Spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft mit unerwarteter Wendung
Das Buch scheint zunächst eine Liebesgeschichte zwischen der Tochter aus reichem Elternhaus und dem verarmten Straßenverkäufer. Nach den ersten Seiten habe ich mich darauf eingestellt, eine der ewig gleichen Love Stories vor neuer Kulisse zu lesen. Aber dann ist das Buch in eine ganz andere und unerwartete Richtung abgebogen und es wurde sehr viel dunkler. Achtung Spoiler bzw. Trigger-Warnung: Ich hab schonmal ein Buch über Menschenhandel und Zwangsprostitution gelesen und mir war klar, dass gerade aus Nigeria viele Frauen nach Europa gebracht werden. Es war interessant, die Thematik mal aus dem anderen Blickwinkel zu betrachten, den irgendwohin muss das damit erwirtschaftete Geld ja in Nigeria fließen. Das ganze Buch über bleibt unklar, wieviel Abike tatsächlich über die Herkunft ihres Reichtums weiß und ob sie sich überhaupt dafür interessiert. Sie scheint teilweise sehr kalt und berechnend im Hinblick auf die Menschen um sie herum. Damit bleibt auch offen, ob sich mit dem Ende der Geschichte nun wirklich etwas verbessert oder einfach nur jemand anderes an die Stelle des skrupellosen Geschäftemachers tritt. Fazit: Ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft und ein großartiges Buch, das ich gerne gelesen habe. Ich kann es nur empfehlen, sofern man keine Liebesgeschichte erwartet.


