Der Fährmann ist eines jener seltenen Bücher, die sich nicht nur lesen lassen, sondern die man fühlt. Eine Geschichte, die sich tief ins Herz gräbt und noch lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite nachhallt.
Besonders beeindruckt hat mich der außergewöhnlich schöne Schreibstil. Die Sprache ist an die damalige Zeit angelehnt und verleiht der Geschichte eine besondere Authentizität und Atmosphäre. Jede Zeile wirkt sorgfältig gewählt, beinahe poetisch, ohne dabei künstlich oder überladen zu erscheinen. Die Autorin versteht es meisterhaft, mit Worten Bilder zu erschaffen, die sich unmittelbar vor dem inneren Auge entfalten. Viele Passagen besitzen eine stille Schönheit, die berührt und nachdenklich macht.
Die Erzählung ist sehr detailliert, doch genau darin liegt eine ihrer größten Stärken. Kein Detail wirkt überflüssig, kein Abschnitt unnötig ausgeschmückt. Vielmehr entsteht durch diese Genauigkeit eine enorme Nähe zu den Figuren und ihrer Lebenswelt. Man taucht vollständig in die Geschichte ein und erlebt jede Hoffnung, jede Angst und jeden Schicksalsschlag unmittelbar mit.
Inhaltlich zeichnet das Buch ein eindringliches Bild seiner Zeit. Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden schonungslos dargestellt: Frauen verfügen nur über wenig Mitspracherecht, Männer bestimmen über das Leben ihrer Familien, und Armut sowie harte Lebensbedingungen prägen den Alltag. Diese historische Realität verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht viele Entwicklungen umso tragischer.
Besonders die Schicksale der Protagonisten gehen unter die Haut. Sie tragen bereits schwere Lasten mit sich, und dennoch hält das Leben weitere Prüfungen für sie bereit. Während des Lesens durchlebt man ein wahres Gefühlschaos. Man leidet mit den Figuren, hofft für sie, bangt um sie und verzweifelt manchmal beinahe an den Ungerechtigkeiten, die ihnen widerfahren. Immer wieder stellte ich mir die Frage, warum manches genauso geschehen musste. Gerade diese emotionale Wucht macht das Buch so außergewöhnlich.
Der Fährmann besitzt einen enormen Tiefgang und eine starke Sogwirkung. Kaum hatte ich begonnen zu lesen, konnte ich das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen. Die Geschichte entwickelt eine Intensität, die einen förmlich durch die Seiten trägt und gleichzeitig emotional fordert.
Für mich war dieses Buch ein absolutes Highlight. Es ist eine bewegende, tragische und zugleich wunderschön erzählte Geschichte, die mich tief berührt hat und die ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde. Wer literarisch anspruchsvolle, atmosphärische und emotionale Romane liebt, sollte Der Fährmann unbedingt lesen.
Eine absolute Leseempfehlung und ein Buch, das lange im Herzen bleibt.
Eine so spannende und unbequeme Geschichte. Zum Teil richtig heftig aber so, so gut! Habs unglaublich gerne gelesen und werde mir auch den ersten Roman der Autorin ansehen.
Zwei Orte, einer in Deutschland und einer in Österreich gelegen, durch einen Fluss, die SALZACH getrennt, spielen in dieser tragischen Geschichte eine entscheidende Rolle. Wir befinden uns kurz vor dem 1. Weltkrieg (1914-1918) . Die Menschen beider Länder führen ein harmonisches und friedliches Leben miteinander. Durch Handel, familiäre Verbindungen im bäuerlichen Leben schufen sie enge und liebevolle Beziehungen zueinander. Der Fluss Salzach als Hindernis wurde kaum beachtet, denn es es gibt ja den FÄHRMANN, der bei Tag und Nacht, in Notsituationen durch seine Tätigkeit mit der Holzfähre den Menschen beider Länder zur Seite stand. Sein gefährlicher und wichtiger Beruf ist einigen gesellschaftlichen Regeln unterworfen. So war es ihm beispielsweise verboten eine Familie zu gründen , da diese bei einem Unglück des Fährmannes auf dem Wasser mittellos dastehen würde.
Drei reizende kleine Kinder, der Hannes, die Elisabeth und die Annemarie spielen oft gemeinsam am Fluss mit ihren Puppen. Sie kennen die Gefahr des Wassers noch nicht, sind eng befreundet. Es passiert noch kein Unglück. Diese Freundschaft wird sie ein Leben lang begleiten, halten, aber auch mit dramatischen Ereignissen im Erwachsenen-Leben prüfen. Über allem lag das Murmeln des Flusses mit seinem sanften Fließen, den stürmischen Wellen im Winter, bei Gewitter und Hochwasser die Begleitmusik dazu.
Der nun erwachsene Fährmann Hannes ist der tragende Protagonist in diesem Roman. Als sechsjähriger Bub fällt er in die Salzach im Beisein seines Onkel Georg. Er war der damalige Fährmann. Hannes erkrankt lebensbedrohend, kämpft um sein Leben, begleitet von guten Genesungswünschen der Menschen beider Orte des Flusses. Sein Schicksal steht fest nach der Genesung. Er wird als Fährmann ein einsames Leben in vererbter Familientradition in der nächsten Generation weiterführen. Seine beiden Freundinnen Elisabeth und Annemarie, die auf der deutschen Seite des Flusses leben, werden mit tragischen Schicksalsentwicklungen in der Liebe, Ehe, auch während und nach dem Krieg konfrontiert. Elisabeth führt auf dem Steiner Hof ein hartes, arbeitsreiches und liebloses Leben. Der Annemarie ergeht es in der Liebe nicht viel besser. Sie muss schon als Kind im Wirtshaus der Eltern helfen und ist aufdringlichen, betrunkenen Männern von klein auf hilflos ausgeliefert. Der liebenswerte und gutmütige Hannes steht als feste, zuverlässige Bezugsperson zu den beiden Frauen und hilft in vielen Situationen. Doch wenn zwei Frauen denselben Mann lieben , kann viel passieren,,,,,,
Dieser Roman hat mich durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin magisch angezogen. Die Autorin schreibt intensiv, eindringlich in einem österreichisch-bayrischen Dialekt, der damaligen Ausdrucksweise gut angepasst. Dennoch ist sie klar und verständlich zu verfolgen. Meine Gefühle während des Lesens wechselten laufend zwischen Glückseligkeit, tiefer Traurigkeit, dramatischem Entsetzen, Fassungslosigkeit ob der Brutalität und des Hasses von Menschen aufeinander, hin und her. Dieses Wechselbad der Gefühle war schwer auszuhalten und an Spannung kaum zu überbieten. Die damalige gesellschaftliche Rolle der Frauen bereitete mir besondere Sorge. Brutalität, wenig Wertschätzung im bäuerlichen Umfeld waren an der Tagesordnung. Das patriarchaisch geprägte Weltbild sowie die politische Meinung der damaligen Zeit hat ein Übriges dazu getan. Angst, Hass und die Verzweiflung der Frauen hat die Autorin eindrücklich und kraftvoll in ihrem Werk dargestellt. Der 1. Weltkrieg stürzte die Menschen beider Länder in unvorstellbares Leid und Armut. Die Frauen hatten nun die doppelte Arbeit auf den Höfen zu erbringen, gewannen dadurch aber auch eine neue Selbständigkeit und Selbstvertrauen. Ihre poetische Seite beim Schreiben hat die Autorin in den wunderschönen Ausführungen des Flusses Salzach und des Wassers bewiesen.
Sehr gern gebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung mit FÜNF ***** STERNEN für diesen aufwühlenden und tiefgründigen Roman.
Ein absolutes Lese-Highlight, das mich völlig überrascht hat!
Eigentlich mache ich um historische Romane meistens einen Bogen, aber bei „Der Fährmann“ von Regina Denk bin ich schwach geworden – und was soll ich sagen? Ich habe es keine Sekunde bereut!
Anfangs war die Sprache für mich zwar etwas ungewohnt und ich musste erst richtig reinkommen, aber schon nach wenigen Kapiteln hatte mich die Geschichte voll im Griff.
Worum geht’s?
Wir reisen zurück an den Vorabend des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen zwei Dörfer, die durch die Salzach – und damit auch durch die Grenze zwischen Deutschland und Österreich – getrennt sind, und vier junge Menschen, deren Schicksale untrennbar miteinander verwoben sind. Der Fluss ist dabei nicht nur Kulisse, sondern zieht sich wie ein eigener, mächtiger Charakter durch das ganze Buch.
Warum mich das Buch so gefesselt hat:
- Kein Einheitsbrei: Die Autorin verzichtet komplett auf Klischees oder Schwarz-Weiß-Malerei. Die Figuren haben echte Ecken und Kanten, treffen schwierige Entscheidungen und wirkten auf mich unglaublich lebendig und tiefgründig.
