Nachdem ich kürzlich darüber gestolpert bin, dass es nach "His Dark Materials" eine neue Reihe von Philip Pullman gibt, habe ich das erste Buch förmlich verschlungen. Zeitlich etwa 10 Jahre vor der Trilogie angesiedelt, geht es um das Baby Lyra und dessen Rettung durch zwei Teenager. Man fühlt sich direkt wieder zu Hause, viele bekannte Referenzen helfen dabei. Das Buch ist aber auch ohne "His Dark Materials" verständlich. Der zweite Band der neuen Trilogie ist allerdings zeitlich nach den ursprünglichen Büchern angesiedelt - also werde ich die wohl zur Sicherheit vorher nochmal lesen :)
Wer Fantasy liebt und vor Kinderbüchern nicht zurückschreckt, dem ist sicherlich Philip Pulmans Serie „His Dark Materials“, die mit dem Buch „Der goldene Kompass“ (wurde verfilmt) gut bekannt. Die Trilogie „The Book of Dust“, von der nun Band 1 erschienen ist, spielt 10 Jahre vor dieser Geschichte und erzählt davon, wie die spätere Protagonistin Lyra ihren Weg ins Jordan Collage fand. In der späteren Serie war es die magische Welt, die mich faszinierte und ich freute mich, in diese zurückzukehren. Doch, wie der Autor bereits in diversen Interviews betonte, erwartete mich nun eine sehr viel düstere Version seiner Schöpfung. Ich traf auf Erwachsene, die skrupellos Kindern nach dem Leben trachten. Trotz allem erschienen mir die beiden Helden Malcolm und Alice ein wenig zu mutig angesichts der Gefahren, in denen sie sich unvermittelt befinden. Je weiter ich las, umso unglaubwürdiger erschien mir ihr Verhalten auf der einsamen Reise in einem kleinen Boot, auf der es einige extrem befremdliche Situationen gab. Wer die Serie chronologisch lesen möchte, stößt außerdem auf das Problem, dass der Autor wesentliche Elemente der Story wie u.a. die Existenz der „dæmons“ nicht mehr erläutert, vermutlich weil er davon ausgeht, dass seine Fans sie bereits aus seinen anderen Büchern kennen. Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch ein wenig enttäuscht hat. Es ist zwar wie gewohnt hervorragend geschrieben und mit viel Liebe zu Details, dennoch zieht es sich sehr in die Länge. Eigentlich paddeln die Kinder nur von A nach B, erleben dabei viele gefahrvolle Abenteuer und – wer „His Dark Materials“ kennt – weiß natürlich, wie diese Fahrt endet. Mir fehlten neue Aspekte der mir bekannten Welt, neue magische Momente. Ich weiß allerdings auch, dass ich eigentlich nicht zur Zielgruppe gehöre. Schade, ich hatte mir mehr erhofft. Dennoch ist es ein nettes Buch, das Kinder sicherlich lieben werden.

