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K.L. Slater verbindet in „Vermisst“ aus dem Bookouture Verlag einen psychologischen Thriller mit einem Familiendrama, das Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander verknüpft. Die Geschichte beginnt mit dem tragischen Tod des achtjährigen Jimmy Bennett im Jahr 1993. Fast dreißig Jahre später wird der wegen der Tat verurteilte Samuel Barlow auf Bewährung aus der Haft entlassen. Für Jimmys Schwester Josie, die inzwischen allein ihre Tochter Ivy großzieht, reißt die Vergangenheit dadurch erneut auf. Gleichzeitig verfolgt Samuel eine eigene Agenda, wodurch alte Wunden, lange verborgene Geheimnisse und gefährliche Erinnerungen wieder ans Licht kommen. Josie ist eine sympathische und glaubwürdige Hauptfigur, die alles daransetzt, ihre Tochter zu beschützen, ein gutes Leben zu bieten und endlich Frieden mit der Vergangenheit zu finden. Sie ist erfolgreich und betreibt ein Café. Samuel bleibt lange eine schwer einschätzbare Figur, deren Motive bis zum Schluss Fragen aufwerfen. Auf Leser wirkt er unsympathisch und ist von Undeutigkeit umgeben. Auch Maggie, Samuels Mutter, trägt mit ihrer zwiespältigen Haltung dazu bei, dass sich das Bild der Ereignisse immer wieder verändert. Die Figuren wirken vielschichtig und sorgen dafür, dass man ständig über ihre Beweggründe rätselt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin setzt weniger auf rasante Action als auf eine dichte Atmosphäre und einen kontinuierlichen Spannungsaufbau. Durch wechselnde Perspektiven und Rückblicke in die Zeit als kleiner Jimmy ermordet worden ist, entstehen immer neue Zweifel daran, was tatsächlich geschehen ist. Mehrere überraschende Wendungen halten die Spannung bis zum Ende aufrecht und sorgen dafür, dass sich die Wahrheit erst nach und nach zusammensetzt. Das eher gemächliche Erzähltempo dürfte allerdings nicht jeden überzeugen. Einige Passagen wiederholen Gedanken der Figuren, wodurch sich die Handlung zwischendurch etwas zieht. Insgesamt ist „Vermisst“ ein atmosphärischer Psychothriller, der vor allem durch seine emotionalen Figuren, die düstere Stimmung und die geschickte Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart überzeugt. Wer spannende Geschichten mit Familiengeheimnissen und unerwarteten Enthüllungen mag, findet hier einen fesselnden Roman.
1. Juli 2026
K.L. Slater verbindet in „Vermisst“ aus dem Bookouture Verlag einen psychologischen Thriller mit einem Familiendrama, das Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander verknüpft. Die Geschichte beginnt mit dem tragischen Tod des achtjährigen Jimmy Bennett im Jahr 1993. Fast dreißig Jahre später wird der wegen der Tat verurteilte Samuel Barlow auf Bewährung aus der Haft entlassen. Für Jimmys Schwester Josie, die inzwischen allein ihre Tochter Ivy großzieht, reißt die Vergangenheit dadurch erneut auf. Gleichzeitig verfolgt Samuel eine eigene Agenda, wodurch alte Wunden, lange verborgene Geheimnisse und gefährliche Erinnerungen wieder ans Licht kommen. Josie ist eine sympathische und glaubwürdige Hauptfigur, die alles daransetzt, ihre Tochter zu beschützen, ein gutes Leben zu bieten und endlich Frieden mit der Vergangenheit zu finden. Sie ist erfolgreich und betreibt ein Café. Samuel bleibt lange eine schwer einschätzbare Figur, deren Motive bis zum Schluss Fragen aufwerfen. Auf Leser wirkt er unsympathisch und ist von Undeutigkeit umgeben. Auch Maggie, Samuels Mutter, trägt mit ihrer zwiespältigen Haltung dazu bei, dass sich das Bild der Ereignisse immer wieder verändert. Die Figuren wirken vielschichtig und sorgen dafür, dass man ständig über ihre Beweggründe rätselt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin setzt weniger auf rasante Action als auf eine dichte Atmosphäre und einen kontinuierlichen Spannungsaufbau. Durch wechselnde Perspektiven und Rückblicke in die Zeit als kleiner Jimmy ermordet worden ist, entstehen immer neue Zweifel daran, was tatsächlich geschehen ist. Mehrere überraschende Wendungen halten die Spannung bis zum Ende aufrecht und sorgen dafür, dass sich die Wahrheit erst nach und nach zusammensetzt. Das eher gemächliche Erzähltempo dürfte allerdings nicht jeden überzeugen. Einige Passagen wiederholen Gedanken der Figuren, wodurch sich die Handlung zwischendurch etwas zieht. Insgesamt ist „Vermisst“ ein atmosphärischer Psychothriller, der vor allem durch seine emotionalen Figuren, die düstere Stimmung und die geschickte Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart überzeugt. Wer spannende Geschichten mit Familiengeheimnissen und unerwarteten Enthüllungen mag, findet hier einen fesselnden Roman.
1. Juli 2026