- Atmosphäre pur: Durch den regionalen Einschlag fühlt man sich sofort an diesen historischen Ort versetzt. Es herrscht eine ganz besondere, teilweise düstere, aber extrem emotionale Stimmung.
- Ein Finale, das es in sich hat: Gegen Ende zieht das Erzähltempo richtig an. Die Ereignisse überschlagen sich und münden in ein absolut fulminantes Finale, das mich emotional richtig durchgeschüttelt hat.
Mein Fazit: Ein unheimlich berührender, trauriger und gleichzeitig wunderschöner Roman über Liebe, Verpflichtungen und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Wer mal wieder in einem Buch so richtig versinken möchte, sollte hier unbedingt zugreifen – auch alle, die sonst (wie ich) eher selten zu historischen Büchern greifen!
Vier Schicksale an der deutsch-österreichischen Grenze vor dem 1. Weltkrieg
Die langen Kapitel erzählen in großen Abständen aus dem Leben von Lisi, Annemie, Hannes und Josef. Ein jeder ist gefangen in Pflicht und Ehrgefühl, den dörflichen Strukturen, und dem, wie man es eben macht. Eigene Gefühle und Wünsche haben da wenig Platz. Als diese sich dennoch Bahn brechend, beginnt eine Kette unglücklicher und glücklicher Zufälle, die vor dem Eintreten des 1. Weltkrieges etwas Großes zum Laufen bringen.
Es war etwas holprig, in die sehr langen, verschachtelten Sätze reinzukommen. Trotzdem haben diese irgendwie gepasst, da die Figuren auch über Umwege erkennen, in welchem Käfig sie ihr Leben führen müssen und woher eigentlich diese ganzen Regeln und Vorgaben kommen.
Die Beschreibung der Rolle der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat mich besonders berührt. Auch die Schilderungen von Erfahrungen aus dem Krieg waren erschütternd.
Kein Roman, der gute Laune macht, aber trotzdem zu empfehlen, weil er nachdenklich macht und spannend ist.
Sehr viele Zwischenmenschlichkeiten eines Mannes mit zwei Frauen, die unter sozialen Konventionen im Schatten des Ersten Weltkriegs leben. Emotional aufwühlend und geprägt von harten Lebensbedingungen.
Ich muss sagen, dass mir das Buch etwas zu langwierig war.
Der Fährmann war für mich mal etwas ganz anderes als vieles, was ich sonst lese und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.
Besonders der Sprachstil hat für mich extrem viel zur Atmosphäre beigetragen. Diese ältere, teilweise ungewohnte Sprache hat es geschafft, dass man sich richtig in die Welt und die Lebensrealität Anfang des 20. Jahrhunderts hineinversetzen konnte. Es hat sich nie künstlich angefühlt, sondern eher so, als würde die Sprache die gesamte Stimmung und Zeit mittragen.
Sehr spannend fand ich auch die verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen. Zu beobachten, wie ihre Geschichten, Beziehungen und Entwicklungen miteinander verwoben sind, wie sie sich verändern, voneinander entfernen und wieder zueinander finden, hat mich total in die Geschichte hineingezogen.
Das Buch lebt für mich weniger von schneller Handlung oder großen Plot-Twists, sondern vielmehr von Atmosphäre, Charakteren und emotionaler Tiefe. Gerade dadurch konnte ich aber unglaublich in die Geschichte eintauchen.
Für mich ist das Buch vor allem eine starke Geschichte über Freundschaft, gesellschaftliche Themen, Kriegsfolgen und auch die Rolle der Frau. Gleichzeitig geht es viel um Verlust, Veränderung und darum, wie Menschen unter extremen Umständen miteinander verbunden bleiben oder sich voneinander entfremden. Obwohl die Geschichte historisch eingebettet ist, haben sich viele Themen sehr zeitlos angefühlt.
Ich war beim Lesen wirklich sehr vertieft und an vielen Stellen emotional berührt. Das Buch hat etwas gleichzeitig Melancholisches und Bedrückendes, ohne dabei hoffnungslos zu werden. Besonders gegen Ende wurde die Geschichte immer brutaler und bedrückender, was für mich aber unglaublich gut gepasst hat. Diese zunehmende Gewalt und Bedrohung wirkte fast symbolisch für den realen Krieg und die massiven psychischen und gesellschaftlichen Folgen, die immer stärker über allem lagen.
Ein sehr atmosphärisches, intensives und berührendes Buch, das mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
An der Salzach, im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich gab es mit dem Fährmann einst einen äußerst wichtigen und verantwortungsvollen Job. Für Hannes ist schon früh klar, dass er diesen übernehmen wird. Dies ist einerseits Ehre und große Verantwortung und andererseits Verzicht auf Heirat und eigene Familie. Dabei schwärmt er seit Kindheitstagen schon für seine Freundin Elisabeth und seine andere Kindheitsfreundin Annemarie für ihn. Doch Elisabeth wird von ihren Eltern aus finanziellen Gründen mit dem reichen Hoferben Josef verheiratet, der sich aber wiederum Annemarie, die Tochter der Wirtshausfamilie, als seine unfreiwillige Geliebte hält.
Mit unglaublicher Wucht und aus verschiedenen Perspektiven erzählt Regina Denk die Geschichte dieser vier Menschen, die bis in den ersten Weltkrieg hineinreicht, und wie ein (äußerst fesselnd und authentisch konstruiertes) Lehrstück über patriarchale Gewalt daherkommt. Ins Zentrum stellt sie - wie auch schon in der „Schwarzgeherin“ - Frauen mit unbändigem Wunsch nach Selbstbestimmung, der sie in den Strukturen der damaligen Zeit aber zuverlässig in Gefahr brachte. Ihnen gibt Regina Denk rückwirkend eine Stimme. Besonders überzeugt hat mich zudem, dass auch die Männer, so brutal oder ohnmächtig sie auch gezeichnet sind, nicht rein als Monster, sondern ebenso als Opfer patriarchaler Strukturen dargestellt werden, ohne aber Verhalten zu entschuldigen. Außerdem endet die Geschichte trotz aller so authentisch und atmosphärisch geschilderter Schwere und Härte mit der positiven Botschaft, dass Änderung und Umdenken möglich ist. Alles in allem also ein Buch, das einen so schnell nicht wieder loslässt!
Nachdem mich im letzten Jahr „Die Schwarzgeherin“ bereits vollkommen überzeugt hatte, war ich mir sicher, dass dies auch „Der Fährmann“ tun würde. Dass es mich aber derart begeistert zurücklassen würde, hatte ich nicht kommen sehen. Leute, dieses Buch ist inhaltlich, sprachlich, stilistisch und spannungstechnisch wahnsinnig gut. Wenn ihr es nicht schon längst getan habt: Lest es! Für mich ist es schon jetzt ein heißer Anwärter auf mein Jahreshighlight!
In den Dörfern Hohenwart und Siegering zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmt der Fluss nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Schicksale der Menschen. Hannes Winkler, der Fährmann, lebt nach einem alten, unerbittlichen Brauch: Er darf keine Frau an sich binden, zu groß ist die Gefahr, dass sein Beruf ihn eines Tages verschlingt und er eine Familie mittellos zurücklässt. Und doch hat sein Herz längst gewählt, es gehört Elisabeth, seiner Jugendfreundin.
Elisabeth erwidert seine Liebe, doch ihr Weg scheint vorgezeichnet: Sie ist Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben auf der anderen Seite der Salzach. Diese Verbindung ist nicht nur ein Schlag für Hannes, sondern auch für Annemarie, Elisabeths engste Vertraute, die selbst auf eine Zukunft an Josefs Seite gehofft hatte. Als der Erste Weltkrieg über das Land hereinbricht, zerreißt er nicht nur Nationen, sondern auch die fragile Gemeinschaft entlang des Flusses. Misstrauen, Verlust und innere Zerrissenheit greifen um sich. Die Leben der vier jungen Menschen verstricken sich immer tiefer in einem Geflecht aus unausgesprochenen Sehnsüchten, Schuld und wachsender Verzweiflung.
Doch erst das rätselhafte Verschwinden eines Kindes lässt die angestaute Spannung eskalieren. Was folgt, ist eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen.
Mit eindringlicher Sprachkraft lässt Regina Denk die beiden Dörfer an den Ufern der Salzach lebendig werden. Zwei Orte, die seit jeher durch den Fährmann miteinander verwoben sind, als gehörten sie zu ein und demselben Herzen. Doch unter der Oberfläche beginnt es zu gären: Ein erstarkender Nationalismus legt feine Risse in das gewachsene Miteinander, Misstrauen schleicht sich ein, wo einst Vertrautheit war. Dann kommt der Krieg und mit ihm eine Erschütterung, die weit über die Grenzen der Dörfer hinausreicht und doch jeden Einzelnen trifft. In seinem Schatten geraten Beziehungen ins Wanken, verschieben sich Gewissheiten, werden aus Freundschaft und Zuneigung allmählich Neid, aus Liebe Verstrickung, aus kleinen Verfehlungen schwere Schuld. Unaufhaltsam setzt sich ein Geschehen in Bewegung, das sich immer weiter zuspitzt. Ein leises Kippen der Verhältnisse, das schließlich in ein Drama mündet, dem niemand mehr entkommen kann. Düster, gewaltsam und von tragischer Konsequenz, an deren Ende nichts mehr so ist, wie es einmal war.
