Wache halten

Wache halten

Hardcover
5.01

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Beschreibung

»Ein Fiebertraum von einem Roman.«
New York Times

Michaela und ihr Mann Gerard sind in die wunderschöne, aber unheimliche Landschaft New Mexicos gezogen, um dort an einem renommierten akademischen Institut zu arbeiten. Doch dann erkrankt Gerard schwer, und schon bald gleicht das Leben der beiden einem Albtraum. Mit 37 Jahren muss Michaela sich mit der schrecklichen Aussicht, Witwe zu werden, auseinandersetzen. Und schließlich mit einem Leben ohne Gerard.


Eindringlich und zutiefst berührend erzählt Wache halten vom rohen Wahnsinn der Trauer und was passiert, wenn eine Liebe nicht aufgegeben werden kann.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
448
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Joyce Carol Oates wurde 1938 in Lockport, New York, geboren. Sie zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart. Für ihre zahlreichen Romane und Erzählungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem National Book Award. 2019 erhielt sie den Jerusalem Prize. Joyce Carol Oates lebt in Princeton, New Jersey, wo sie Literatur unterrichtet.

Beiträge

1
Alle
5

Sternebewertung fiktiv

Ein Roman über das stille Zerbrechen und das mutige Bleiben. Joyce Carol Oates schreibt in einer Frequenz, die ihresgleichen sucht. Noch bevor man ein Werk verarbeitet hat, erscheint bereits das nächste. Im Herbst erwarten wir eine neue Kurzgeschichtensammlung, in den USA ist aktuell „Fox“ erschienen und doch bleibt „Wache halten“ nachdrücklich im Gedächtnis. Denn dieses Buch fordert. Emotional. Psychisch. Still. Im Zentrum stehen Michaela und Gerard, ein verheiratetes Akademikerpaar, das nach New Mexico zieht, um eine neue Stelle an einem renommierten Institut anzutreten. Was wie ein Neuanfang beginnt, wird zum Zerfall. Gerard wird krank. Viele Untersuchungen, viele Biopsien –> Diagnose Krebs. Und plötzlich gibt es keine beruflichen Pläne mehr, keine Gespräche über Zukunft oder Forschung. Nur noch Krankenhausgänge. Morphin. Schmerz. Das Leben der beiden verengt sich auf Flure, Warteräume, medizinische Routinen. Michaela wird zur Begleiterin, zur Pflegerin, zur stillen Heldin. Gerard, einst ihr Partner auf Augenhöhe, verliert sich körperlich, geistig, emotional. Das Morphium lindert, aber es verzerrt. Der Mann, den sie liebt, ist mal da, mal weg. Ein Tag Hoffnung, ein Tag Wut, ein Tag Leere. Und Michaela hält Wache. Jeden Tag neu. Ich habe beim Lesen oft pausiert. Weil ich musste. Weil es zu viel war, im besten Sinne. Zwischen tiefster Liebe und abgrundtiefer Hilflosigkeit. Wer selbst schon einmal einen geliebten Menschen beim Sterben begleitet hat, wird sich wiederfinden. In der Erschöpfung, der Ohnmacht, dem kleinen Trost eines guten Moments. Was mich besonders bewegt hat, war die Präzision, mit der Oates beide Perspektiven schildert. Die des Sterbenden und die der Zurückbleibenden. Ihre Sprache ist klar, unaufgeregt, und gerade dadurch so berührend. Sie romantisiert nicht, sie verklärt nicht sie zeigt. Und gibt dem Leser Raum, zu fühlen. Er erzählt von Aufopferung, von Grenzen, von Liebe in ihrer brutalsten Form, wenn sie nicht gehen darf, obwohl alles in einem schreit. Ich bin dankbar für dieses Buch. Für seine Ehrlichkeit. Und für die Erkenntnis. Nicht jeder Kampf endet in Heilung. Aber jede Begleitung verdient Anerkennung.

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