Für Fans von RuPaul ein kurzweiliges Erlebnis, für alle anderen eventuell nicht tiefgreifend genug
The House of Hidden Meanings wäre definitiv nicht auf meiner Liste gewesen, wenn RuPaul nicht in einer der letzten Staffeln von RuPauls Drag Race darauf hingewiesen hätte. Ich bin kein intensiver Biografien Leser, wenngleich das Konzept mir zusagt. Gerade bei einer schillernden Persönlichkeit wie RuPaul wollte ich das Buch ausprobieren und muss sagen, dass es mir Spaß bereitet hat, es sich aber an einigen Stellen in die Länge zieht. Mit seinen ca. 320 Seiten ist es alles andere als ein Wälzer und doch habe ich oft nur wenige Seiten am Stück lesen können, weil hinter dem ganzen keine Spannung steckt. RuPauls Geschichte ist nicht uninteressant. Sie ist pikant, etappenreich und geschmückt von den bildlichen und lebhaften Vergleichen, die RuPaul auf seine gewohnt charmante Art einbaut. Trotzdem hätte ich mir rein strukturell ein wenig mehr Fokus und einen strikteren roten Faden gewünscht. Viele Phasen seines Lebens schneidet Ru nur an, lässt an anderer Stelle umso tiefer blicken, der Fokus liegt jedoch meistens auf seinen Beziehungen und Gefühlen, weniger auf seinen ganzen anderen Errungenschaften, seinen Stil, seine Karriere und seine Arbeit als Geschäftsmann. Vor allem der Einblick in seine Jugend und die Beziehung zu seiner Mutter war aufschlussreich, über seinen "Rise to Fame" verliert Ru jedoch weniger Worte und konzentriert sich mehr darauf, das Gefühl zu umschreiben, plötzlich Weltstar zu sein, anstatt mit Details um die Ecke zu biegen. Ich bin noch nicht lange Fan von RuPaul und auch wenn es gedauert hat, bis ich das Buch beendet habe, hat er mich dennoch überzeugen können. The House of Hidden Meanings ist kein Muss aber für Fans oder einfach für zwischendurch gerne einen Blick wert.