Ausgesprochene Leseempfehlung für diesen Pageturner!
Ein Roman, der schmerzt und zeigt wie beschwerlich der Kampf um die Selbstbestimmung als Frau Anfang des 20 Jhts war.
„Der Fährmann“ von Regina Denk spielt Anfang des 20. Jahrhunderts an der deutsch-österreichischen Grenze, am Ufer der Salzach, und erzählt die Geschichte von Elisabeth, Annemarie und Hannes. Schon als Kinder verbindet die drei eine enge Freundschaft, doch je älter sie werden, desto stärker bestimmen Traditionen, gesellschaftliche Zwänge und die harte Lebensrealität ihren Weg.
Elisabeth wird gegen ihren Willen mit dem wohlhabenden, aber brutalen Jungbauern Josef verheiratet. Annemarie muss im Wirtshaus ihrer Eltern arbeiten, während Hannes – wie es die Tradition verlangt – als Fährmann ungebunden bleiben soll. Dennoch spielt er im Leben beider Frauen eine besondere Rolle.
Der Roman zeigt eindringlich, wie wenig Selbstbestimmung Frauen damals hatten und wie sehr Gewalt, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Druck ganze Leben geprägt haben.
Regina Denk schafft es dabei, ihre Figuren unglaublich lebendig zu zeichnen – manche wachsen einem sofort ans Herz, andere lösen regelrecht Wut aus.
Der Roman ist atmosphärisch dicht, düster und stellenweise kaum auszuhalten, gerade weil vieles davon bis heute nachwirkt. Die Geschichte wühlt auf, schmerzt, schenkt durch die Entwicklung von Annemarie und Leni aber auch Hoffnung.
Mich hat das Buch von der ersten bis zu der letzten Seite gefesselt und die Geschichte tief beeindruckt.
Der Fährmann“ ist intensiv, aufwühlend und zutiefst bewegend. Eine Geschichte, die fesselt, erschüttert und einen immer weiter hineinzieht, gerade weil sie so ungeschönt und gleichzeitig so eindringlich erzählt ist.
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Der Fährmann hat mich komplett begeistert. Das Buch spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs an der Grenze zwischen Bayern und Österreich an der Salzach und allein die Atmosphäre ist unglaublich intensiv. Regina Denk schreibt so bildgewaltig und sprachlich wunderschön, dass man komplett in diese Welt eintaucht. Einerseits fast poetisch, andererseits schonungslos ehrlich. Es ist wirklich ganz, ganz toll geschrieben.
Besonders geliebt habe ich auch den Dialekt, der gerade im Hörbuch richtig zur Geltung kommt. Das hat die Figuren und die ganze Stimmung nochmal so viel authentischer gemacht.
Am meisten beeindruckt hat mich aber, wie das Buch mit Themen wie Frauenrollen, häuslicher Gewalt und gesellschaftlichen Zwängen umgeht. Es wird nicht so erzählt, als wäre das eine einzelne schlimme Ausnahme gewesen, sondern als das strukturelle Problem, das es damals einfach war – und leider auch heute noch ist. Gerade die Frauenfiguren stehen für mich ganz klar im Mittelpunkt dieser Geschichte, auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt.
Ein wahnsinnig starkes, feministisches und emotionales Buch, das mich wirklich komplett abgeholt hat.
Der Fährmann ist für mich DAS Jahreshighlight!
Ich habe jede einzelne Seite geliebt und hätte problemlos noch 200 weitere Seiten lesen können. Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett gefesselt, sodass ich das Buch tatsächlich an nur einem Tag beendet habe.
Besonders begeistert hat mich die Entwicklung von Annemarie (aber auch der weiteren Frauenfiguren), die unglaublich gelungen und authentisch erzählt wird.
Ein mitreißendes und absolut besonderes Buch, das mir noch lange im Kopf bleiben wird ❤️❤️❤️!
Ein Buch so bildgewaltig und mächtig wie ein reißender Fluss
Dieses Buch ist nicht einfach.
Es ist düster, traurig, emotional intensiv.
Doch genau das macht die Faszination aus, lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen.
Regina Denk schreibt bildgewaltig, lässt einen intensiv in die damalige Zeit eintauchen und ist dabei schonungslos.
Es gint hier keine heile Welt, keine Lichtmomente im Schatten, sondern vor allem Dunkelheit. Traurigkeit. Wut.
Ich habe früher viele historische Romane gelesen, weil mich eben das Eintauchen in vergangene Zeiten immer sehr fasziniert hat. Mittlerweile gibt es nur noch wenige historische AutorInnen, deren Bücher ich gerne in die Hand nehme. Nicht, weil die Bücher schlechter geworden wären, sondern weil sich mein Interesse geändert hat.
Aber Regina Denk hat es definitiv in die Reihe der AutorInnen geschafft, die ich in Zukunft weiter verfolgen möchte. Ihr Schreibstil hat mich regelrecht an das Buch gefesselt!
Dabei tut jeder neue Abschnitt ein bisschen mehr weh, fordert die Emotionen heraus und nimmt einen zwischendurch regelrecht den Atem, sodass man fassungslos nach Luft schnappt.
Und in dem Moment, als man bereits glaubt, schlimmer kann es eigentlich nicht werden, kommt noch eine Kehrtwende, die alles nur noch mehr in die Dunkelheit zerrt.
Dennoch verfolgt man die Ereignisse mit einer fast schon morbiden Faszination und klebt förmlich an den Seiten. Es sind vor allem die Schicksale der Charaktere, die wie ein Flüstern in der Luft hängen bleiben, als man bereits die letzten Seiten gelesen hat.
Das Schicksal von Annemarie, Elisabeth, Hannes, aber auch irgendwie Joseph, das gleichermaßen fasziniert und emotional zerstört. Dabei ist es vor allem das Bild der Frauen in der damaligen Zeit, das einen so erschreckt, wütend und auch fassungslos zurücklässt.
Der Titel und auch das Cover des Buches sind so harmlos und dennoch perfekt gewählt. Der Fluss als zentrales Element, nicht nur als Setting, sondern auch ganz metaphorisch gewählt ... denn als LeserIn versinkt man förmlich in den Fluten der Lebensgeschichten der Charaktere und wünscht sich so sehr den Fährmann herbei, der alle rettet.
Fazit: Schonungslos, düster, bildgewaltig. Ein Buch wie der Fluss, der nicht nur als Schauplatz fungiert, sondern als Metapher für das gesamte Buch verstanden werden kann. Eine Geschichte, die nachhallt. Absolute Empfehlung!
Dieses Buch ist schon jetzt ein Jahreshighlight für mich.
Auch wenn ich mich am Anfang mit dem Schreibstil schwer getan habe, ist am Ende genau dieser der mich beeindruckt.
So ruhig wie diese Geschichte geschrieben ist, so eindringlich ist sie.
Die verschiedenen Sichtweisen hat mich mit jedem Charakter verbunden und mitfühlen lassen. Selbst Josef tat mir leid, weil er aufgrund seiner Erziehung zu dem wurde was er dann war: ein Monster. Seine innere Zerrissenheit hat mich trotzdem gerührt, auch wenn das keine seiner Taten auch nur erklärt.
Das Schicksal der beiden Frauen war so ähnlich, und doch sind beide anders betroffen und auch unterschiedlich damit umgegangen. Ich habe mich immer wieder gefragt wie die Geschichte ausgegangen wäre wenn sich die beiden eher verbündet hätten.
Hannes ist der Beweis dass es in jeder Zeit und an jedem Ort möglich ist , ein guter Mann zu sein.
Das Ende hat mich erleichtert und hoffnungsvoll zurückgelassen. Die Einsicht der Leni fand ich toll.
Eingeordnet in den zeitlichen Kontext ist dies das erste aufbegehren der Frauen, ganz toll eingebettet auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen.
Ganz, ganz tolles Buch
Puh, Regina Denk hat mit diesem Buch wieder ein fantastisches Werk geschaffen! Absolut mitreißend, ich las bis mir die Augen fast zufielen. Und dennoch war die Geschichte mir teilweise zu schwer, zu hart durch die vielen Gewaltdarstellungen und es gab so wenig Hoffnungsvolles zum Festhalten.
Auf den letzten Seiten dann geballte weibliche Solidarität, ein Zusammenrücken und nicht mehr weichen: "Vielleicht war es an der Zeit für ein neues Richtig." Endlich, endlich etwas Selbstbestimmung und dann war das Buch zu Ende. Die Freundschaft der Protagonist:innen war zwar immer zu spüren, kam mir doch zu kurz. Die Kraft von Annemarie hätte ich gerne noch mehr erlebt, noch mehr von ihrem Leben beim Fannerl gelesen. Es war so viel Schlimmes auszuhalten. Und ja, wir müssen hingucken, all das existierte und tut es noch immer.
