28. Feb.
Uninspirierter Surrealismus eines Abtreibungsgegners
Bewertung:1

Uninspirierter Surrealismus eines Abtreibungsgegners

Ich hab die deutsche Ausgabe gelesen und hätte es mir sparen können. Das Buch startet mit gewitzter und pointierter Sprache und macht zunächst einen interessanten Eindruck. Die ersten Traumsequenzen sind nicht schlecht und das erste leichte überschwappen der Traumwelt in die reale Welt sorgt für die beste kleine Passage im Buch. Aber schnell wird die surreale Traumwelt zu einem peinlichen Konstrukt eines Autors, der sich mit zufälligen Absurditäten ständig selbst überbieten will (hihi und das Meer ist rosa und die Wellen gelb hihi und dann ist es plötzlich eine Blumenwiese und das große Kamel mit dem Hut ist ganz Weise hihi). Während das nur albern ist, ist die verkappte Abtreibungskritik der Geschichte viel ätzender. Frauen werden nämlich ganz doll unter ihrer schlimmen Tat der Abtreibung leiden und bei einer Abtreibung stirbt nämlich auch ein Kind, welches einem Namen gehabt hätte und eine Zukunft und was nun im Jenseits im Alter von 6 Jahren auf die Mutter wartet. Muss man wissen. Muss man vielleicht auch gar nicht lesen. Am besten ist dann noch, dass gleichzeitig ein männlicher Charakter im Buch gewaltätig und grenzüberschreitend übergriffig ist und die weibliche Protagonisten das dann romantisch finden darf und für den schüchternen Axtmörder, der seine Schwester und Mutter umgebracht hat, eine verständnisvollere Geschichte erzählt wird als für die Frau die abgetrieben hat. Die beiden ersten Sätze sind die einzige wirklich lesenswerten in diesem Buch, wundert mich nun nicht mehr, das auch diese Sätze als Klappentext aufgedruckt sind.

Bones of the Moon (Answered Prayers, 1)
Bones of the Moon (Answered Prayers, 1)von Jonathan CarrollOrb Books