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Eines Morgens steigt die 76-jährige Gladys Comeau in Swastika/Kanada in den Zug und kehrt nicht mehr zurück. Zurück im Haus lässt sie ihre 54-jährige Tochter, die depressiv und selbstmordgefährdet ist und um die sie sich seit Jahren liebevoll gekümmert hat. Ihr Mann starb vor vielen Jahren bei einem Minenunglück. Ein namenloser Erzähler hat die Geschichte ihres Verschwindens rekonstruiert, hat mit zahlreichen Zeugen (Zugchefs, anderen Zugreisenden, Bekannten, Freunden und Nachbarn) gesprochen und immer wieder taucht die Frage nach dem Warum auf. Viele werden sagen, sie war anders in sich gekehrt, nannte niemandem den Grund für die Reise. Eine Freundin, bei der sie einen kurzen Stop einlegte, meinte, Gladys sei in einem jämmerlichen Zustand gewesen. Nach und nach erfahren wir nicht nur mehr über Gladys selbst, sondern auch über die vielen Menschen in ihrem Umfeld, über das Leben in einer Kleinstadt, wo jeder Jeden kennt. Man erfährt, warum Gladys ausgerechnet diese Strecke auswählt, über ihre Kindheit, die “school trains” in Northern Ontario, über das Eisenbahnnetz in Kanada und dessen Geschichte. Was vielleicht zunächst etwas langweilig klingt, ist im Gegenteil sehr interessant, denn die Eisenbahn war die Lebensader für viele Bewohner, die tief in den Wäldern Kanadas lebten, aber auch eine Faszination für Touristen, Eisenbahnliebhaber, Angler, Hunderte Kilometer schlängelten sich die Strecken durch atemberaubende Naturlandschaften. Auch wenn man ab einem gewissen Punkt weiß, wie die Reise enden wird, so ist man doch mit allen Sinnen und Gefühlen dabei. Es ist erstaunlich, welche Fürsorge und Hilfsbereitschaft doch in vielen Menschen steckt. Ein Buch, das gerade deshalb auch Mut macht. Eine sehr berührende Geschichte, über Fremde, die zu Wegbegleitern werden, über tiefe Freundschaften, darüber, dass wir alle irgendwie miteinander verbunden sind, über Gerüchte und Wahrheiten, über das Leben und letztendlich über das (selbstbestimmte) Sterben. Eine leise Geschichte, die aber eine starke Kraft in sich trägt. Ich kann sie jedem empfehlen, auch wenn mich persönlich ihr Buch “Ein Leben mehr” noch stärker berührt hat.
4. Mai 2025
Eines Morgens steigt die 76-jährige Gladys Comeau in Swastika/Kanada in den Zug und kehrt nicht mehr zurück. Zurück im Haus lässt sie ihre 54-jährige Tochter, die depressiv und selbstmordgefährdet ist und um die sie sich seit Jahren liebevoll gekümmert hat. Ihr Mann starb vor vielen Jahren bei einem Minenunglück. Ein namenloser Erzähler hat die Geschichte ihres Verschwindens rekonstruiert, hat mit zahlreichen Zeugen (Zugchefs, anderen Zugreisenden, Bekannten, Freunden und Nachbarn) gesprochen und immer wieder taucht die Frage nach dem Warum auf. Viele werden sagen, sie war anders in sich gekehrt, nannte niemandem den Grund für die Reise. Eine Freundin, bei der sie einen kurzen Stop einlegte, meinte, Gladys sei in einem jämmerlichen Zustand gewesen. Nach und nach erfahren wir nicht nur mehr über Gladys selbst, sondern auch über die vielen Menschen in ihrem Umfeld, über das Leben in einer Kleinstadt, wo jeder Jeden kennt. Man erfährt, warum Gladys ausgerechnet diese Strecke auswählt, über ihre Kindheit, die “school trains” in Northern Ontario, über das Eisenbahnnetz in Kanada und dessen Geschichte. Was vielleicht zunächst etwas langweilig klingt, ist im Gegenteil sehr interessant, denn die Eisenbahn war die Lebensader für viele Bewohner, die tief in den Wäldern Kanadas lebten, aber auch eine Faszination für Touristen, Eisenbahnliebhaber, Angler, Hunderte Kilometer schlängelten sich die Strecken durch atemberaubende Naturlandschaften. Auch wenn man ab einem gewissen Punkt weiß, wie die Reise enden wird, so ist man doch mit allen Sinnen und Gefühlen dabei. Es ist erstaunlich, welche Fürsorge und Hilfsbereitschaft doch in vielen Menschen steckt. Ein Buch, das gerade deshalb auch Mut macht. Eine sehr berührende Geschichte, über Fremde, die zu Wegbegleitern werden, über tiefe Freundschaften, darüber, dass wir alle irgendwie miteinander verbunden sind, über Gerüchte und Wahrheiten, über das Leben und letztendlich über das (selbstbestimmte) Sterben. Eine leise Geschichte, die aber eine starke Kraft in sich trägt. Ich kann sie jedem empfehlen, auch wenn mich persönlich ihr Buch “Ein Leben mehr” noch stärker berührt hat.
4. Mai 2025