Ach, so schwer und doch ein unglaublich gutes Buch.
Am Anfang hat mich das Buch nicht so richtig abgeholt. Der Schreibstil ist gut, keine Frage, aber ich hatte nach den vielen positiven Meinungen irgendwie mehr erwartet und war erst mal etwas enttäuscht.
Mit der Zeit wurde es aber deutlich besser. Die Geschichte baut sich langsam auf und entwickelt dann eine richtig dichte Atmosphäre.
Am Ende bleibt für mich: kein überragendes Buch, aber ein gutes.
Das Buch wird im Wechsel aus den Perspektiven der Jugendlichen/jungen Erwachsenen Elisabeth, Annemarie, Hannes und Josef geschrieben. Dadurch kommt man den einzelnen Personen sehr nah und erhält einen intensiven Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt.
Auch wenn ihre Schicksale sich deutlich voneinander unterscheiden, ist ihnen doch gemein, dass sie keine Kontrolle über ihr Leben haben. Ihr Weg ist vorgezeichnet, ob sie heiraten dürfen, wen sie heiraten müssen, welche Rolle sie im Leben zu übernehmen haben.
Zentrale Themen des Buches sind neben der fehlenden Kontrolle über das eigene Leben auch häusliche Gewalt, als normal angesehene sexuelle Belästigung und das Wegschauen der Gesellschaft, die die Opfer schutzlos zurücklässt. Aber auch bei den Tätern und den Mitmenschen, die wegsehen, ohne zu helfen, habe ich mich gefragt, ob sie überhaupt eine Chance hatten, anders zu werden. Auch ihr Leben war von Anfang an vorgezeichnet, die Erziehung durch die eigenen Eltern, aber auch durch das soziale Umfeld zielte auf Anpassung ab.
In der zweiten Hälfte des Buches spitzt sich die Situation durch den Ersten Weltkrieg noch zu.
Der Schreibstil der Autorin beeindruckt mich durch die bildhafte und kraftvolle Sprache. Man fühlt sich den einzelnen Figuren tief verbunden und die Autorin zwingt die Lesenden, genau hinzusehen und die Menschen wirklich zu verstehen. Gleichzeitig gelingt es ihr, mit wenigen Worten eine Szene so lebendig zu schildern, dass sie vor dem inneren Auge Gestalt annimmt.
Und dann gibt es die kursiv gedruckten Kapitel, die mit Anderswo überschrieben sind und in denen der Fluss im Mittelpunkt steht, der eine Bedrohung sein kann, der Menschen das Leben kostet, der aber auch der Ort sein kann, an dem man zusammen ist, an den man sich zurückzieht und in dem man schließlich zur Ruhe findet.
Der Fährmann ist mein erster Roman von Regina Denk, aber ich werde sicher zeitnah auch zu ihrem ersten Roman Der Schwarzgeher greifen (ebenfalls erschienen bei Droemer-Knaur). Eine unbedingte Leseempfehlung.
Der historische Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk entfaltet ein eindringliches, düsteres Familiendrama vor der Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die beiden Dörfer Hohenwart und Siegering, getrennt durch die Salzach und zugleich verbunden durch den Fährmann – eine Rolle, die weit über das rein Praktische hinaus eine symbolische Bedeutung erhält.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Hannes Winkler, der den gefährlichen Beruf des Fährmanns übernimmt. Traditionell darf er keine Familie gründen, da das Risiko eines tödlichen Unfalls allgegenwärtig ist und niemand von seinen Lieben zurückbleiben soll. Genau dieser Umstand wird für ihn zur persönlichen Tragödie: Seit seiner Kindheit liebt er Elisabeth, und auch sie empfindet mehr für ihn. Dennoch ist sie aus familiären und gesellschaftlichen Gründen dem wohlhabenden Hoferben Josef Steiner versprochen. Gleichzeitig entwickelt Elisabeths Freundin Annemarie, die von klein auf in der Kneipe ihrer Eltern arbeiten muss, eigene Gefühle für Josef. Dieses Beziehungsgeflecht bildet das emotionale Zentrum des Romans und ist geprägt von unerfüllter Liebe, Pflichtgefühl und wachsender innerer Zerrissenheit.
Aus der anfänglichen Vertrautheit der Figuren entwickelt sich im Laufe der Zeit ein von Spannungen durchzogenes Erwachsenenleben. Hannes bleibt an seine Rolle gebunden und stellt seine eigenen Wünsche zurück, während Elisabeth den Erwartungen ihrer Familie folgt und Annemarie mit ihren eigenen Sehnsüchten ringt. Die Figuren wirken gefangen in den Strukturen ihrer Zeit, in der persönliche Freiheit kaum Raum findet. Besonders deutlich wird, wie sehr gesellschaftliche Normen und traditionelle Rollenbilder die Lebenswege bestimmen und individuelle Entscheidungen einschränken. Der Umgang mit der Frauen, kann den Leser zur Weißglut treiben.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Dorfgemeinschaft zerbricht zunehmend unter politischem Druck und wachsendem Misstrauen. Viele Männer ziehen in den Krieg, und die Zurückgebliebenen kämpfen mit Verlust, Angst und Unsicherheit.
Kritisch fällt vor allem die Sprache ins Gewicht: Sie orientiert sich zwar erkennbar am historischen Setting und trägt zur Authentizität bei, wirkt jedoch häufig schwerfällig, stellenweise sogar unnötig umständlich. Dadurch gerät der Lesefluss ins Stocken, und emotionale Momente verlieren an Direktheit.
Auch die dramatischen Entwicklungen der Handlung fügen sich zwar logisch in das historische Umfeld ein, bleiben in ihrer Ausgestaltung jedoch weitgehend vorhersehbar. Die Autorin bewegt sich hier stark innerhalb bekannter Muster, ohne dem Genre spürbar neue Impulse zu geben. Insgesamt fehlt es dem Roman dadurch an nachhaltiger Eigenständigkeit – er ist solide erzählt, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck.
Insgesamt ist „Der Fährmann“ ein intensiver, vielschichtiger Roman, der persönliche Schicksale mit historischen Umbrüchen verknüpft. Die Geschichte wirkt in einzelnen Momenten eindringlich und atmosphärisch dicht, erreicht jedoch nicht durchgehend die Tiefe oder Originalität, die ihn langfristig im Gedächtnis verankern würde.
Regina Denks „Der Fährmann“ ist ein düsteres, emotionales und historisch tief verwurzeltes Familiendrama, das an der deutsch-österreichischen Grenze entlang der Salzach spielt. Es erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die in einem Strudel aus Liebe, Zwang, Gewalt und Schuld gefangen sind.
Ein junger Mann, der nie Fährmann werden wollte, und eine Frau, der die Ehe mit dem Falschen aufgezwungen wird – in einem Dorf, das von Armut, Tradition und Schweigen zusammengehalten wird, bis alles zerbricht.
Hannes liebt Elisabeth, doch ihr Leben wird von anderen bestimmt. Sie findet sich in einer Ehe voller Härte und Gewalt wieder, während Hannes an das Amt gebunden ist, das ihm jede Zukunft nimmt. Zwischen ihnen fließt die Salzach – und ein Schicksal, das sich nicht aufhalten lässt.
Mit dem Ausbruch des Krieges und dem Verschwinden eines Kindes gerät die Welt ins Wanken. Liebe verwandelt sich in Schuld, Hoffnung in Schmerz, und jeder trägt eine Last, die zu schwer ist für ein einziges Leben.
Ein Roman wie ein dunkler Fluss: kalt, schön, unerbittlich.
DER FÄHRMANN
Regina Denk
ET: 02.03.26
Kennt ihr das auch? Wenn ein Buch so spannend ist, dass man es zwischendurch zur Seite legen muss, einfach um durchzuatmen, bevor es weitergeht? Genau dieses Gefühl hatte ich hier – und das gleich mehrfach auf den ersten Seiten.
Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen Lisi, Hannes und Annemarie als beste Freunde in Hohenwart und Siegering auf, zwei Dörfer an der deutsch-österreichischen Grenze. Getrennt werden sie nur durch die Salzach, einen eiskalten, reißenden Fluss, gespeist vom Schmelzwasser der Berge. Doch so nah die Orte auch liegen, so unterschiedlich sind die Lebensrealitäten der drei.
Lisi, eigentlich Elisabeth, ist die Tochter eines wohlhabenden Bauern und bereits dem Sohn des reichen Steiner Hofes versprochen, um deren Besitz zu sichern. Doch ihr Herz gehört Hannes, ihrem Jugendfreund. Ein stiller, sanfter Mann, der ihre Liebe erwidert. Für ihn scheint es jedoch keine gemeinsame Zukunft zu geben: Als angehender Fährmann darf er weder heiraten noch eine Familie gründen.
