
Ein Sachbuch-Meilenstein. Thema: wie das Leben den Planeten Erde beeinflußt, und umgekehrt. Aha-Momente garantiert. Jabr hat im Laufe von 10 Jahren für dieses Buch intensiv in wissenschaftlichen Quellen recherchiert, Reisen unternommen und mit Forschern gesprochen. Herausgekommen ist ein wunderbares Werk, welches verständlich ist und sich gut lesen lässt. Es beschreibt im Detail Zusammenhänge und fügt viele einzelne Erkenntnisse aus der Wissenschaft mit persönlichen Erfahrungsberichten von engagierten Forscherinnen und Forschern zu einem beinahe poetischen Gesamtbild zusammen. Dabei räumt er auf mit Mythen rund um die Gaia Hypothese (wobei es vielleicht eher eine Sichtweise, ein großes Gesamtbild ist, als eine Hypothese), beschreibt den Wandel im Laufe der Zeit und hält sich dabei abseits von esoterischen Sichtweisen an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für mich war die Zeit, die ich dem Lesen dieses Buches gewidmet habe (was mir leichtfiel), die wertvollste Zeit des Tages, in intellektueller Sicht. Gleichzeitig fühlte ich mich so gut unterhalten und habe die vehemente, gefühlvolle Darstellung von engagierten Menschen, von faszinierenden Projekten und umwerfenden Erkenntnissen und Zusammenhängen sehr bewundert. Ein Weckruf, der nicht schreit, aber überzeugend Fakten sprechen lässt und Sachverhalte verknüpft, die nicht länger nur einzeln betrachtet werden dürfen. Ich wünschte, dieses Buch würden möglichst viele Menschen lesen, um zu begreifen, was auf dem Spiel steht und um nicht nur eine abstrakte Gefahr zu sehen, die von einigen Menschen gar auch negiert wird und oftmals eher als Glaubensfrage deklariert wird, sondern etwas Greifbareres. Das Gefühl, was bei mir nach dem Lesen vorherrscht ist Bewunderung und Ehrfurcht.
