je gelesen habe. Nach dem ersten Band war ich noch etwas skeptisch ob ich überhaupt weiter lesen soll, da die Geschichte teilweise doch sehr an Herr der Ringe erinnert (Junge aus kleinem abgelegenen Dorf muss ausziehen um die Welt zu retten und Dunklen Herrscher zu besiegen). Glücklicherweise hab ich mich dann doch dazu entschieden den zweiten Band zu lesen, da ich dachte bei 14. Bänden wird es noch genug Entwicklungspotential geben. Und ich dachte richtig, von Band zu Band wurde die Geschichte besser, spannender und vor allem immer komplexer. In jedem Band kommen gefühlte 5 Handlungsstränge, Intrigen und Verwebungen von Charakteren hinzu. Der Ausdruck Verwebungen passt übrigens perfekt, diejenigen die die Reihe gelesen haben bzw. gerade lesen, wissen was ich meine ;). Mittlerweile verliere ich schon fast den Überblick über die Personen und Handlungsstränge, wer mit wem intrigiert etc. Was allerdings nicht negativ gemeint ist. Meiner Meinung nach macht es das von Band zu Band spannender, auch wenn ich mich nach jedem Band frage, wie Robert Jordan das noch toppen will. Im Vergleich zu Wheel of Time wirkt sogar Game of Thrones flach. Damit will ich jetzt keinem Game of Thrones-Fan auf die Füße treten, ich bin selbst großer Fan der Reihe bzw. der Serie. Aber Wheel of Time ist tatsächlich noch um einiges komplexer und vor allem magischer. Der perfekte Mix aus Herr der Ringe und Game of Thrones. Die größte Schwäche sind meines Erachtens die Charaktere, zumindest zu Anfang. Die Männer erscheinen alle etwas dämlich und die Frauen sind alle intrigante Zicken. Aber das entwickelt sich langsam positiv, bei 14. Bänden bin ich zuversichtlich dass da noch sehr viel Luft nach oben ist. In diesem Band sind mir schon einige Charaktere die ich vorher nicht besonders mochte, richtig sympathisch geworden. Egwene ist in diesem Band zu einem meiner Lieblingscharaktere geworden, genauso wie Mat. Der hat mich in den Bänden vorher meistens unfassbar aufgeregt mit seinem kindisch-dämlichen Playboy-Gehabe, aber in Lord of Chaos fand ich ihn einfach super. Rand wird immer verstörender, wofür ich aber volles Verständnis habe. In seiner Situation würde wohl jeder wahnsinnig werden, selbst ohne den Makel Saidin's. Fazit: Allen die Herr der Ringe und/oder Game of Thrones mögen und allen High-Fantasy-Fans sowieso, kann ich Das Rad der Zeit nur empfehlen. Diese absolut geniale Reihe hat zumindest in Deutschland leider nie die Aufmerksamkeit und Popularität erhalten, die sie verdient.

Lord of Chaos (The Wheel of Time, Book 6)
Lord of Chaos (The Wheel of Time, Book 6)von Robert JordanTor Fantasy