Annemarie, die Tochter des Schankwirts, steht gesellschaftlich noch einmal an einer ganz anderen Stelle. Auch sie hat Gefühle und Wünsche – doch ihr bleibt kaum Raum, diese zu leben.
Während Lisi in eine Ehe gezwungen wird, die von Kälte, Macht und Gewalt geprägt ist, erlebt auch Annemarie, wie wenig Schutz und Selbstbestimmung Frauen in dieser Zeit haben. Beide Geschichten sind hart, eindringlich und gehen unter die Haut.
Dann kommt der Erste Weltkrieg – und mit ihm verändert sich alles.
Was danach geschieht, solltet ihr unbedingt selbst lesen. Dieses Buch entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, es ist spannend von der ersten Seite bis zum Schluss
Liebe @reginadenk, du hast dich mit diesem Buch endgültig in mein Leserherz geschrieben. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich begeistert, aber „Der Fährmann“ steht dem Buch in keiner Weise nach.
Fazit:
Ein unglaublich atmosphärischer und bildstarker Roman über das Leben von Frauen um 1900. Hart, bewegend und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte und das lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung!
5+/5
Mitreißend wie der Fluss!
Unbedingt lesen!
⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
Wow, dieses Buch ist für mich ein literarisches Meisterwerk!
„Der Fährmann“ hat mich nicht einfach nur berührt. Nein, dieser Roman hat mich komplett umgehauen. Selten habe ich ein Buch gelesen, das auf so unaufdringliche Weise eine solche emotionale Wucht entfaltet. Ich bin wirklich hin und weg und habe in Regina Denk zweifellos eine neue Lieblingsautorin gefunden.
Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight!
Einerseits hörte ich den Dialekt beim Lesen klar und deutlich in meinem Ohr und er machte die Geschichte noch lebendiger. Und der wunderschöne fast schon poetische Wortlaut beflügelte mich durch die ganze Geschichte.
Andererseits haben mich die schonungslosen, brutalen Formulierungen emotional völlig aus der Bahn geworfen und wachgerüttelt! Aber sie müssen sein und wir Leser müssen da durch, glaubt mir.
Dafür fand ich aber auch überall im Buch Metaphern und kleine versteckte Botschaften zwischen den Zeilen, die mich einfach nur begeistert, gefesselt und verzaubert haben.
Und am liebsten hätte ich Regina Denk beim Lesen so oft zugerufen: „Jaaaa, ich weiß, was du meinst! Ich sehe/lese es und verstehe!“
Die Geschichte über den Fährmann spielt vor über 100 Jahren, das Thema aber ist immer noch brandaktuell!
Regina Denk zeigt hier sehr eindrucksvoll, wie man ein wichtiges und zugleich erschreckend aktuelles Thema literarisch behandeln kann und es menschlich greifbar macht, ohne es zu vereinfachen oder zu instrumentalisieren. Das hat mich sehr beeindruckt.
Also, Ihr Lieben, Ihr merkt schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus!
Daher lest dieses Buch, damit wir zusammen schwärmen und vielleicht die eine oder andere versteckte Botschaft austauschen können.
Ach ja, ich habe übrigens noch nie eine Danksagung gelesen, die so unter die Haut geht wie diese! Die Tränen flossen zwar schon am Ende des Buches, nach der Danksagung aber um so mehr.
Und es bleibt ein Gefühl, etwas wirklich Bedeutsames gelesen zu haben. Etwas, das über die letzte Seite hinaus geht und sich nicht so leicht abschütteln lässt.
Unbedingt lesen!
⛰️🌊🌟🌟🌟🌟🌟🌊⛰️
“Der Fährmann” von Regina Denk handelt von Hannes, Annemarie, Elisabeth und Josef, die an der Salzach, Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich, im ausgehenden 19. Jahrhundert geboren werden und deren miteinander verknüpftes Schicksal wir bis in den 1. Weltkrieg hinein verfolgen, mit Fährmann Hannes als Mittelpunkt. Regina Denk schafft mit diesem Werk einen großen und großartigen Heimat-, Gesellschafts- und Familienroman, der durch seine etwas behäbige, aber poetische Sprache sowie seine packende Bildhaftigkeit und ein schnelles Erzähltempo besticht. In diesem Roman möchte man versinken, wie es Unachtsamen in der Salzach passiert, man fühlt und fiebert mit den Figuren mit und fürchtet sich davor, wohin einen die Erzählung tragen könnte. Eine absolute Empfehlung!
*Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
„Der Fährmann“ hat mir insgesamt gut gefallen. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und wollte auch wissen, wie es weitergeht. Zwischendurch hatte ich aber das Gefühl, dass sich einige Passagen etwas ziehen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen – für mich war es ein schöner Zeitvertreib, auch wenn es mich nicht durchgehend gepackt hat.
Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst.
Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen.
Mein Leseeindruck:
Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat.
Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen.
Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss.
Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf.
Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.
Das war eine emotionale Geschichte Anfang des 20.Jahrhunderts wo 4 junge Menschen zusammen erwachsen werden. Jeder trägt sein eigenes Schicksal mit Liebe,Hass und Familientradition.. Vorallem aber das in dieser Zeit, Frauen als schwach und Männer als stark dargestellt wurden.
Mich hat das Buch wieder einmal sehr berührt.
Intensiv, aufwühlend und bewegend und als Hörbuch absolut empfehlenswert!!!
Schon die ersten Minuten machen deutlich, in welche Richtung diese Geschichte geht: „Der Fährmann“ entführt in die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg und zeichnet das Leben in einer Gesellschaft nach, die von starren Rollenbildern, Zwängen und unausgesprochenen Regeln geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die versuchen, inmitten von Krieg, gesellschaftlichem Druck und persönlichen Verlusten ihren Platz zu finden und dabei immer wieder an Grenzen stoßen, die ihnen von außen auferlegt werden.
Ich bin ehrlich froh (danke für den Tipp an dieser Stelle Nadine ❤️), dieses Buch als Hörbuch erlebt zu haben. Die Sprecherin verleiht der Geschichte eine Intensität und Authentizität, die unter die Haut geht. Jede Emotion, jede Verzweiflung, jede leise Hoffnung wird spürbar transportiert. Es ist nicht nur ein Zuhören ES IST EIN EINTAUCHEN.
Die Geschichte selbst ist düster, beklemmend und oft schwer auszuhalten. Immer wieder läuft einem ein Schauer über den Rücken, weil so eindringlich geschildert wird, wie das Leben damals war. Besonders erschütternd ist die Rolle der Frauen: klein gehalten, fremdbestimmt, reduziert auf ihre Funktion als Ehefrau, Mutter oder Arbeitskraft. Beim Zuhören entsteht ein innerer Widerstand, fast schon ein Aufbegehren – weil man spürt, wie erdrückend diese Zwänge sind. Es macht einen gleichzeitig dankbar, heute zu leben, und wütend darüber, wie wenig Selbstbestimmung damals möglich war.
Die Figuren kämpfen gegen gesellschaftliche Erwartungen, gegen ihre eigenen Gefühle und gegen ein System, das ihnen kaum Luft zum Atmen lässt. Eine Liebe, die nicht sein darf. Eine Ehe, die eher ein Gefängnis ist. Ein Leben, das mehr aus Pflicht als aus Freiheit besteht. Und mittendrin dieses ständige Ringen darum, sich nicht selbst zu verlieren.
Nichts wird hier beschönigt. Die Zeit rund um den Ersten Weltkrieg wird roh, ehrlich und schonungslos dargestellt. Es geht um Hoffnung und Verzweiflung, um Zusammenhalt und Verlust, um Freundschaft und Feindschaft sowie darum, wie nah all diese Dinge beieinander liegen können.
„Der Fährmann“ ist intensiv, aufwühlend und zutiefst bewegend. Eine Geschichte, die fesselt, erschüttert und einen immer weiter hineinzieht, gerade weil sie so ungeschönt und gleichzeitig so eindringlich erzählt ist.
Kommt nach Möglichkeit selbst in den Genuss und erlebt es als Hörbuch und wenn nicht lest es, es ist einfach grandios.
