RomCom x Slasher
Jamie liebt Slasher-Filme. Und Rom-Coms. Eine Kombination, die ihr Leben ziemlich gut beschreibt. Sie kennt jede einzelne Horrorfilmregel, weiß, warum man sich niemals von der Gruppe trennt, warum Alkohol in brenzligen Situationen keine gute Idee ist und dass das Final Girl am Ende meistens unterschätzt wird. Theoretisch ist sie also bestens vorbereitet. Doch als bei einem Speed-Dating Event plötzlich die Lichter ausgehen und Teilnehmer abgeschlachtet werden, bekommt das Ganze eine Dynamik, die verdächtig stark an ihre liebsten Horror-Klassiker erinnert. Plötzlich ist sie nicht mehr Zuschauerin, sondern mittendrin in einer Geschichte, die sich anfühlt wie ein Slasher… Von Shailee Thompson hatte ich bisher noch nichts gelesen. Ehrlich gesagt haben mich Cover und Klappentext sofort abgeholt. Ich habe mir eine richtig gute, vielleicht etwas überzeichnete Slasher-Story vorgestellt. Atmosphärisch, ein bisschen blutig, mit einem Augenzwinkern. Und genau das habe ich bekommen. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Mischung aus Genres, die man gar nicht so oft kombiniert findet. Wir haben hier einen klassischen Slasher-Horror, kombiniert mit Romance. Und das funktioniert erstaunlich gut. Die Liebesgeschichte drängt sich nicht unangenehm in den Vordergrund, sondern fügt sich organisch ein. Dazu kommt eine richtig gute Portion Humor und immer wieder kleine feministische Untertöne, die das Ganze angenehm modern wirken lassen. Jamie als Hauptprotagonistin mochte ich sofort. Ihre Leidenschaft für Slasher-Filme und Rom-Coms macht sie nicht nur nahbar, sondern auch herrlich selbstironisch. Sie analysiert Situationen anhand von Horrorfilmregeln, zieht Parallelen zu bekannten Szenen und kommentiert ihr eigenes Leben wie einen Film. Gerade als Millennial habe ich mich in so vielen Anspielungen wiedergefunden. Es sind wirklich unzählige Verweise auf klassische Slasher- und Horrorfilme enthalten, dazu kommen Rom-Com-Klassiker, bei denen mir einfach das Herz aufgegangen ist. Dieses Buch ist im Grunde eine Liebeserklärung an das Horror-Genre. Die Regeln, die wir alle kennen – man darf sich nicht trennen, man darf sich nicht betrinken, man sollte niemals „Ich komme gleich zurück“ sagen – werden hier aufgegriffen, eingearbeitet und gleichzeitig charmant auf die Schippe genommen. Das Buch nimmt sich selbst nicht zu ernst, was bei diesem Konzept absolut notwendig ist. Andernfalls würde es schnell überzogen wirken. So aber bleibt es unterhaltsam und spannend. Wer hier einen ernsten, düsteren Thriller erwartet, könnte eventuell überrascht sein. „A Killer Crush“ ist vielmehr ein Slasher-Film in Buchform, mit Nostalgie, Humor und einem Augenzwinkern. Für mich war genau diese Mischung aus Spannung, Selbstironie und Filmreferenzen perfekt. Meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Auf diese besondere Tonalität muss man sich allerdings einlassen können. Doch wer Humor im Horrorformat mag und die Filme der Neunziger und Zweitausender liebt, wird hier unglaublich viel Spaß haben. Für mich war es ein echtes Highlight und eine absolute Empfehlung für alle, die Slasher nicht nur schauen, sondern fühlen.
































































