„Reader my story ends with freedom; not in the usual way with marriage.“
Eine unglaublich bedrückende und kluge Biografie. Ausgehend von ihrer Kindheit schildert Harriet Jacobs, wie sie in die Abhängigkeit unterschiedlich grausamer „Master“ gerät. Bekannt ist die Erzählung vor allem dafür, dass sie vergleichsweise explizit den systematischen sexuellen Missbrauch weiblicher Sklavinnen thematisiert. Die eigentliche Kernbotschaft liegt für mich jedoch darin, dass ein so unmenschliches System wie die Sklaverei nicht nur die Unterdrückten, sondern auch die Unterdrücker entmenschlicht. Jacobs zeichnet das Bild einer US-Gesellschaft, die von Lügen, Gewalt und Misstrauen durchzogen ist. Keine leichte Lektüre, aber selten bin ich so tief in diese Thematik eingetaucht.