Ein Roman mit absoluter Sogwirkung
Der Roman ist ein Jahreslesehighlight für mich. Wie kraftvoll und besonders die Sprache ist und dann erst die Handlung. Sie erzählt von Hannes, dem Fährmann, der das Floß zwischen dem deutschen und dem österreichischen Ufer hin und her fährt, der nicht heiraten darf, damit er bei einem Unglücksfall keine Witwe zurücklässt und von seinen Kindheitsfreundinnen Elisabeth, der reichen Bauerstochter und Annemarie, der Wirtstochter. Während Elisabeth und Hannes Gefühle füreinander haben, muss Elisabeth aber den reichen Bauern Josef Steiner heiraten. Dieser wiederum stellt Annemarie hinterher, die zuerst Elisabeth beneidet, aber schnell erkennt, welchen wahren Charkter Josef hat, einen abgrundtiefen bösen. Hier entspinnt sich dann die Geschichte um die vier Protagonisten, wobei natürlich auch die Dorfbevölkerung und Familien in die Geschichte verwoben sind. Durch diese für mich ganz besondere Erzählweise hat mich die Autorin so sehr in diese Geschichte gezogen, dass ich eigentlich immer wissen wollte wie es weiter geht. Es ist ein Buch, dass einen mitnimmt in den damals harten Alltag, in eine Zeit, in der die Frauen zu machen hatten, was die Männer wollten und sagten und auch in ihren Familien nicht unbedingt einen Rückhalt fanden, auch nicht bei ihren Müttern, die vielleicht auch Ähnliches ertragen haben. Es ist spannend zu verfolgen und lässt einen auch oft den Atem stocken, wie es zugegangen ist. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund und lässt einen daran ungeschönt teilhaben. Gerade das entwickelt dann auch die Sogwirkung. Ein absolut lesenswerter Roman, den ich unbedingt weiterempfehle.
Düster, sehr emotional und krass!
Eine Geschichte die im frühen 20sten Jahrhundert spielt.
Drei Freunde, die wir mit all ihren Farcetten kennenlernen dürfen, sowie ihre Familien und die Salzach.
Drei Sichtweisen, viele Schicksalsmomente und Situationen, in denen weise (auch wenn es schwerfiel) ethisch korrekt gehandelt wurde, oder auch eben nicht.
Es bereitet mir Gänsehaut zu wissen, das viele Familien damals und einige auch heute noch, die gleichen Leben und Schicksale führen (müssen).
Absolute Empfehlung!
Ich merke beim Schreiben dieser Rezension, dass mir die Worte fehlen und vielleicht ist genau das schon die treffendste Reaktion auf Der Fährmann von Regina Denk.
Dieses Buch ist hart. Nicht auf eine dramatisierende, effekthascherische Weise, sondern auf eine leise, unerbittliche Art. Es zeigt häusliche Gewalt nicht als Ausnahme, sondern als Struktur. Als etwas, das eingebettet ist in gesellschaftliche Ordnungen, in Erwartungen, in Rollenbilder, die kaum hinterfragt werden. Und genau darin liegt seine Wucht. Was Denk hier macht, ist keine bloße Darstellung von Leid, sondern eine schonungslose Analyse von Macht. Wer darf entscheiden? Wer wird gehört? Und vor allem: Wer muss aushalten? Die Gewalt, die in diesem Roman geschildert wird, ist nicht nur körperlich – sie ist sozial, emotional, strukturell. Sie entsteht aus einem System, das Frauen auf ihre Funktion reduziert und ihnen gleichzeitig die Verantwortung für dessen Stabilität zuschiebt. Und trotzdem: Die Frauenfiguren sind keine passiven Opfer. Sie beobachten, sie fühlen, sie wissen. Aber ihr Wissen allein reicht nicht aus, um auszubrechen. Diese Spannung – zwischen innerer Klarheit und äußerer Ohnmacht – ist kaum auszuhalten beim Lesen.
Im Vergleich zu *Die Schwarzgeherin* ist *Der Fährmann* vielleicht noch kompromissloser, noch direkter in seiner Brutalität. Und ja, vielleicht auch einen Tuck stärker, gerade weil er sich nicht scheut, dorthin zu gehen, wo es wirklich weh tut.
Was mich besonders fasziniert, ist Denks Sprache. Wie sie Gefühle greifbar macht, ohne sie zu überhöhen. Wie sie Atmosphären schafft, die sich festsetzen. Es ist diese sprachliche Präzision, die das Grauen nicht abschwächt, sondern verstärkt.
Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich denke noch darüber nach. Ich ringe noch damit.
„Der Fährmann“ ist kein Buch, das man einfach so liest – es ist eines, in das man hineingezogen wird. Regina Denk entfaltet ein düsteres, eindringliches Panorama zweier Dörfer an der Salzach, irgendwo zwischen Bayern und Österreich, und macht daraus weit mehr als einen historischen Roman. Vor der eindrucksvollen Kulisse der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfaltet sich ein intensives Familiendrama, das persönliche Schicksale mit den politischen Verwerfungen des Ersten Weltkriegs verwebt.
Zwischen den Dörfern Hohenwart und Siegering fließt die Salzach – und mit ihr das Leben einer Gemeinschaft, die sich seit Generationen nahesteht. Verbunden sind beide Ufer durch den Fährmann Hannes Winkler. Doch sein Beruf folgt einem unerbittlichen Brauch: Ein Fährmann darf nicht heiraten. Zu groß ist die Gefahr, dass er im reißenden Fluss ums Leben kommt und Frau und Kinder mittellos zurückbleiben. Tragisch nur, dass Hannes’ Herz längst Elisabeth gehört. Elisabeth wiederum liebt ihn – ist jedoch Josef Steiner versprochen, dem wohlhabenden Hoferben. Und auch Annemarie, Elisabeths beste Freundin, hatte sich Hoffnungen auf Josef gemacht.
Was zunächst wie eine klassische Konstellation wirkt, entwickelt sich bei Regina Denk zu einem vielschichtigen Beziehungsgeflecht, in dem Freundschaft, Neid, Loyalität und unausgesprochene Sehnsucht miteinander ringen. Der Fokus liegt dabei weniger auf romantischer Verklärung als auf der Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen. Die Freundschaft zwischen Elisabeth, Annemarie und Hannes ist geprägt von Nähe und Enttäuschung, von Zusammenhalt und Missverständnissen – und gerade dadurch von großer Glaubwürdigkeit. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert sich alles. Der aufkeimende Nationalismus reißt Risse durch die kleine Grenzgemeinschaft. Männer ziehen in den Krieg, Misstrauen wächst, alte Sicherheiten bröckeln. Regina Denk zeigt eindrücklich, wie politische Ideologien in den intimsten Lebensbereich vordringen und Menschen gegeneinander aufbringen. Als schließlich ein Kind verschwindet, setzt sich eine Spirale aus Schuld, Gewalt und Verzweiflung in Bewegung, die kaum noch aufzuhalten ist.
Die eigentliche Wucht des Romans entsteht jedoch aus seinem Setting. Die Alpenregion, das Dorfleben, die Salzach mit ihrer Schönheit und Bedrohlichkeit – all das wird mit einer kraftvollen, bildreichen und stellenweise bewusst archaisch dichten Sprache zum Leben erweckt. Die Natur ist nicht bloß Hintergrund, sondern Spiegel innerer Zustände. Dunkel und beinahe märchenhaft wirkt diese Welt, und doch ist sie von großer historischer Authentizität durchzogen. Denks Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Man muss sie nicht immer mögen, aber man versteht ihre Beweggründe. Gerade diese Ambivalenz macht sie lebendig. Vor allem die Frauenfiguren tragen den Roman: Ihre Ohnmacht innerhalb patriarchaler Strukturen, aber auch ihre stille Stärke und ihr Widerstand verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Hier wird eindringlich gezeigt, wie gesellschaftliche Rollenbilder Leben formen – und zerstören können. Die Handlung steigert sich kontinuierlich, bis sie in eine beklemmende, kaum aufzuhaltende Spirale mündet. Gewalt, Verlust und Schuld kulminieren in Ereignissen, die lange nachwirken. Und doch bleibt – trotz aller Härte – ein leiser Rest von Hoffnung.
„Der Fährmann“ ist ein sprachlich beeindruckender, atmosphärisch dichter Roman, der unter die Haut geht. Regina Denk verbindet historische Kulisse mit zeitlosen Themen und schafft ein Werk, das gleichermaßen erschüttert wie fesselt. Ein intensives Leseerlebnis für alle, die literarische Tiefe, starke Figuren und eine dunkle, eindringliche Stimmung schätzen.
Schon „Die Schwarzgeherin“ war für mich ein kleines Meisterwerk und „Der Fährmann“ steht dem in nichts nach. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den nächsten Roman – denn wenn Regina Denk schreibt, kann man sich sicher sein, dass es großartig wird!
Das Buch beschreibt eine Freundschaft zwischen drei Menschen. Es beschreibt aber auch Leben zwischen zwei Gemeinden getrennt durch die Salzach um 1900.
Wie starr Strukturen damals waren, in denen nur wer zählt, der männlich und erstgeboren war. Diese sich alles nehmen und nicht auf andere achten.
Frauenleben werden von den Eltern verkauft und die Töchter erzogen zum Aushalten, zum Gehorchen.
Man spürt die Enge des Lebens von damals, wie man kaum auskommt daraus.
Dicht und mitreißend geschrieben, wie der Fluss darin reißt es einen mit.
Klare Leseempfehlung.
Ich habe den Fährmann von Regina Denk als Hörbuch gehört. Die Sprecherin Susanne Schroeder bringt diese Faniliengeschichte so authentisch und fesselnd rüber, ein überwältigendes Hörerlebnis.
