Drachen sind auch nur feuerspeiende Echsen...
Sayana ist mit Leib und Seele eine Bone-Raider und verbringt ihre Tage und Nächte in der Steppe, wie früher die Hunnenstämme um Chingis Khan, um grob das setting zu beschreiben. Sie ist als Späher unterwegs und soll eine der letzten Siedlungen in der Steppe auskundschaften, doch heute ist einfach nicht ihr Tag. Erst verliert sie wieder ihr Pferd ... oder Schuh? Und dann wird sie auch noxh zufällig entdeckt und wird erstmal von den Bewohnern gefesselt. Aber alle guten Dinge sind drei, denn nur nicht die Bone Raiders sind auf Beutetour sondern auch ein Araatan, eine riesigen feuerspeiender Leguan, der Menschen zum Frühstück verspeist. Naja, und während der jetzt das Dorf verwüstet, befreit sie sich, nur um nun von ihm gejagt zu werden. Aber, um die Geschichte kurzzuhalten: schließlich landet sie auf den Rücken des Araatan und schafft es sogar den Araatan gewissermaßen zu lenken. Zumindest überlebt sie und 4 weitere Rakada (Bone Raiders), aber alle Vorräte sind zerstört. Da kommt Sayana die richtige Idee: Wenn sie anstatt auf Pferden auf den Araatan ritten, dann können sie so schnell nichts mehr aufhalten. Und so beginnt die Reise: sie braucht jemanden, der sich mit Tieren auskennt und sie zähmen kann und einen Araatan, der sich zähmen lässt und das alles in nur ein paar Wochen, bzw. Hat sie 10 Tage Zeit um die Anführerin von ihrer Idee zu überzeugen. Als ich den Roman vom Fairyloot Fantasy Abo bekam, hatte ich nicht gerade die höchsten Erwartungen: oh hey, Spere, feuerspwiende Echsen, die nicht fliegen können und wilde Gesichtsbemalung, aber es war viel mehr als das! Sayana muss beweisen, dass ihre Idee funktioniert und wenn sie dafür eine Tierflüsterin aus der Hauptstadt entführen muss? Sie hat schon schlimmeres getan um frei zu sein. Ein wilder Haufen Frauen, die kämpfen für was sie lieben. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass der umgedrehte Bechtel-Wallace-Test nicht bestanden wäre. Also es gibt einige männlichen Charaktere, aber ich glaube, es gibt keine Szene, wo sie sich alleine unterhalten und das Thema keine Frau ist. Und, Überraschung, der Roman funktioniert trotzdem! Keine aufgedrängte Romanze, vielleicht hier und da kleine Hinweise, damit das Ende passt, wie es ist. Dass die Beziehungen häufig Queer sind, steht nicht zur Debatte, es interessiert einfach niemanden. Jede Rakada hat ihr eigenes Päckchen zu tragen und entwickelt sich zunehmend in dem Roman. Yesuntei ist eine gute Gegenspielerin, die mit Ihrer Grausamkeit niemanden etwas vormacht. Fraunpower, die die Steppe aufmischen und für fast alle Charaktere einen guten Characterarch bereit hält. Ich freue mich schon auf die verrückte Fortsetzung mit noch mehr Araatan und noch mehr Gegnern.