Der Fährmann ,was für ein fesselndes Familiendrama . Diese Geschichte ist so authentisch, fesselnd ,berührend und kraftvoll. Ich war mittendrin in der Zeit damals an der Salzach beim Fährmann Hannes und der Elisabeth und der Annemarie. Sehr ergreifend und fantastisch gesprochen. Bin sehr berührt und angetan von dieser Geschichte. Mochte es sehr zu hören,ein großes Lob auch an die Sprecherin Susanne Schroeder, danke für dieses überwältigende Hörerlebnis 🙏🏻.
Ganz große Empfehlung, ein absolutes Highlight! Die Geschichte der Freunde Hannes, Annemarie und Elisabeth hat mich total in den Bann gezogen. Drei junge Menschen an der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des ersten Weltkrieges zwischen Kindheit und Erwachsensein, Schicksalsschlägen, dem harten Lebensalltag, unglückliche Ehe, der Hoffnung auf bessere Zeiten, Sehnsucht und Liebe. Grandios!
„der Fährmann“ von Regina Denk ist für mich ein Jahreshighlight. Nach „die Schwarzgeherin“ habe ich mich so gefreut, dass heuer ein neuer Roman von der Autorin erschienen ist und hab mich so gefreut den wieder mit Dori zu lesen!
„Der Fährmann“ ist atmosphärisch sensationell geschrieben. Ich habe die Geschichte um Annemarie, Elisabeth und Hannes so gerne gelesen. Von der ersten Seite an war ich von der Geschichte gefesselt und vollkommen eingenommen.
Besonders die verschiedenen Sichten der Charaktere fand ich super. Ich hab mich immer gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort und mit im Geschehen dabei.
Leise, kraftvoll werden feministische Themen aufgemacht und runden die Geschichte so gut ab.
Ich hab auch die Parallelen zur Schwarzgeherin geliebt.
Buchdetails: erschienen am 02.03.2026 im Droemer Verlag • 384 Seiten • gelesen als Hardcover (24,00€)
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Der Fährmann von Regine Denk ist nach Die Schwarzgeherin das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Die Schwarzgeherin zählte zu meinen Jahreshighlights, weswegen meine Erwartungen sehr hoch waren. Sie wurden mehr als erfüllt, denn Der Fährmann konnte mich genauso wie Die Schwarzgeherin begeistern.
Es ist die Geschichte von Elisabeth, Hannes und Annemie, die auf beiden Seiten der Salzach leben, die die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert.
Wir begleiten die drei ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, wenn die Geschichte 1894 mit dem sechsjährigen Hannes beginnt. Er soll der Nachfolger seines Onkels Georg werden, der Fährmann ist. Auf seinem Floß transportiert er Menschen und Pferde auf der Salzach zwischen Österreich und Deutschland. Traditionsgemäß bleibt ein Fährmann ledig, was Georg nicht von Liebeleien mit Frauen diesseits und jenseits der Salzach abhält. Hannes verbringt in seiner Kindheit viel Zeit mit Elisabeth und Annemie. Sein Herz gehört Elisabeth, doch diese ist dem Steiner Josef versprochen.
Annemies Eltern gehört das bei Österreichern und Deutschen gleichermaßen beliebte Wirtshaus. Sie muss von klein auf im Wirtshaus aushelfen. Das hübsche Mädchen erregt die Aufmerksamkeit vieler männlichen Gäste, auch die des drei Jahre älteren Josef.
Wir begleiten Elisabeth und Josef, Annemie und Hannes bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Josef geht an die Front und seine daheimgebliebene Ehefrau Elisabeth atmet auf, da er brutal und gewalttätig ist.
Regine Denk hat wieder einen großartigen, fesselnden und äußerst atmosphärischen Roman geschrieben. Ich habe mit Lisi und Annemie gelitten, Josef gehasst und um Hannes‘ Leben gefürchtet.
Sehr gefreut habe ich mich über Annemies Neubeginn beim Fannerl, der örtlichen Heilerin und Hebamme. Doch auch ihr neu erlernter Beruf schaffte es nicht, sie vor Josefs Übergriffen zu schützen.
Über das Ende habe ich mich sehr gefreut, sah es doch lange danach aus, dass das Leben der drei Menschen, die ich ins Herz geschlossen habe, mit einer schrecklichen Tragödie endet.
Der Fährmann mich daran erinnert, was für ein hartes Leben die Frauen damals hatten, sie waren gänzlich dem Wohlwollen der Männer ausgeliefert, ihr Schicksal von Geburt an vorgezeichnet, egal ob sie arm oder reich waren. Danke, liebe Regine Denk, für diesen wunderbaren Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Warum „Der Fährmann“ aus meiner Sicht nicht nur einen starken und logischen Folgeschritt aus der der Schwarzgeherin darstellt, sondern mich auch für sich allein überzeugt, möchte ich heute an einzelnen Aspekten erläutern:
Cave: Kann leichte SPOILER enthalten
Wie auch bei der Schwarzgeherin hat mich die RAHMENHANDLUNG besonders berührt. Ohne zu spoilern, kann ich hier sagen, dass das Buch mit spielenden Kindern am Fluss beginnt und auch endet. Gemeinsam haben beide Szenen, dass unterschwellig die bedrohende Naturgewalt des Wassers anflutet, vor der die Eltern sie alle gewarnt haben. Der Unterschied liegt in den sozialen Rollen dieser vier kleinen Menschen, nach denen sie bereits jetzt geprägt sind: Die beiden Mädchen retten die verloren gegangene, geliebte Puppe, den beiden Jungen gelingt es nicht ganz, das gefundene Ehrenabzeichen dem jeweils anderen ohne Konkurrenzdenken zu gönnen. Dieser Rahmen betont die Grundaussage des Buchs aus meiner Sicht präzise und herzzerreißend.
Regina Denk hat Setting ihrer Geschichten klug gewählt. Durch die Ansiedlung der Geschehnisse im Historischen erreicht die Aussage des Romans eine ZEITLOSIGKEIT, wie man sie beispielsweise auch aus Klassikern kennt. Durch die Ablösung der Handlungsebene von unserer Gegenwart gelingt es, den Grundkonflikt als etwas leider fundamental Wahres über die menschliche Natur darzustellen. Deswegen tue ich mich auch wenig schwer, die Schwarzgeherin und den Fährmann als „historische Romane“ zu bezeichnen, weil sie aus meiner Sicht Genregrenzen überschreiten und sich genau deswegen auch von anderen Werken mit feministischer Botschaft abheben. Die erneute Gestaltung in Mundart und die atmosphärischen Naturbeschreibungen unterstreichen diesen Effekt.
Ich liebe Metaphern und Interpretationsebenen. Die BILDSPRACHE des Fährmanns hat mich wieder sehr erreichen können. Auf zwei konkrete Metaphern möchte ich näher eingehen: Die Salzach/ der Fluss: wir kommen aus dem Wasser, es ist immer da und doch immer anders, es schenkt uns so viel und kann uns aber auch brutal berauben. Es kennt die menschliche Natur, will uns warnen und wir hören nicht zu. Besonders gelungen fand ich den Wechsel zwischen der femininen und maskulinen Ansprache in dem Sinne, mal die mütterliche Salzach, mal den unerbittlichen Fluss zu skizzieren. Mehrfach markiert habe ich auch das Bild des Engels, es wird wiederholt für die im Buch vorkommenden Kinder benutzt, klingt bei der Engelmacherin an und wird auch wiederholt für Hannes selbst genutzt, um den parareligiösen Pakt zu belegen, auf dessen Grundlage beide Dörfer Hannes nach seinem Überleben an die Salzach binden.
Über bildhafte Motive des Buchs kann ich nicht sprechen, ohne auf die TITELWAHL einzugehen. Denke ich an den Begriff des Fährmanns fällt mir als erstes Charon ein, der griechisch mythologische Fährmann, der die Verstorbenen über den Fluss Styx in den Hades übersetzt. Hannes wirkt auf mich wie ein hell-leuchtendes Pendant zu dieser eher düsteren Figur. Während des Transports seiner Mitmenschen lernt er sie recht gut kennen, bleibt aber Beobachter. Gleichzeitig opfern beide Dörfer sozusagen das Leben und die Freiheit dieses jungen Mannes der Notwendigkeit, die Naturgewalt Wasser zu überwinden. Nicht nur danken es ihm wenige, er ist auch oft die Projektionsfläche ihrer eigenen Missgunst und Abwertung, beispielsweise im Kontext des Kriegsdiensts oder des Statusdenkens. Der Fährmann ist aber auch ein Bild für Übergang und so sehe ich in Hannes auch die Hoffnung darauf, den Schritt aus den immer gleichen Routinen zu wagen, die Hoffnung auf Wandel, notfalls auch durch die Abgabe des Ruders.
Aus psychologischer Sicht hat mich die GLEICHZEITIGKEIT von Abscheu und Mitgefühl für Josef sehr gefordert und der Mut der Autorin, das zu wagen, beeindruckt. Selten haben ich eine Romanfigur so verabscheut wie ihn und dennoch konnte ich Mitgefühl mit ihm empfinden, für die Wunden, die ihm von Anbeginn seines Lebens zugefügt wurden und die Teil der Ursache sind, warum er so ist, wie er ist. In meiner beruflichen Tätigkeit gilt es, diese Gleichzeitigkeit auszuhalten und Menschen dabei zu unterstützen, den Weg aus diesen Mustern herauszufinden, an deren Entwicklung sie nicht immer die Schuld, aber wohl die Verantwortung dafür tragen, sie zu überwinden. Dazu passend habe ich eine Textstelle ausgesucht, in der die Weitergabe von gewaltvollen Mustern besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Der Krieg selbst, der im Buch eine wesentliche Rolle spielt, sorgt auch für die Entstehung und Weitergabe ebensolcher generationsübergreifender Traumata.
„»Stell dir vor, es wär dein Bub, […] den man dir, keinen Tag von der Brust weg, in dieses Leben gestoßen hätte. Mehr gehauen, als dich selbst, weil er ein Bub ist und darum die Härte früh kennen muss, um sie später selbst zu haben, dem man ein Leben lang alles Gute aberzogen hätte, weil das Weichsein eine Schand ist. […] Würdest du nicht hoffen, Elisabeth, bis zu deinem letzten Atemzug, dass doch noch etwas Gutes in ihm steckt, etwas von dem übrig geblieben ist, das du ihm mitgegeben hast als seine Mutter?« [….] Was die Elisabeth aber wusste, war, dass sie es ebenso halten würde wie die Steinerin, dass sie nicht besser war als die Alte […] Und wie die Steinerin würde sie für ihre Buben in den Tod gehen, würde sie alles geben, um sie zu schützen, und wo sie es dachte: Meiner, der ist anders, ganz innen drin, da ist er anders, da dachte es die Mutter vom Josef auch, weil es so sein musste bei einem jeden, dass wenigstens die eigene Mutter an das Gute in einem glaubte, selbst wenn es lang schon nicht mehr da war“
Die ERZÄHLSTIMME im Sinne eines „unreliable narrators“ hat in diesem Buch für mich eine ganz zentrale Rolle gespielt und aus meiner Sicht greift Regina Denk diese in den Worten, die sie zur Widmung ergänzt hat, direkt auf. Wir erleben die Geschehnisse aus mehreren Blickwinkeln. Manche der ProtagonistInnen sind uns so nah und sympathisch, dass wir ihre Sicht der Dinge nicht hinterfragen, die Sicht des Bösen in persona wollen wir hingegen auf keinen Fall an uns heranlassen. Und dennoch berichten sie alle die für sie gültige Wahrheit, was wiederum die Frage nach der Existenz einer allgemein gültigen Wahrheit aufwirft, erst Recht im Kontext der Liebe und des Krieges.
Die BOTSCHAFT von Regina Denks zweiten Roman steckt mir vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse tief in den Knochen. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen ProtagonistInnen sind durch das Patriarchat, durch ökonomische Zwänge und gesellschaftliche Konventionen an ihre Rollen gefesselt. Gewaltausübung durch Männer gegenüber Kindern und Frauen und fehlende weibliche Solidarität in Momenten größter Not sorgen für den Effekt der erlernten Hilflosigkeit und Resignation. Auch die Mütter lassen ihre Töchter auf unterschiedliche Art und Weise sehenden Auges ins Verderben gehen, opfern sie geradezu den gesellschaftlichen Konventionen. Erst im Krieg finden die Frauen durch die Abwesenheit der Männer etwas wie Frieden, aber natürlich nur, weil der Ort der Handlung keinen direkten Kriegsschauplatz darstellt. Viele Aspekte, die bis heute das „Funktionieren“ von Klassismus und Patriarchat sicherstellen, lassen sich in diesem kleinen, feinen Stück Literatur erkennen und erfühlen.
Neben der Schonungslosigkeit in Sachen Gewalt mutet die Autorin uns als LeserInnen dieses mal auch zu, eine starke AMBIVALENZ auszuhalten. Ich nehme aus der Geschichte Hoffnung mit. Hoffnung darauf, dass eine neue Generation Männer, Frauen, Menschen es anders machen wird und kann. Im Kontrast dazu steht aber auch die eindringliche Warnung, dass es allzu leicht passieren kann, dass wir uns in den Schleifen aus struktureller patriarchaler Gewalt verlieren und diese nie durchbrechen, was im letzten Kapitel in der Konkurrenz der beiden spielenden Jungen und der eindringlichen Warnung der Salzach deutlich wird. Es benötigt Arbeit und Haltung, Frieden zu bewahren und dem Nährboden für Nationalismus und Krieg entgegenzutreten, für den Menschen wie Josef nicht zuletzt wegen struktureller, patriarchaler Muster schnell anfällig sind. Ich bin ein optimistischer Mensch und möchte daher zuversichtlich mit einem von Annemaries Gedankengängen als Zitat schließen, auch wenn die Sorge wächst.
„Und für einen Moment kehrte eine kleine Freude in sie zurück, wie sie den Florian anschaute, auf dem Arm von der Leni, ein Kind, das einmal ein besserer Mann werden würde, einer wie der Hannes, direkt daneben, einen Schimmer Hoffnung im Blick, weil auch er vielleicht plötzlich wieder an einen unerwarteten Ausweg glaubte.
Wie die Elisabeth nach ihrer Hand griff, die Finger ineinander verschlungen, so wie sie es als Kinder immer getan hatten, die eine die andere festhaltend im Hier und Jetzt.
Weil sie mit einem Mal spürte, sie, die Jungen, jetzt lang schon nicht mehr so jung, sie waren anders als die, die vor ihnen die Welt gelenkt hatten, und sie würden alles anders machen, alles besser.“
Großartig! Atmosphärisch und dunkel. Da es auch leicht in Mundart geschrieben wurde macht es die Story noch intensiver. Klare Leseempfehlung. Der Vorgänger ‚Die Schwarzgeherin‘ liegt auch noch im Regal.
Es wären sechs Sterne und mehr wenn das möglich wäre!
Schon auf den ersten Seiten haben mich Atmosphäre und Geschichte eingefangen. Fr. Denk hat mich an die deutsch-österreichische Grenze an den Fluß die Salzach transportiert, mich die raue Natur spüren lassen und in das harte Leben der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert.
Ein Dorfleben, bestimmt durch Tradition, Hierarchie und dem Glauben.
Hier treffen wir auf die jungen, authentischen Protagonist*innen mit ihren Stärken und Schwächen, ihre Freundschaft, aber auch ihren Neid, ihre fehlende Solidarität.
Die primäre Rolle der Frau ist es verheiratet zu werden und schweigsam jegliche Schmach zu erdulden.
Weitere zentrale Themen sind patriarchale Gewalt, aufkeimender Nationalismus und traumatische Erlebnisse im Krieg - Themen, die leider auch heute sehr aktuell sind.
Das Wasser scheint in dem historischen Roman das prägende Element zu sein und ist voller symbolischer Kraft. Wasser, dass trennt und verbindet, dass in kleinen Rinnsalen fließen kann oder als gewaltiger Strom.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, intensives und aufwühlendes Leseerlebnis 🌊
Das Buch ist wie ein Naturereignis. Der Fluss und die Natur werden so bildgewaltig beschrieben. Dazu kommt die detaillierte Analyse des Lebens vor über 100 Jahren und die unterschiedlichen Charaktere in deren Leben - wenn auch nur für wenige Momente -eingetaucht wird. Spannend erzählt und wird lange nachhallen!
Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤
"Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht".
Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht.
Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten.
Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch durch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe.
Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung!
⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen
Regina Denk hatte mich mit dem Roman die Schwarzgeherin schon so zum nachdenken gebracht und auch ihr neuestes Werk der Fährmann hat mich wieder sehr in Atem gehalten.
Viel zu schnell bin ich durch die Seiten geflogen und habe mit den tapferen Frauen Annemarie und Elisabeth gelitten. Die Geschichte um den Fährmann Hannes kurz vor und während des 1. Weltkrieges, die Verpflichtungen, die Bigotterie und selbst auferlegte Knechtschaft der Menschen ist beim Lesen manches Mal kaum auszuhalten. Was sich untereinander in den kleinsten Gemeinschaften gegenseitig angetan wird, wie die Frauen von einer Generation zur nächsten so viel Leid ertragen müssen, teils von der eigenen Mutter und Familie erzwungen. Es ist unglaublich grausam.
Das Buch liest sich wie im Rausch.
Ich hätte gern noch viel mehr über diese mutigen jungen Menschen gelesen. Allein was sie bis zu ihrem 26. Lebensjahr durchlebt haben, reicht für ein ganzes Leben.